Der deutsche Marktführer Ströer hat seine Umsatzzahlen für das zweite Quartal sowie das erste Halbjahr 2026 offengelegt. Dabei erzielt der Kölner Konzern einen Umsatz von 541,8 Millionen Euro, nach 504,7 Millionen im selben Zeitraum 2025. Das bereinigte EBITDA steigt im Quartal auf 153,8 Millionen Euro, nach 140,9 Millionen im Vorjahresquartal.
Haupttreiber ist erneut das Segment OoH Media, das im Quartal um 10,3 Prozent auf 270,5 Millionen Euro zulegt. Digital-out-of-Home wächst dabei um 24,3 Prozent, während klassisches Out-of-Home 1,3 Prozent verliert und leicht unter Vorjahresniveau liegt.
Mehr Wachstum als der Gesamtmarkt
Damit entwickelt sich Ströer weiterhin schneller als der deutsche Werbemarkt, der im zweiten Quartal laut Nielsen-Bruttozahlen nur um 1,9 Prozent zulegt. Auch die klassische OoH-Branche in Deutschland bleibt mit 8,8 Prozent hinter Ströers Tempo zurück.
Zum Wachstum beigetragen habe laut Ströer auch die Fußball-Weltmeisterschaft, die zusätzliche Werbebuchungen brachte.
DaaS & E-Commerce verlieren etwas Schwung
Trotz des WM-Effekts bleibt die Nachfrage in Digital & Dialog Media und DaaS & E-Commerce gedämpft. Das Segment Digital & Dialog Media wächst im ersten Halbjahr zwar um 14,4 Prozent auf 476 Millionen Euro. Digital-as-a-Service & E-Commerce sinken dagegen auf 156 Millionen Euro nach 176 Millionen Euro im Vorjahr und verlieren damit etwas an Schwung bei weiterhin positiver Entwicklung.
Bei der Beteiligung Asam Beauty verwies Ströer auf ein alterndes Stammpublikum im TV-Verkauf und zurückhaltende Kaufbereitschaft bei Kosmetikprodukten. Statista stellt sein Geschäftsmodell auf ein B2B-Abomodell um, was laut Unternehmen Zeit für die Umsetzung bei Kunden benötigt.
Ad Manager kommt nicht vor Ende 2027
Die AI-gestützte Buchungsplattform Ad Manager ist laut Unternehmen noch nicht marktreif.
Ein erster Test sei zwar bereits live, eine breitere Verfügbarkeit werde aber voraussichtlich nicht vor Ende 2027 kommen. Damit will Ströer lokale und nationale Kunden automatisiert bedienen. Die Lösung ist zentral für Ströers AI-First-Strategie.
Zu den kursierenden Übernahmegerüchten durch den Infrastrukturinvestor I Squared äußerte sich die Konzernführung auf Nachfrage nicht.
Mehr als eine Milliarde im ersten Halbjahr
Mit Blick auf das gesamte erste Halbjahr 2026 wuchs der Konzernumsatz organisch um 2,7 Prozent auf 1,037 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA um 3 Prozent auf 273 Millionen Euro. Damit knackt Ströer im Gegensatz zum Vorjahreshalbjahr die Milliardenmarke in den ersten sechs Monaten 2026.
Für das dritte Quartal rechnet Ströer im Segment OoH Media mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich, für Digital & Dialog Media auf ähnlichem Niveau wie im zweiten Quartal. Den Ausblick für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen.

