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AI-Boom

OoH-Preise in San Francisco explodieren

In San Francisco treiben AI-Firmen die Plakatpreise auf Rekordniveau: Top-Standorte kosten bis zu 250.000 US-Dollar im Monat. Das zeigt: Außenwerbung macht glaubhaft, weil sie öffentlich ist.
Lambda-OoH in San Francisco (Foto: Igor Shalyminov / Unsplash)
Lambda-OoH in San Francisco (Foto: Igor Shalyminov / Unsplash)

Der AI-Boom in San Francisco erreicht die Straßen der Stadt. Technologiefirmen liefern sich einen Wettbewerb um die besten Plakatstandorte und treiben die Preise deutlich über das Vorpandemieniveau. Laut einem Bericht des San Francisco Standard verlangen die gefragtesten Standorte entlang des Highways US-101 inzwischen bis zu 250.000 US-Dollar pro Monat.

Die Preise für die auffälligsten Standorte sind laut Eric Perko, Gründer und Chef der Werbeagentur Apollo Partners, gegenüber dem Vorpandemieniveau um 20 bis 30 Prozent gestiegen. An der Spitze des Marktes kosten Top-Standorte zwischen 200.000 und 250.000 US-Dollar im Monat, andere gefragte Flächen zwischen 50.000 und 100.000 US-Dollar.

Einen Großteil dieser Flächen sichern sich AI-, Technologie- und Finanzunternehmen, besonders entlang des Highway-Korridors zwischen dem Flughafen San Francisco und der Bay Bridge. Zu den Unternehmen mit prominenten Standorten zählen die AI-Firmen Work-OS, Nebius und Lambda.

Werbung macht plausibel

Diese Sichtbarkeit kann für junge AI-Unternehmen einen weiteren Zweck erfüllen: Sie lässt ein Start-up etabliert wirken, bevor die Öffentlichkeit überhaupt von ihm gehört hat. Michael Parvin, Sales Director bei Outfront, sagte dem San Francisco Standard, reale Werbung im öffentlichen Raum boome, weil Unternehmen genau diese Sichtbarkeit suchten.

Ob AI-Unternehmen das aktuelle Niveau halten können, ist offen. Eric Perko rechnet damit, dass die Nachfrage nach Premium-Plakatflächen irgendwann nachlässt.

invidis-Kommentar

Der FAW, heute BAM, wirbt seit Jahren mit dem Slogan „Außenwerbung wirkt“. Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, liefert ihn der aktuelle Nachfrageboom nach OoH-Flächen in San Francisco. Gerade Anbieter digitaler Produkte und Services investieren massiv in Sichtbarkeit im öffentlichen Raum. Wer die digitale Zukunft verkauft, will auch in der realen Welt präsent und erlebbar sein.

An Marketingbudgets mangelt es AI-Unternehmen nicht. Sie könnten problemlos die teuersten Online-Werbeplätze der Welt belegen. Doch selbst die präziseste Social-, Web- oder Mobile-Kampagne bleibt am Ende nur eine weitere digitale Anzeige im Kampf um Aufmerksamkeit auf einem kleinen persönlichen Screen.

Großformatige Billboards hingegen sind Teil des realen Lebens. Sie begleiten Pendler täglich auf dem Weg zur Arbeit, lassen sich nicht wegklicken und entfalten eine andere Wirkung als digitale Werbung im Feed. Sie schaffen Reichweite, Präsenz und Markenvertrauen. Davon profitieren beide Seiten: der Sender, also der Werbekunde, ebenso wie der Empfänger, der Konsument.

Selbst astronomische Preise bremsen den AI-Boom auf dem Werbemarkt kaum. Jahresmieten von bis zu drei Millionen US-Dollar für eine Premiumfläche am Straßenrand oder Investitionen von rund einer Million US-Dollar für eine kurzfristige Kampagne in der New Yorker U-Bahn werden offenbar als notwendiger Preis für maximale Sichtbarkeit akzeptiert.

Die Botschaft ist so einfach wie zeitlos: Außenwerbung wirkt. Gerade in einer zunehmend digitalen Welt vielleicht mehr denn je.