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Telekom-DooH

Aus E-Paper wurde LED

München | Die Telekom wagt einen neuen Anlauf im DooH-Markt: In München testet man gerade LED-Displays an Kabelverzweigern – ein Strategiewechsel nach dem gescheiterten E-Paper-Projekt.
Display an einem Kabelverzweiger auf dem Münchner Orleansplatz (Foto: invidis)
Display an einem Kabelverzweiger auf dem Münchner Orleansplatz (Foto: invidis)

Vor zwei Jahren hätte Deutschland hunderte neue DooH-Screens bekommen sollen. Denn die Telekom kündigte an, ihre Kabelverzweiger am Straßenrand mit Werbedisplays auszustatten. Ein großer Moment für die Außenwerbung in Deutschland – schließlich sollte es sich um ein völlig neues und nachhaltiges Werbeformat handeln: E-Paper-Displays, die zwar statische Werbung anzeigen, sich aber automatisch aktualisieren.

Doch das Projekt platzte noch vor dem großen Rollout. Eine offizielle Mitteilung gab es nicht, in Branchenkreisen ist man sich jedoch über zumindest einen Grund einig: Es war das Magenta der Telekom, das den E-Paper-Displays Probleme bereitete. Für diese Farbdarstellung war die E-Ink-Technologie offenbar noch nicht ausgereift genug.

Aufgegeben hat die Telekom ihr DooH-Netz allerdings nicht – erste Hinweise darauf findet man derzeit in München. Auf einigen Verteilerkästen sind neuerdings High-Brightness-Displays zu sehen. In einer 360-Grad-Wende entschied man sich offenbar für eine völlig andere Technologie: LED.

Laut invidis-Informationen handelt es sich dabei um maßgefertigte Direct-View-LED-Displays in einem outdoorfähigen Gehäuse. Dadurch sind sie deutlich schlanker als herkömmliche High-Brightness-Screens und bündiger in die Türen der Kabelverzweiger integriert.

Display am Orleansplatz in München (Foto: invidis-Leser)
Display am Orleansplatz in München (Foto: invidis-Leser)

Erste Testläufe wurden bereits gestartet: In der vergangenen Woche waren sowohl Werbeanzeigen als auch Wettermeldungen und amtliche (Test-)Warnungen zu sehen. Ähnlich wie die großen DooH-Netzwerke von Ströer und Wall scheint auch die Telekom ihre Screens Behörden als Warnmultiplikatoren zur Verfügung stellen zu wollen.

Helligkeit noch unreguliert - DooH-Test der Telekom in München (Foto: invidis-Leser)
Helligkeit noch unreguliert – DooH-Test der Telekom in München (Foto: invidis-Leser)

Bei der Helligkeit wird offenbar noch experimentiert. Sehr helle Einstellungen in den Nachtstunden deuten darauf hin, dass eine automatische Regulierung bislang fehlt. Ob zudem eine Nachtabschaltung vorgesehen ist, bleibt unklar. Fest steht jedoch: Bei den gesichteten Displays handelt es sich noch um Tests. Wann und ob ein größerer Rollout folgt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.

Update 20.4.26: Nun gibt es mehr Details: In einem ersten Rollout sind 250 LED-Screens geplant, AWK Aussenwerbung tritt als Vermarktungspartner auf.

Neues DooH-Netz der Telekom: AWK ist Vermarktungspartner