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Digital Signage 2026

Wie läuft das Business wirklich?

Die Digital Signage-Branche blickt auf ein turbulentes erstes Halbjahr 2026 zurück. invidis startet dazu die aktuelle Branchenumfrage und fragt nach der Stimmung im Markt.
Suntec City in Singapur (Foto: invidis)
Suntec City in Singapur (Foto: invidis)

Im ersten Halbjahr 2026 ging es in der Digital Signage-Branche turbulent zu: Marktkonsolidierung, geopolitische Unsicherheit, AI-getriebener Wandel und die Folgen des Stratacache-Kollaps. Weiterhin entwickeln sich das Business in bemerkenswertem Tempo – begleitet von zunehmenden Bedenken in Cybersecurity.

Das Jahr begann unmittelbar nach der ISE mit einem Beben. Stratacache – einschließlich der Software-Marke Scala – geriet in finanzielle Schieflage. Es folgte eine der größten Neuordnungen, die der Digital Signage-Markt seit Jahren erlebt hat.

Wettlauf nach Stratacache-Kollaps

Nach der ersten Überraschung setzte schnell eine Phase von Übernahmen ein. Vertiseit sicherte sich in einem Asset-Deal die Marke Scala, den Quellcode und das Europageschäft. Andere Anbieter prüften Optionen rund um PRN und weitere Stratacache-Tochtergesellschaften. Nach der ersten Konsolidierung rückten zunehmend die Kunden in den Fokus.

Viele bisherige Stratacache-Kunden überprüfen aktuell ihre Technologiestrategie und evaluieren alternative Anbieter. Ob gerechtfertigt oder nicht: In der Branche entstand eine Art moderner Goldrausch. Hersteller, Softwareanbieter und Systemintegratoren hoffen gleichermaßen, frühere Stratacache-Kunden zu gewinnen und ihre Marktposition zu stärken. Laut den jüngsten invidis-DBCI-Ergebnissen bleibt die Stimmung in der Branche insgesamt bemerkenswert stabil.

Geopolitik beeinflusst Cybersecurity

Gleichzeitig wirken sich die geopolitischen Entwicklungen auf die Geschäftsplanung aus. Der Konflikt im Nahen Osten beeinflusst bislang nur begrenzt die meisten europäischen und nordamerikanischen Digital Signage-Aktivitäten. In Märkten wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten hingegen verzögern sich Projekte und Umsätze geraten unter Druck – andernorts sind die Folgen eher indirekt spürbar.

Deutlich sichtbar wird der Einfluss beim Thema Cybersicherheit. Da Digital Signage-Plattformen zunehmend Cloud-nativ und mit der Enterprise-IT vernetzt sind, kann die Branche Sicherheit nicht länger als Nebensache behandeln. Das wachsende Bewusstsein für Cyberrisiken sowie Angriffe auf kritische Cloud-Infrastruktur und vernetzte Netzwerke zwingen Betreiber und Anbieter, ihre Sicherheitsstrategien zu überdenken. Digital Signage ist dabei keine isolierte Anwendung mehr, sondern längst Teil des IT-Stacks.

Konsolidierung trennt Gewinner und Verlierer

Die Marktkonsolidierung schreitet unterdessen in bislang ungekanntem Tempo voran. Große internationale Anbieter wachsen weiter, während viele kleinere und mittlere Player zunehmend Mühe haben, mitzuhalten. Es geht längst nicht mehr nur darum, Zugang zu Projekten oder einen Platz am Tisch zu bekommen, sondern um Skalierung, Ressourcen und Fähigkeiten, die für den Zuschlag nötig sind.

Globale IT-Unternehmen, Cloud-Anbieter und Technologiekonzerne zeigen wachsendes Interesse an Digital Signage, Retail Media und Customer-Experience-Plattformen. Ihre Größe, Einkaufsmacht und operative Effizienz verändern das Wettbewerbsumfeld. Für viele etablierte Integratoren und Lösungsanbieter wird es schwieriger, Margen zu halten, während Kundenerwartungen steigen und der Preisdruck zunimmt.

AI schafft Chancen und Risiken

Auch AI bleibt eines der meistdiskutierten Themen in praktisch jedem Boardroom. Von Content-Automatisierung über Kampagnenmanagement bis hin zu Audience Analytics und Retail-Media-Optimierung eröffnet AI neue Möglichkeiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zugleich kämpfen viele Anbieter mit einer neuen Herausforderung: schwer kalkulierbaren Betriebskosten.

Klassische Digital Signage-Geschäftsmodelle basieren größtenteils auf planbaren Lizenzen pro Display. AI verändert diese Rechnung. Tokenbasierte Nutzung schafft eine neue Kostenkategorie, die sich schwer prognostizieren und noch schwerer an Kunden weitergeben lässt. Mit wachsender AI-Nutzung prüfen viele Anbieter, wie sich ihre Preismodelle künftig entwickeln müssen.

Trotz aller Herausforderungen und Umbrüche bleibt die Nachfrage nach Digital Signage, DooH und Retail-Media-Lösungen hoch. Die langfristigen Fundamentaldaten der Branche bleiben positiv.

Wie sieht der Markt aus Ihrer Perspektive aus?

Erfüllen die Umsätze die Erwartungen? Schafft AI neue Chancen oder neue Kosten? Hat die Konsolidierung die eigene Wettbewerbsposition verbessert oder das Geschäft erschwert? Investieren Kunden aggressiver oder werden sie vorsichtiger?

Um diese Fragen zu beantworten, startet invidis die aktuelle Branchenumfrage. Hersteller, Softwareentwickler, Systemintegratoren, Distributoren und Netzwerkbetreiber sind eingeladen, ihre Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden Monate zu teilen.

Die Umfrage dauert nur wenige Minuten. Die Ergebnisse werden ausgewertet und in den kommenden Wochen veröffentlicht – als umfassende Momentaufnahme der Digital Signage-Branche zur Jahresmitte 2026.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.