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Distribution

Exertis AV UK stellt Betrieb ein

Der AV-Zweig von Distributor Exertis UK hat zum ersten März seine Türen geschlossen. Unabhängig davon ist das Rebranding der Nexora-Gesellschaften: In Deutschland ist das bisherige Exertis seit diesem Jahr als Comm-Tec am Start.
Distribution Center (Symbolbild; Foto: Marcin Jozwiak/Unsplash)
Distribution Center (Symbolbild; Foto: Marcin Jozwiak/Unsplash)

Nach einer angekündigten Entlassungswelle – britische Fachmedien sprechen von rund 40 Prozent der Belegschaft – hat nun der UK-Distributor Exertis das AV-Business zum 1. März geschlossen. Das berichtet unter anderem das Portal des AV Magazine.

Exertis UK war im Vorjahr zusammen mit dem irischen Distributionsgeschäft von dem Finanzinvestor Aurelius übernommen worden.

Auch in anderen Ländern war die Exertis-AV-Marke verschwunden, aber nur aufgrund von Namensänderungen unter der Muttergesellschaft. Diese nannte sich von DCC Technology zu Nexora um, in einigen Ländern wie beispielsweise Deutschland tritt der Distributor nun unter der früheren Marke Comm-Tec auf. Unter diesem Namen präsentierte sich das Unternehmen aus Uhingen bereits auf der ISE 2026. Damit soll unter anderem die lokale Kompetenz wieder in den Mittelpunkt gerückt werden.

invidis Kommentar von Florian Rotberg

Die Distributionsbranche im Bereich ProAV befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, wie die Vorgänge um Exertis und Nexora zeigen.

Die Distribution strebte schon immer danach, mehr als nur ein Premium-Logistikdienstleister zu sein. Seit Jahren lautet das Mantra „Value-Add-Distribution“ – also Dienstleistungen anzubieten, die über die reine Produktlieferung hinausgehen. Aber traditionelle Mehrwertdienste wie Geräte-Imaging, Hardware-Vorkonfiguration und Finanzierungslösungen führen selten zu ausreichenden Skaleneffekten, insbesondere für große internationale Distributoren, die börsennotiert sind oder sich im Besitz von Finanzinvestoren befinden.

Spezialisierte Händler hingegen sind oft näher am Markt und können maßgeschneiderte, kundenspezifische Dienstleistungen anbieten. Viele kleinere Anbieter sind auf spezialisierte Distributoren angewiesen, um ihre Märkte zu erreichen. Selbst Softwareanbieter nutzen häufig Distributionsnetze. Und die größten Hersteller können die Infrastruktur im Partnervertrieb einfach nicht nachbilden.

Aber die Erwartungen ändern sich schnell. Um relevant zu bleiben, müssen sich Distributoren neu erfinden. Das bedeutet, über zusätzliche Nutzen hinauszugehen und neue Rollen in der Service-Orchestrierung, Integrationsunterstützung und vielleicht sogar bei Managed Services zu übernehmen. Die Zukunft gehört denen, die sich von einem logistischen Rückgrat zu einem strategischen Wegbereiter in einer zunehmend softwaregesteuerten, serviceorientierten Digital Signage-Welt entwickeln können.

Rebranding: Exertis tritt wieder als Comm-Tec auf