Auf der CES in Las Vegas Anfang dieses Monats kam man an Amazons Kampagne nicht vorbei: An den prominentesten DooH‑Standorten der Stadt präsentierte Amazon das größte Fire‑TV‑Plattformupdate seit fünf Jahren. Gleichzeitig stellte das Unternehmen Ember vor, eine neue Submarke für Amazons eigene TV-Geräte, die erstmals auf der CES gezeigt wurde und künftig als dauerhaftes Label für alle Amazon‑Displays fungieren soll.
Für Signage optimiert
In Barcelona wird Amazon kommende Woche nicht in gleichem Ausmaß das öffentliche Stadtbild prägen. Doch die Ambitionen fallen deshalb nicht geringer aus: In den vergangenen zwölf Monaten hat Amazon sein CMS‑Partnerökosystem massiv ausgebaut und seine HDMI‑basierte Mediaplayer‑Plattform, den Signage Stick, gezielt für professionelle DS‑Anwendungen optimiert. Der jüngste Schritt ist die Einführung einer umfassenden API für Remote Device Management – ein Reifegrad, den es in dieser Form bei einem HDMI‑Stick bislang nicht gab.
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Die neue RDM‑Funktion ermöglicht es Betreibern, Display‑Energieeinstellungen aus der Ferne zu steuern, Betriebszeiten zu planen, Mediaplayer neu zu starten oder zurückzusetzen sowie den Systemstatus zu überwachen – einschließlich CPU‑Last, Temperatur, Speicherauslastung, Speicherkapazität, Netzwerkstatus und WLAN‑Signalstärke. Amazon ergänzt zudem Proof‑of‑Play‑Funktionen: Die Erfassung und Dokumentation der tatsächlich ausgespielten Inhalte ist mittlerweile ein Muss für DooH‑Anwendungen.
Damit schließt Amazon eine Funktionslücke, die HDMI‑Stick‑Lösungen bislang von professionellen Projekten fernhielt. Das Unternehmen hat das Potenzial, genau dieses Segment – das einen enormen Umfang hat – zu dominieren. Mit 310 Millionen aktiven Kunden weltweit verfügt Amazon über eine Vertriebsreichweite, die in der Signage‑Branche unerreicht ist.
Kein eigener ISE-Stand
Trotz wachsender Ambitionen wird Amazon auf der ISE 2026 keinen eigenen Stand haben. Das Messegelände der Fira Gran Via ist an seine Kapazitätsgrenze gelangt, und neue Aussteller werden voraussichtlich bis zur geplanten Erweiterung im Jahr 2028 warten müssen. Sichtbar wird Amazon dennoch sein. Zahlreiche CMS‑Anbieter präsentieren Amazon‑basierte Setups auf ihren Ständen, wobei die RDM‑API im Mittelpunkt steht.
Derzeit steigt Amazon nicht mit einer eigenen Serie professioneller Displays in den Digital‑Signage‑Markt ein, und es gibt keine offiziellen Hinweise auf einen solchen Schritt. Doch die Einführung der Ember‑TVs und der beschleunigte Ausbau der professionellen Fire‑TV‑Funktionen machen es schwer vorstellbar, dass Amazon ein vollständig integriertes Signage‑System für die Zukunft nicht zumindest prüft.
Wer Amazons Signage‑Initiativen bislang als unverbindliches Experiment abgetan hat, sollte erneut hinschauen. Das Potenzial ist groß, die Entwicklerunterstützung stark und Amazons Einzelhandelskundenbasis riesig. Amazon testet nicht einfach den Markt – das Unternehmen positioniert sich als ernstzunehmender und möglicherweise disruptiver Akteur im Digital Signage‑Umfeld.



