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Digital Signage-Markt

Neues Kapital im Norden

Trotz eines stark konsolidierten Marktes - dominiert von Zetadisplay von Vertiseit - entstehen in Skandinavien weiterhin neue Wachstumsgeschichten. Das jüngste Beispiel ist die neue Finanzierungsrunde von Desquare, angeführt von Martin Norström und Duolingo-Gründer Luis von Ahn. Unabhängige CMS-Plattformen gewinnen zwischen den beiden Giganten neue Dynamik und zeigen, dass der nordische Digital-Signage Markt weiterhin weit von Sättigung entfernt ist.
Sonnenaufgang in Stockholm (Foto: invidis)
Sonnenaufgang in Stockholm (Foto: invidis)

Der skandinavische Digital Signage-Markt ist bekannt für seinen hohen Konsolidierungsgrad, geprägt insbesondere von den beiden dominierenden Gruppen Vertiseit und Zetadisplay – welches gerade einen Umsatzwachstum von 8,5 Prozent verkündete. Doch trotz dieser Konzentration entstehen in der Region weiterhin überzeugende unabhängige Wachstumsgeschichten. Das jüngste Beispiel ist Desquare, der schwedische Entwickler der CMS- und RDM‑Plattform Designage, der eine bedeutende Investition von einem Konsortium erhalten hat – angeführt vom schwedischen IT‑Unternehmer Martin Norström gemeinsam mit Duolingo‑Gründer Luis von Ahn.

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Auf den ersten Blick wirkt Skandinavien nicht unbedingt wie das naheliegendste Ziel für neue Digital Signage‑Vorhaben. Vertiseit – mit Visual Art, Grassfish und Dise unter einem Dach – und Zetadisplay haben bereits starke Marktpositionen in der Region aufgebaut. Doch gerade weil diese beiden Player das Umfeld prägen, entstehen neue Chancen in den Räumen dazwischen. Kunden suchen zunehmend unabhängige Anbieter mit alternativen Plattformen, anderen Betriebsphilosophien oder einem agileren Delivery‑Modell. Diese Dynamik hält den Markt beweglich – und attraktiv für kleinere CMS‑Anbieter.

Vertrauen als Marktsignal

Das Vertrauen der Investoren in den Sektor wird zudem durch Vertiseits Erfolgsgeschichte als börsennotiertes Unternehmen befeuert. Und falls es jemals eines Beweises bedurft hätte, dass Digital Signage‑Softwareunternehmen skalieren und externes Kapital anziehen können, liefert die neue Finanzierung von Desquare diesen Beweis.

Desquare war bislang außerhalb Skandinaviens weitgehend unter dem Radar, obwohl das Unternehmen auf mehreren Messen aufgetreten ist. Die cloudbasierte CMS‑ und Remote‑Device‑Management‑Plattform wird bereits von bekannten nordischen Kunden aus den Branchen Handel, Immobilien und Hospitality genutzt. Starbucks, das Schwedische Nationalmuseum und der Immobilienkonzern Fabege gehören zu den Unternehmen, die mit Designage ihre Digital‑Signage‑Netzwerke betreiben und skalieren. Mit dem neuen Kapital plant Desquare, seine Präsenz in Schweden auszubauen und gleichzeitig in neue Märkte außerhalb des Heimatmarktes vorzudringen.

Ein reifer Markt, der Innovation dennoch belohnt

Die skandinavische CMS-Landschaft ist insgesamt in Bewegung. Die schwedische Plattform Playipp hat nach einer eigenen Investition den norwegischen Wettbewerber Databeat übernommen und verfolgt eine weitere Expansion – sowohl organisch als auch über Akquisitionen. In Dänemark wiederum hat die Markt­konsolidierung Raum für neue Anbieter geschaffen. Nach der Übernahme von MultiQ (Mermaid) durch Vertiseit und der zeitweiligen Dominanz von LCD Media – das nun auch in Deutschland seine Fühler ausstreckt – entstanden Lücken für unabhängige Player wie Nordic Screen. Das dänische Unternehmen hat sich erfolgreich als Alternative zu den beiden großen skandinavischen Gruppen positioniert. Eine Strategie, die offenbar gut funktioniert.

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Trotz Reife und Konsolidierung bleibt der nordische Markt innovationsstark. Unabhängige CMS‑Plattformen finden weiterhin Chancen, Investoren schauen zunehmend genauer hin, und sowohl Partner als auch Kunden wünschen sich mehr Vielfalt bei Lösungen und Service‑Modellen. Mit Desquare, das nun von hochkarätigen Tech‑Investoren unterstützt wird, beweist der skandinavische Digital Signage‑Markt erneut, dass er Unternehmen hervorbringen kann, die bereit sind zu skalieren – selbst im Schatten der beiden großen Branchenriesen.

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