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Jenseits des Wow-Effekts

3D-Signage für Live-Erlebnisse

Lange Zeit wurden 3D-Displays vor allem auf Messen und in Technologie-Showrooms als Blickfang eingesetzt. Doch zunehmend wird die Digital Signage Technologie in Freizeitparks, auf Festivals, bei Events und Markeninszenierungen eingesetzt. 3D-Display könnten nun ihren eigentlichen Einsatzbereich gefunden haben: die Experience Economy.
Spatial Screens auf der Tokyo Game Show (Foto: Samsung)
Spatial Screens auf der Tokyo Game Show (Foto: Samsung)

Auf der Tokyo Game Show 2026 setzte der Spieleentwickler NC 3D-Signage nicht als isolierte Attraktion, sondern integrierte Samsungs Spatial Signage in die Visitor Journey rund um die Einführung des neuen Urban-Fantasy-Rollenspiels Astrae Oratio. Die 3D-Displays verwandelten den Messestand in eine physische Erweiterung der digitalen Spielwelt.

Digital Characters werden greifbar

Eine der größten Herausforderungen für Games-Publisher und Entertainment-Marken besteht darin, digitale Characters in die reale Welt zu übertragen. Plakate, LED-Walls oder klassische Digital Signage Displays können Inhalte präsentieren, vermitteln aber technologiebedingt selten den Eindruck einer tatsächlichen Präsenz.

Genau hier setzen professionelle 3D-Displays an. Die brillenfreie 3D-Technologie erzeugt einen überzeugenden Tiefeneffekt, sodass Charaktere scheinbar hinter dem Display existieren oder aus dem Bildschirm herausragen. Am Eingang des NC-Messestands begrüßten lebensgroße Spielfiguren die Besucher in einer aufwendig gestalteten Aufzugskulisse.

Der Mehrwert liegt dabei weniger im Technologiefaktor als in der emotionalen Wirkung. Besucher begegnen den Charakteren nahezu auf Augenhöhe. Für Entertainment-Marken wird 3D-Signage damit zu einem Tool, um Storytelling über die Grenzen des Bildschirms hinaus in den physischen Raum zu verlängern.

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Warteschlangen werden Teil des Erlebnisses

Noch interessanter als die Eingangsinstallation war die Nutzung entlang der gesamten Besucherreise. Mehrere 32-Zoll-Displays wurden in Wartebereichen und entlang der Laufwege installiert. Anstatt Warteschlangen als notwendiges Übel zu betrachten, machte NC sie zu einem Bestandteil des Fan-Erlebnisses.

Damit zeigt sich ein neues Einsatzszenario für 3D-Signage. Ob Gaming-Convention, Themenpark, Museum oder Sportveranstaltung: Besucher verbringen zunehmend Zeit in Übergangs- und Wartebereichen. Diese Flächen bieten oft wenig Mehrwert aus Sicht der Besucherbindung.

3D-Displays ermöglichen es, Charaktere, Geschichten und Markeninhalte in solche Bereiche zu integrieren, ohne zusätzliche Flächen oder aufwendige Erlebniswelten schaffen zu müssen. Besonders Samsungs Spatial Signage punktet dabei mit einer vergleichsweise geringen Bautiefe und lässt sich auch in beengten Umgebungen integrieren. Wartebereiche sind in der Regel auch Rettungswege – hier zählt jeder Zentimeter Platz.

Ein neues Werkzeug für Experience Designer

Während Digital-Signage-Projekte lange vor allem nach Helligkeit, Auflösung und Bildschirmgröße bewertet wurden, stehen bei Live-Erlebnissen andere Kriterien im Vordergrund: Aufmerksamkeit, Interaktion, Social-Media-Reichweite und Erinnerungswert.

Genau hier spielt brillenfreie 3D-Signage ihre Stärken aus. Besucher bleiben stehen, filmen die Inhalte und teilen sie auf sozialen Plattformen. Für Veranstalter und Marken entsteht zusätzlicher Mehrwert durch nutzergenerierten Content, der weit über den eigentlichen Veranstaltungsort hinaus wirkt.

Vor allem in den Bereichen Gaming, Entertainment, Sport und Retail kann dieser Effekt wichtiger sein als die reine Informationsvermittlung.

Samsung Spatial Signage werden weltweit in Freizeitparks und bei Events eingesetzt. Im Everland Safari World Park in Südkorea erweitert die Technologie das Erlebnis innerhalb von Warteschlangen. Beim Governors Ball Music Festival in den USA wurden Merchandising-Artikel mithilfe von 3D-Displays präsentiert.

Steht das 3D-Comeback bevor?

Die Digital-Signage-Branche hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehrere Anläufe mit 3D-Technologien erlebt. Hohe Kosten, eingeschränkte Content-Ökosysteme und die Notwendigkeit spezieller Brillen verhinderten jedoch häufig den kommerziellen Durchbruch.

Die aktuelle Generation brillenfreier 3D-Displays profitiert von anderen Marktbedingungen. Marken investieren stärker in Erlebnismarketing, Social-Media-Verlängerung und Besucherengagement. Gleichzeitig vereinfachen Game Engines, Echtzeit-Rendering und KI-gestützte Produktionswerkzeuge die Erstellung von 3D-Inhalten erheblich.

Vielleicht ist ein Sweet-Spot für 3D-Signage nicht nur der Handel sondern dort wo Emotionen, Aufmerksamkeit und Storytelling den größten Stellenwert haben: bei Live-Erlebnissen.