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Infocomm 2026

Der invidis-Leitfaden

Die Infocomm 2026 kehrt als wichtiger Treffpunkt für die ProAV- und Digital-Signage-Branche nach Las Vegas zurück. Aber wo soll man anfangen? Was gibt es zu sehen? Hier ist ein Infocomm-Leitfaden für dieses Jahr von invidis consulting.
Panel mit Robotern auf der Infocomm 2025 (Foto: AVIXA)
Panel mit Robotern auf der Infocomm 2025 (Foto: AVIXA)

Wenn sich die ProAV-Branche in diesem Jahr wieder im Las Vegas Convention Center trifft, heißt es Showtime! Trotz geopolitischer Umbrüche und einer Vielzahl von globalen Alternativ-Veranstaltungen ist die Infocomm immer noch einer der wichtigsten Messe für die ProAV- und Digital Signage-Branche. Nicht zuletzt durch den immer noch attraktiven Wirtschaftsstandort USA, den viele europäische und globale Unternehmen als Wunschziele ihrer weiteren Expansion sehen.

Hier spielt auch eine Besonderheit der Infocomm eine Rolle, die man von anderen Messen vielleicht eher nicht kennt. Die – manchmal etwas irreführende – Zweiteilung von Konferenzen und Weiterbildungsinhalten sowie der Messe an sich. Bereits am Samstag startete das Content-Programm, das sich in den ersten Tagen vor allem auf die CTS-Weiterbildung fokussiert. Am 17. Juni startet dann die klassische Messe-Ausstellung; das Content-Programm läuft zwar weiter, aber nun im gewohnten Conference-Stil.

Digital Signage mit invidis

Das bedeutet für den Mittwoch: Viele Möglichkeiten, sich in Sachen Digital Signage zu informieren! Allem voran die Veranstaltungen von invidis auf der Center Stage, die ab Mittwoch, 13:30 Las-Vegas-Zeit stattfinden. Das Forum mit dem Titel „The Future of Digital Signage: AI, Platforms, Experience“ rückt Digital Signage in den Fokus der gesamten AV-Branche.

Florian Rotberg und Stefan Schieker eröffnen die Veranstaltung mit der invidis-Keynote und präsentieren den aktuellen Stand des globalen Digital Signage-Marktes. Im Mittelpunkt der Sitzung stehen Wachstumstreiber, strukturelle Veränderungen im Ökosystem und die zunehmende Rolle der künstlichen Intelligenz bei der Gestaltung von Inhalten, Betriebsabläufen und Plattformstrategien. Im Anschluss an die Keynote folgt eine auf Nordamerika ausgerichtete Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit mit der DSF.

Infocomm 2026: invidis zeigt Präsenz in den USA

Ganz im invidis-Stil stehen Innovation und Best Practice im Mittelpunkt des Programms. Die Session „Best of Signage“ präsentiert herausragende Projekte aus aller Welt und zeigt, wie führende Marken Digital Signage einsetzen, um Wirkung zu erzielen und messbaren Mehrwert zu schaffen. Im Anschluss folgt „First Movers of NextGen Signage“, bei dem Unternehmen Einblicke in aufkommende Technologien und neue Ansätze geben, die bereits die nächste Phase der Branche prägen.

Ein zentraler Höhepunkt des Forums ist die Vorstellung des invidis Digital Signage Yearbook Americas Edition. Zum ersten Mal veröffentlicht invidis eine eigene Amerika-Ausgabe der sogenannten „Bibel der Branche“, einschließlich detaillierter Marktrankings und Analysen für Nord- und Lateinamerika.

Daneben gibt es zahlreiche weitere Konferenz-Beiträge, die Digital Signage als Haupt- oder Nebenthema behandeln. Einen guten Überblick gibt die Website der Infocomm, auf der man sich alle Veranstaltungen mit Digital Signage-Bezug auf einmal anzeigen lassen kann (das funktioniert natürlich auch für andere Themen).

AI im Fokus

Doch was wird auf der Messe selbst zu sehen sein? Spektakuläre Produktenthüllungen dürfen Besucher nicht erwarten – einfach weil die Technologie-Entwicklung den einen großen Wurf zum Präsentieren zur Zeit nicht hergibt. Viel passiert unter der Motorhaube, und da sollte man ansetzen, wenn man die Technologietrends auf der Messe erspüren will.

Da wäre zum einen das Thema – Überraschung! –Künstliche Intelligenz. Dass in jeder Software nun irgendwie AI steckt, dürfte jedem klar sein. Nun geht es darum: Wie setze ich als Software-Anbieter Künstliche Intelligenz so ein, dass der Anwender den größtmöglichen Nutzen daraus zieht. Hierauf geben die Entwickler auf dem Showfloor die Antwort, zum Beispiel Navori mit seiner AI-verbundenen Composable-Plattform, Spectrio mit seiner Intelligent Engagement Suite oder Korbyt mit den AI Tools Screendetective und Launchpad 2.0.

Die zweite große Frage rund um Software, die auch immer wieder auf Sixteen:Nine/invidis diskutiert wird: Wie können in Zeiten von Vibecode und hohem Wettbewerb Software-Anbieter ihre USPs herausarbeiten? Eine Antwort darauf: Spezialisierung. Das demonstriert beispielsweise Uniguest mit der Hub Platform für verschiedene Verticals oder Custom Channels mit seiner „Open Retail Media Platform“.

Spezialisierte Hardware

Die Abwesenheit technologischer Durchbrüche wird auch auf der Hardware-Seite sichtbar sein. Evolution statt Revolution wird das Thema auf den meisten Ständen sein. Hersteller wie Nanolumens, Daktronics, LG, Planar, PPDS, ROE Visual und Bluefin International werden das Neueste aus ihrem Portfolio zeigen, teilweise mit einem spezialisierten Twist wie neue Outdoorfähigkeiten, einen Fokus auf Energieeffizienz, oder ungewohnten Formaten wie 21:9.

Nicht aus Produkt-, sondern aus Portfolio-Sicht, ist Epson zu nennen, der in den USA zum ersten Mal eine All-in-One-LED anbietet. Damit folgt der japanische Hersteller anderen Projektoren-Playern wie Panasonic oder BenQ, die ihr Angebot schon länger mit Digital Signage-Displays und LEDs diversifiziert haben. Auf invidis-Anfrage teilte Epson mit, dass sich dieses Angebot auf die USA und Lateinamerika beschränke. Die Einführung in anderen Regionen sei nicht geplant.

Da sie buchstäblich hinter den Kulissen tätig sind, finden Anbieter von Befestigungslösungen in der Fachpresse oder in Imagefilmen oft weniger Beachtung. Deshalb hier ein Shoutout an Infocomm-Aussteller wie Peerless-AV, Ashton Bentley, das in Las Vegas eine Partnerschaft mit Forté vorstellt, oder Draper.

Die Orchestrierung des Ganzen

Natürlich wird eine strenge Unterteilung in Hard- und Software immer schwieriger. Gerade die Orchestrierung zwischen den einzelnen Komponenten spielt eine immer wichtigere Rolle. Hier lösen sich auch die traditionellen Rollen auf: Mediaplayer-Hersteller Brightsign baut sein Remote-Device-Management-Portfolio stark aus, während SignageOS mit Supra die Content-Distribuierung an die einzelnen Screens revolutionieren will. Einen weiteren interessanten Ansatz liefern Avocor und Idea, die mit MDEP-basierten Systemen Digital Signage im Microsoft-Ökosystem verankern wollen.

Doch neben dem allen ist die Infocomm eine ProAV- und Digital Signage-Messe. Will bedeuten: Sie ist dafür gemacht, wirklich da zu sein. An dem ein oder anderen Stand etwas zu sehen, was man nicht erwartet hat (zum Beispiel bei Pufferfish oder Magnetic 3D) und vor allem: Eindrücke aufnehmen, ins Gespräch kommen, Real-Life-Netzwerke aufbauen und pflegen.

In diesem Sinne werden auch die zwei invidis-Experten Florian Rotberg und Stefan Schieker auf der Messe sein und auf Sixteen:Nine/invidis über ihre Eindrücke berichten.