Der Digital Signage-Softwareanbieter Navori bringt sein neues CMS Qompose auf den Markt. Nutzer sollen darin Inhalte verwalten, Abläufe automatisieren, AI einsetzen, Daten anbinden und Werbeflächen vermarkten.
Qompose baut auf Technik und Know-how der bestehenden Plattformen Navori QL und Signagelive. Die Teams beider Produkte entwickelten das System gemeinsam. Navori zielt damit auf komplexe und vernetzte Digital Signage-Netzwerke.
Erste Einblicke gab Navori bereits auf der ISE 2026 in Barcelona und der Infocomm in Las Vegas. Auf beiden Messen erhielt Qompose einen Best-in-Show-Award. Jetzt ist die Plattform kommerziell verfügbar.
Mehr als ein CMS
Navori versteht Qompose nicht mehr als klassisches CMS, sondern als zentrale Steuerebene für Displaynetzwerke. Betreiber sollen alle Funktionen über eine einzige Oberfläche bedienen und dort auch Geschäftsergebnisse messen.
„Qompose ist mehr als ein CMS. Inhalte zu verwalten ist nur der Ausgangspunkt“, sagt Jeffrey Weitzman, CEO von Navori Labs. „Unternehmen erwarten mehr von ihren Displaynetzwerken. Sie wollen einfachere Abläufe, mehr Automatisierung, eine bessere Anbindung an ihre Systeme und messbare Geschäftsergebnisse.“

Navori folgt somit einem Branchentrend. Je reifer Digital Signage-Installationen werden, desto stärker erwarten Kunden eine Plattform, die mit eigenen Anwendungen, Cloud-Diensten, Betriebsdaten und Marketing-Tools zusammenarbeitet. Ein isoliertes CMS reicht nicht mehr.
AI als Qompose-Kern
Navori hat Qompose von Grund auf für AI ausgelegt. Die Plattform arbeitet mit den AI-Tools und Agenten zusammen, die Unternehmen bereits einsetzen. Nutzer steuern das System in natürlicher Sprache. AI-gestützte Reports sollen große Netzwerke einfacher verwaltbar und auswertbar machen.
Navori folgt damit dem Kurs der gesamten Enterprise-Software. Dort werden Sprachschnittstellen, automatisierte Abläufe und AI-gestützte Workflows standardisiert.
Modular mit offenen Schnittstellen
Navori bezeichnet Qompose als „composable platform“. Sie besteht aus APIs und modularen Diensten, die Betreiber nach Bedarf kombinieren.
„Unsere globalen Partner und Kunden sagen uns, dass sie eine wirklich modulare Plattform brauchen, die mit den Systemen zusammenarbeitet, die sie bereits nutzen“, sagt Jason Cremins, Chief Product Officer bei Navori.

Eine wachsende Zahl vorgefertigter Konnektoren bindet Datenquellen und Geschäftsanwendungen von Drittanbietern an. Unternehmen können so vorhandene Investitionen weiter nutzen.
Eigener Ad-Server integriert
Neu im Navori-Portfolio ist ein integrierter Ad-Server. Klassische Digital Signage-CMS spielten bislang vor allem Inhalte aus. CMS der neuen Generation wie Qompose verbinden das mit Reichweitenmessung und Vermarktung.
Betreiber können damit Netzwerke steuern, die sowohl interne Botschaften als auch Werbung zeigen. Kampagnen lassen sich auf Budget, Sendezeit, Impressions und Reichweite optimieren.
Zielgruppe trifft Ausspielung
Laut Navori verknüpft das integrierte Reporting Zielgruppendaten mit Informationen zur Ausspielung. Betreiber sehen so genauer, wie einzelne Inhalte abschneiden. Digital Signage konkurriert damit weiterhin um Marketingbudgets. Wer Reichweite und Kampagnenwirkung belegen kann, erfüllt eine Grundvoraussetzung statt ein Zusatzangebot.
Qompose ergänzt Navoris bestehendes Softwareportfolio. QL und Signagelive werden laut Unternehmen weiter unterstützt. Für Kunden, die schrittweise wechseln wollen, hat Navori Migrationspfade entwickelt.
Der Launch zeigt zudem, wie sich die Rolle des CMS wandelt. Die Branche bewegt sich weg von reiner Content-Distribution hin zu dem, was invidis als Screen-Operations-Plattform beschreibt. Inhalte, Geräte, Daten, Automatisierung und Vermarktung laufen dort über eine gemeinsame Softwareebene.
invidis Kommentar
Eine neue CMS-Plattform zu entwickeln, ist nie einfach. Für Navori war die Aufgabe noch anspruchsvoller. Das Unternehmen zählt zu den drei weltweit größten unabhängigen Softwareanbietern, kurz ISV, und ist für sein erfolgreiches API-first-CMS bekannt. Optisch ist es vielleicht nicht das attraktivste CMS. Doch es hat seinen Platz im Markt gefunden, vor allem bei Systemintegratoren aus vielen Branchen, die es seit Jahren gern einsetzen.
Mit Qompose wettet Navori darauf, dass die Zukunft der Digital Signage-Software jenseits der Inhaltsverwaltung liegt. AI, modularer Aufbau und Vermarktung in einer Plattform greifen drei zentrale Branchentrends auf: automatisierte Abläufe, wachsendes Retail Media und eine engere Anbindung an die Unternehmens-IT.
Jetzt muss Navori die Bestandskunden überzeugen, dass die neue Plattform Neues bringt, ohne komplizierter zu werden. Nach den ersten Reaktionen aus der Branche scheint Navori dafür gut aufgestellt.

