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Canva und Adobe

Warum Kreativgiganten mit Digital Signage kämpfen

Die großen Kreativplattformen drängen darauf, ihre Reichweite auf den Bereich Digital Signage auszuweiten. Der Schritt von der Erstellung von Inhalten hin zur Ausstrahlung mag einfach erscheinen – doch die Realität ist eine andere. Ein Kommentar von Florian Rotberg.
Design in der DNA - aber was ist mit dem Playout? (Bild: Canva)
Design in der DNA – aber was ist mit dem Playout? (Bild: Canva)

Mit der Übernahme des DooH-CMS Doohly hat Canva seinen ersten Vorstoß in den Bereich Digital Signage unternommen. Die Logik liegt auf der Hand – wenn man bereits den kreativen Workflow für Millionen von Nutzern kontrolliert, warum sollte man dann nicht auch die Last Mile der Verbreitung in die Hand nehmen?

Auf dem Papier ist es ein überzeugendes Plattformkonzept. Doch Digital Signage ist weitaus chaotischer als die Web- oder Mobilwelt, die Unternehmen wie Canva beherrschen. Die Hardware-Landschaft ist fragmentiert, die Implementierungen sind komplex, und professionelle Betreiber erwarten weit mehr als einen Workflow, der dem Motto folgt: „Veröffentlichen und auf das Beste hoffen“.

Wiederholt sich die Adobe-Story?

Eine ähnliche Geschichte hat die Branche bereits erlebt: Adobes Versuch, mit Adobe Screens eine eigene Digital-Signage-Engine aufzubauen, hat gezeigt, dass selbst die weltweit führende Plattform für Kreativ- und Erlebnismanagement diesen Markt unterschätzen kann. Die Begeisterung schwand schnell, und Adobe stellte das Produkt schließlich ein und migrierte die Kunden zu einem etablierten, spezialisierten CMS.

Die Lehre daraus: End-to-End mag zwar der Traum jeder Plattform sein, doch die Umsetzung im Bereich Digital Signage erfordert fundiertes vertikales Fachwissen. Großartige Publisher-Plattformen werden nicht automatisch zu großartigen Digital-Signage-Systemen.

Kreative Plattformen, die in diesen Bereich vordringen, könnten Teile des Markts neu gestalten. Canvas Schritt ist strategisch sinnvoll; doch der Erfolg wird davon abhängen, ob das Unternehmen bereit – und in der Lage – ist, sich mit den harten Realitäten des Signage-Ökosystems auseinanderzusetzen: Device Management, Zuverlässigkeit, Netzwerkbetrieb, Content-Governance, datengesteuerte Kampagnen und die betrieblichen Komplexitäten, die sowohl Digital Signage als auch DooH auszeichnen.

M&A: Canva übernimmt DooH-Startup Doohly