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DSS 2026 Tech Dialogue

Stirbt das CMS? 

AI Agents statt CMS-User, Streaming statt lokaler Player: Auf dem DSS Tech Dialogue diskutierte die Branche, wie AI sich auf Digital Signage-Infrastrukturen, Geschäftsmodelle und Software auswirkt.
Hießen die Besucher des Tech Dialogue willkommen (von links): Stefan Schieker und Antonia Hamberger von invidis und Roland Grassberger von Vertiseit. (Foto: invidis/Tomas Cesalek)
Hießen die Besucher des Tech Dialogue willkommen (von links): Stefan Schieker und Antonia Hamberger von invidis und Roland Grassberger von Vertiseit. (Foto: invidis/Tomas Cesalek)

Die Frage „Wie kommt Content auf den Digital Signage-Screen?“ kannte jahrelang nur eine Antwort: über lokale Player gerendert. Ebenso galt als gesetzt, dass ein Mensch das Digital Signage-CMS bedient. Diskutiert wurde höchstens darüber, ob Marketing- oder IT-Abteilungen die besseren User seien. Nun betreten wir eine Welt, in der Streaming plötzlich wieder eine Rolle spielt und AI Agents als zukünftige CMS-User gehandelt werden.

Der DSS 2026 Tech Dialogue (Foto: invidis/Tomas Cesalek
Der DSS 2026 Tech Dialogue (Foto: invidis/Tomas Cesalek

Diese Szenarien sind Teil des Konzepts „NextGen Signage“. Auf dem Tech Dialogue des DSS 2026 diskutierten CTOs und Entwickler, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Digital Signage-Infrastruktur haben werden. Das Moderationsduo aus Roland Grassberger, Gründer von Grassfish, und Antonia Hamberger, Redakteurin bei invidis, führte durch fünf Panel-Diskussionen. Im Mittelpunkt stand das vielschichtige Einwirken von AI auf sämtliche Digital Signage-Prozesse.

Die diskutierten Szenarien reichten von veränderten User Interfaces bis hin zu einem möglichen Ende klassischer Software – mit Künstlicher Intelligenz als alleinigem Steuerungsmechanismus. In mehreren Punkten herrschte unter den Panel-Teilnehmern aber Einigkeit:

  • Das User Interface des CMS wird nicht vollständig verschwinden, aber zunehmend zur „Back-up“-Ebene werden. Das CMS selbst entwickelt sich zur unsichtbaren Schicht einer übergeordneten Enterprise-Plattform.
  • Standardisierung nimmt weiter zu. Gleichzeitig gehen große Unternehmen immer protektionistischer mit ihren Daten um und bevorzugen häufig maßgeschneiderte Lösungen.
  • Dank AI lassen sich viele Komplexitäten in Entwicklung und Rollout reduzieren. Kommen die dadurch entstehenden Kostenvorteile jedoch nicht beim Kunden an, gerät das Geschäftsmodell unter Druck.
  • Security-Zertifizierungen wie ISO 27001 oder SOC 2 reichen nicht aus, um die Sicherheit eines Digital Signage-Netzwerks zu garantieren. Software-Anbieter und Integratoren müssen proaktiver handeln. Ein erster, einfacher Schritt wäre, Kunden aktiv auf veraltete Systeme hinzuweisen.
  • AI lässt sich nicht wie eine gewöhnliche Software-Lösung im Unternehmen einführen. Sie zwingt Unternehmen dazu, Prozesse grundlegend neu zu denken.
  • Das CMS wird künftig nicht mehr ausschließlich für menschliche User entwickelt, sondern zunehmend auch für AI Agents. Entsprechend verliert die Weiterentwicklung klassischer User Interfaces an Priorität.

Weniger Konsens herrschte bei der Frage nach zukünftigen Geschäftsmodellen. Wenn Software zunehmend in den Hintergrund tritt und Daten zum eigentlichen Wertschöpfer werden, liegt es dann nicht nahe, den eigenen Datenschatz zum Geschäftsmodell zu machen? Und wenn immer mehr Software-Lösungen von AI aufgefressen werden, gehört das CMS dann zu den Gewinnern oder Verlierern?

Der offene Charakter dieser Fragen liegt in der Natur der Diskussion. Fest steht: Digital Signage-Software wird sich verändern. Die gute Nachricht dabei: Screens lassen sich nicht durch Agents ersetzen – und sie müssen weiterhin mit Content bespielt werden. Wie das künftig geschieht, liegt nun in den Händen der Branche.

DSS 2026: Der große Rückblick