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DSS ISE 2026

In die Signage-Zukunft mit invidis

Barcelona | Von AI über Managed Signage bis zur Konsolidierung des Marktes: Der DSS ISE bot auch dieses Jahr wieder alle wichtigen Zukunftsthemen.
Volles Haus beim DSS ISE (Foto: ISE)
Volles Haus beim DSS ISE (Foto: ISE)

Grundsätzlich dient die ISE vielen Unternehmen als Kickstarter für das Jahr: Neue Perspektiven werden aufgenommen, mögliche Partnerschaften ausgekundschaftet, Strategien angepasst. Für den DSS ISE, mitveranstaltet von invidis, gilt das genauso; denn hier holt sich die Digital Signage-Industrie Inspiration und die Roadmap für das kommende Jahr.

Das galt natürlich auch für 2026. Die Panels spiegelten dabei größtenteils die Themen wieder, die der Industrie besonders auf den Nägeln brennen – denn Herausforderungen und Geschäftschancen liegen in einer komplexen Branche wie der Digital Signage-Industrie oft nah beieinander.

AI in Digital Signage

„AI sollte man nicht um der AI willen einsetzen. Sie sollte Wert für das Unternehmen und für den Kunden bringen.“ – Dan Brookes, WW Digital Signage Manager bei Intel

Wie so oft in den vergangenen Jahren war AI eines dieser Themen. Im Panel war man sich schnell über die transformative Kraft von AI einig. Doch wie setzt man Künstliche Intelligenz sinnvoll ein?

„Für sinnvolle AI-Anwendungen ist eine Menge Kontextualisierung nötig.“ – John Schweikert, General Manager Digital Signage bei Poppulo

Zuerst einmal benötigt man viele Daten – aber die richtigen. Auch hier gilt: Daten sammeln um der Daten willen führt nicht zum Ziel.

„Daten und Standards sind der Schlüssel für den erfolgreichen AI-Einsatz.“ – Jason Cremins, Chief Product Officer bei Navori Labs

Somit liegt es an den Unternehmen, Richtlinien und Standards festzusetzen – sowohl im internen Gebrauch als auch im Einsatz für den Kunden. Dann finden sich auch die richtigen Use Cases – wie die interne Software-Entwicklung oder die Erstellung von Inhalten.

„Wir sehen AI als Beschleuniger bei der  Erstellung von hochwertigen Inhalten.“ – Tamara Bepp, CEO von Spectrio

DSS ISE 2026: AI Panel (Foto: invidis)
DSS ISE 2026: AI Panel (Foto: invidis)

Managed Signage

„Was vor zwei Jahren noch akzeptiert wurde, ist heute inakzeptabel.“ – Stan Richter, CEO von SignageOS

Es war bereits Thema des invidis Jahrbuchs 2025, und 2026 hat die Aktualität des Full-Service-Ansatzes nict abgenommen. Signage wird Business-Critical, und daher muss alles sitzen; jede Downtime kostet Zeit und Reputation.

„Wir müssen in die Gewinnzone kommen, wo AV und Signage aktiv die Wertschöpfung heben.“ – Borja Janariz von Econocom

Alle Diskussionsteilnehmer stimmten überein, dass Managed Services In Zukunft überlebenswichtig für Integratoren werden – vor allem bei großen Projekten, aber auch im Sinne eines qualitativ hochwertigen Angebots.

„Größe ist entscheidend, aber Wissen ist noch entscheidender.“ – Gianluca Pasquali, CEO von M-Cube

Dabei kommt Managed Signage nicht von selbst. Unternehmen müssen Spezialisten in ihren Reihen haben und auch die Ressourcen für diesen Ansatz bereitstellen. Nur ein bisschen Managed Signage wird nicht mehr funktionieren.

„Der Kader für Managed Signage muss tief sein. Es darf nicht alles an einer Person hängenbleiben.“ – Joe Whitesides, Director of Experience Technology bei AVI-SPL

DSS ISE 2026: Managed Signage Panel (Foto: invidis)
DSS ISE 2026: Managed Signage Panel (Foto: invidis)

Next-Gen Tech

Das Technologiepanel war geprägt von drei Themen: E-Paper, LED und 3D. Letzteres wurde durch Ameria präsentiert, die mit Sony zusammen eine neue Interaktion zwischen Screen und User entwickelt haben.

„Auf der ISE zeigen wir unsere Lösung für Retail und Museen; spannend wird es aber, wenn unser Konzept in einen Prozess, zum Beispiel Manufacturing, eingebunden wird.“ – Johannes Tröger, Deputy CEO von Ameria

Weiter viel Expertenaufsehen erregt die E-Paper-Technologie. Mit Marquee wurde dieses Jahr in diversen Ständen eine neue Outdoor-Lösung von E Ink vorgestellt.

„Wir sind ungefähr bei 70 Prozent, was die Farbmöglichkeiten von E-Paper-Displays angeht.“ – Ian French, CEO von E Ink

Die Frage ist, wann E-Paper-Displays den Durchbruch schaffen. Es gibt eine Menge Interessenten, doch noch lassen die großen Projekte auf sich warten.

„Wir sind immer noch auf der Suche nach der optimalen Nische für das E-Paper-Display.“ – Jamie Bugler, Director of Business Development, Samsung Electronics

LED dagegen wächst weiter, doch auch hier wird es in den nächsten Jahren technologische Veränderungen geben.

„Es wird eine Verschiebung geben, weg von Packaged LED, IMD und NIB hin zu Unpackaged COB and COG. Wir stehen vor einer massiven Transformation.“ – Ted Romanowitz, Head of Professional Displays bei Futuresource

DSS ISE 2026: Tech Panel (Foto: invidis)
DSS ISE 2026: Tech Panel (Foto: invidis)

Konsolidierung

„Wir erwarten ein sehr aktives M&A-Jahr.“ – Chris Ryan, Managing Partner bei Clearhaven Partners

Interessante Einblick gab es beim Panel, das sich mit deR Konsolidierung des Marktes beschäftigte. Drei Player gaben Einblicke in ihre Akquisitionsstrategie und auf was sie bei geeigneten Übernahmekandidaten achten.

„Ein State-of-the-Art-Techstack wird immer wichtiger.“ – Johan Lind, CEO von Vertiseit

Doch neben Technik und den Zahlen spielen im M&A-Bereich durchaus auch unternehmenskulturelle Aspekte eine Rolle.

„Ein für eine Übernahme geeignetes Unternehmen muss auch ohne die Leute an der Spitze funktionieren.“ – Matt Goche, CEO von Uniguest

DSS ISE 2026: Consolidation Panel (Foto: invidis)
DSS ISE 2026: Consolidation Panel (Foto: invidis)

Retail Media

Sowohl für die DooH- als auch für die Digital Signage-Welt ist das Thema Retail Media extrem wichtig. Broadsign ist in beiden Segmenten erfolgreich tätig. Warum diese Verbindung natürlich gewachsen ist und welche Herausforderungen die Branche noch vor sich hat, klärte Florian Rotberg im Gespräch mit Mats Klevjer.

„Wenn man sich nicht in die Shopper Experience und die Erwartungen des Retailers einfügt, hat man in Retail Media nichts verloren.“ – Mats Klevjer, Director of Partnerships for Retail Media

DSS ISE 2026: Gespräch mit Broadsign (Foto: invidis)
DSS ISE 2026: Gespräch mit Broadsign (Foto: invidis)

Corporate Signage and more

„Es gibt einen Punkt, wo Digital Signage zu einer Business-Applikation wird.“ – Christophe Billaud, Managing Director von Telelogos

„Jenseits von Retail“ war das Panel überschrieben. Das sollte aufzeigen, dass auch in anderen, nicht so sichtbaren Geschäftsfeldern Transformationen stattfinden.

„Signage ist in manchen Bereichen nur eine Erweiterung von Collaboration. Und beide sind nun Teil derselben Konversation.“ – John Sidwick, Co-Owner von Blue Touch Paper

Zentrales Thema war hier die Einführung von MDEP von Microsoft, das einen großen Einfluss auf die gesamte Corporate-Signage-Welt haben könnte. Einheitliche Standards könnten zu mehr Effizienz und Sicherheit führen.

„Alle wollen die maximal mögliche Sicherheit mit der minimalsten Pain-Dosis.“ – Juha Kuosmanen, Microsoft

DSS ISE 2026: Signage beyond Retail (Foto: invidis)
DSS ISE 2026: Signage beyond Retail (Foto: invidis)

Experiences

Eine schöne Abwechslung brachte der Vortrag von Marcos Terenzio, der mit seinem Digital-Architektur-Büro Experiences der Extraklasse realisiert – mit Methoden, die weg vom userzentrierten Denken gehen, um Erlebnisse außerhalb der Norm zu gestalten.

„Neben den Neurowissenschaften kann die Natur eine großartige Quelle für Inspiration sein.“ – Marcos Terenzio, Managing Director & Principal, Digital Experience, IA Canada

DSS ISE 2026: Presentation from IA Canada (Foto: invidis)
DSS ISE 2026: Presentation from IA Canada (Foto: invidis)

Best Practices

„Welche Best Practices auch immer funktioniert haben – nächstes Mal könnten sie nicht mehr funktionieren.“ – Julian Phillips, SVP and Marketing Director, XTG bei AVI-SPL

Das Best-Practices-Panel zeigte die ganze Bandbreite an Möglichkeiten der Industrie.

„AI und Innovation haben enormes Potenzial, wenn die Fähigkeit da ist, sinnvoll zu skalieren.“ – Guillermo Grau, Head of Partnerships bei Admira

Dabei ging es von sorgfältig geplanten Experiences wie dem Changi Airport über AI-Personalisierungen bis zum perfekt geplanten Playout, der die gewisse Magie von Digital Signage sicherstellt.

„Die Magie kommt nicht von der AI, sondern vom dargestellten Content.“ – Andy W. Bohli, Cingerine

DSS ISE 2026: Best Practices Panel (Foto: invidis)
DSS ISE 2026: Best Practices Panel (Foto: invidis)

Global Panel

„International findet gerade eine sehr starke Konsolidierung statt. Unternehmen müssen jetzt Geld verdienen.“ – Bradley Hanrahan, Head of Global Alliances bei Sony

Zum Abschluss gab das Panel mit Digital Signage-Vertretern aus aller Welt einen guten Überblick zur globalen Situation der Branche. Denn jede Region muss mit ganz eigenen Herausforderungen umgehen – oder birgt Chancen, die sich anderswo eher selten bieten.

„Der Markt in Indien fängt jetzt erst richtig an.“ – Sanket Rambhia, MD von LEDC Technology

„Es gibt eine große Nachfrage für hyperpersonaliserte Experiences im Mittleren Osten.“ – Nita Odera, Director Strategy bei Blue Rhine Industries

„In Mexiko versuchen gerade viele europäische und US-amerikanische Digital Signage-Unternehmen Fuß zu fassen.“ – Sebastian Obregon, Co-Founder and CEO von Enmedio

„Statt neuer Konkurrenz bekommen wir viele internationale Anfragen für Partnerschaften – was sehr gut für uns ist.“ – Matt Steedman, Managing Director bei Amped Digital

DSS ISE 2026 Global Panel (Foto: invidis)
DSS ISE 2026 Global Panel (Foto: invidis)

Bereit für den Mai

Somit war einiges geboten an diesem DSS ISE. Die Zuhörer tauchten mit viel Inspiration im Kopf wieder in den Messetrubel der ISE ab – und sie konnten bereits einen Vorgeschmack für den DSS-Hauptevent in München im Mai dieses Jahres bekommen.

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