Die Nachfrage in Indien nach LED steigt so stark, dass sie viele westliche Märkte erreicht oder übertrifft. Das sorgt für neue Fabriken und Start-ups – darunter LEDX Technology von Xtreme Media, dessen Geschäftsführer Sanket Rambhia bereits auf dem DSS ISE 2026 zu Gast war.
Trotz dieser Dynamik fehlt Indien weiterhin ein ausgereiftes Zuliefernetzwerk. China dominiert den Markt dank großer Produktionsstrukturen und eingespielter Lieferketten. Indien baut zwar Kapazitäten in Bereichen wie Cabinets, Netzteilen und PCBs auf; bei zentralen Komponenten wie LED‑Lampen, ICs, Chips, Receiver Cards und Videoverarbeitungssystemen bleibt das Land jedoch abhängig von China. Eine komplette lokale Wertschöpfung dürfte noch zwei bis fünf Jahre dauern.
Nun forderte Sanket Rambhia einem Kommentar für ET Edge politische Anpassungen. Die aktuellen Zollsätze und Lücken in der Importklassifizierung würden den Import fertiger Produkte erleichtern und Investitionen in lokale Produktion bremsen. Höhere Zölle auf Fertigware, Maßnahmen gegen Unterfakturierung und günstigere Rohstoffe sollen den Ausbau beschleunigen.
Potenzial könnte in einer nachhaltigen Produktion liegen. Indien könnte sich als Standort für „grüne“ LED‑Herstellung mit erneuerbaren Energien positionieren und Kunden mit ESG‑Schwerpunkt ansprechen. Exportpotenzial besteht vor allem in Südamerika, Afrika, dem Nahen Osten und Südasien – unterstützt durch verbesserte Handelsbeziehungen.
Insgesamt steht Indien an einem Wendepunkt. Mit passenden politischen Rahmenbedingungen, dem Aufbau von Lieferketten und einer klaren Strategie kann das Land zu einer verlässlichen und innovativen Alternative zu China in der globalen LED‑Produktion werden.
invidis-Kommentar
Indiens protektionistische Ambitionen im LED‑Sektor treffen auf den Trend zu mehr Freihandelsabkommen wie dem geplanten Indien‑EU‑Abkommen. Die Realität zeigt jedoch: In einer Welt, in der die USA und China offen industriepolitische Instrumente nutzen, könnten offene Märkte für LED‑Hersteller zunehmend an Grenzen stoßen. Um gegenüber stark geförderten chinesischen Anbietern bestehen zu können, könnte Indien eigene gezielte Handelsmaßnahmen benötigen.
Mit einem der am schnellsten wachsenden Märkte für Digital Signage und LED ist Indien für internationale Anbieter zu relevant – und für lokale Hersteller zu strategisch, um sie ohne Schutz zu lassen.
Für ausländische Hardwareanbieter üben die „Make in India“-Programme mit ihren finanziellen Anreizen Druck aus. Große Hersteller wie Apple (Foxconn) haben deshalb bereits Produktionsstandorte im Land aufgebaut.

