Teilweise unter dem Einfluss der aktuellen US-Regierung spaltet sich das globale AI-Ökosystem zunehmend in zwei Lager: von den USA dominierte Plattformen und AI „Made in China“. Washington drängt seine Verbündeten, Partei zu ergreifen. Während US-Plattformen und -Modelle nach wie vor bekannter sind, liegen chinesische Alternativen – wie Openclaw und andere – technologisch nicht weit zurück. Dennoch ist AI „Made in China“ in Europa, Nordamerika und weiten Teilen des Nahen Ostens nach wie vor schwer zu verkaufen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass chinesische AI gänzlich ausgeschlossen ist. Mehrere Ausweichlösungen gewinnen zunehmend an Bedeutung – einige davon stehen zwar nicht ganz im Einklang mit der US-Politik, erfreuen sich jedoch in der Digital-Signage-Branche außerhalb Europas wachsender Beliebtheit. Ein Ansatz ist „AI Edge in a Box“. Im Westen noch weitgehend unbekannt, bieten chinesische Hersteller schlüsselfertige Edge-AI-Lösungen an, die vollständig vor Ort betrieben werden. Durch die lokale Datenverarbeitung sollen diese Systeme Bedenken hinsichtlich der Verbindung zu chinesischen AI-Servern ausräumen.
Positive Erfahrungen
Weniger elegant, dafür aber weitaus skalierbarer sind die Angebote der weltweit tätigen chinesischen Hyperscaler. Diese Unternehmen investieren massiv in Rechenzentren in ganz Südostasien. Theoretisch entstehen so AI-Implementierungen, die nicht mehr in China angesiedelt sind – sich aber dennoch auf leistungsstarke und deutlich kostengünstigere chinesische große Sprachmodelle stützen. Für viele Kunden reicht dieser Unterschied aus.
Letztendlich müssen Integratoren und Endnutzer entscheiden, ob solche Lösungen für ein bestimmtes Projekt geeignet sind. Auf der Infocomm China sprachen wir mit mehreren Integratoren, die von sehr positiven Erfahrungen mit chinesischen Edge-AI-Lösungen in Digital-Signage-Anwendungen berichteten. Für sie sind Leistung, Kosteneffizienz und die lokale Implementierung wichtiger als die geopolitische Einordnung der Technologie.

