Wenn der Passeig de Gràcia – Barcelonas luxuriöse Einkaufsmeile – für den Verkehr gesperrt wird, ist eines sicher: Es ist wieder ISE-Zeit. Seitdem die weltweit größte ProAV-Messe von Amsterdam nach Barcelona umgezogen ist, veranstaltet die ISE in Zusammenarbeit mit der Casa Batlló jedes Jahr ein Projektionsmapping-Event an der Fassade von Gaudís Meisterwerk und bringt so ProAV-Innovationen ins Herz der Stadt.
Für die Einheimischen bringen große Messen wie die ISE zwar Verkehrsprobleme mit sich, aber sie bringen auch fast eine halbe Milliarde Euro in die regionale Wirtschaft. Dennoch betreten die meisten Einwohner niemals die Hallen der Fira Gran Via. Die kostenlose Projektionsveranstaltung am Wochenende vor der ISE schließt diese Lücke und zieht Zehntausende von Barcelonern an, die digitale Kunst im architektonischen Maßstab erleben möchten.
- Projection Mapping auf dem Casa Batlló 2026 (Foto: invidis)
- Projection Mapping auf dem Casa Batlló 2026 (Foto: invidis)
Am Samstag- und Sonntagabend füllten sich die Menschenmassen den Passeig de Gràcia, als die diesjährigen Gastkünstler – United Visual Artists (UVA) – Hidden Order vorstellten, ein neues Fassaden-Mapping-Kunstwerk, das speziell für die Casa Batlló geschaffen wurde. Das zeitbasierte audiovisuelle Werk betrachtet Gaudís Gebäude sowohl als Subjekt als auch als Instrument, dekonstruiert die ikonische Fassade in geometrische Bausteine, die von der Beziehung des Architekten zur Natur inspiriert sind, und setzt sie durch Licht, Bewegung und Klang neu zusammen.
Das Gaudí-Jahr 2026
Im Jahr 2026 wird Barcelona die Rolle der Weltarchitekturhauptstadt übernehmen und eine Vielzahl von Ausstellungen, Konferenzen und Veranstaltungen ausrichten – darunter auch solche, die dem Gaudí-Jahr gewidmet sind, das den 100. Todestag des Architekten markiert. Die Architektur von Antoni Gaudí fasziniert nach wie vor Generationen von Architekten und Liebhabern gleichermaßen und wird für ihren formalen Reichtum, ihre symbolische Tiefe und ihre bahnbrechenden technischen Innovationen gefeiert.
Die Choreografie spielt dabei eine zentrale Rolle: Die Bewegung des Menschen wird zu einer kompositorischen Kraft, während das Stück zwischen Figuration und Abstraktion wechselt und das Organische mit dem Architektonischen verbindet. Die realen Gegebenheiten – die Krümmung, Tiefe und Textur der Fassade – prägen nicht nur die Bildsprache, sondern auch das technische Design und führen zu einem beeindruckenden Dialog zwischen Technologie, Kunst und einem der berühmtesten kulturellen Wahrzeichen Barcelonas.




