Zwei gefüllte French-Press-Kannen verbreiten Kaffeegeruch im neuen Solutions Hub von Viewsonic in London. Die heißen Getränke machen es hier gemeinsam mit Teppichboden und Heizung gemütlich, besonders weil das Wetter draußen typisch englisch ist. Trotzdem wirkt der eröffnete Hub professionell und vor allem neu. Die Arbeiten für den Showroom endeten erst vor zwei Wochen. „Die Farbe trocknet noch“, sagt Alex Jones, Business Development Manager UK, und grinst.
Der Raum im Erdgeschoss des Miles Yard misst rund 60 Quadratmeter und liegt zentral in der englischen Hauptstadt. Es ist der erste Solutions Hub von Viewsonic in Europa – weitere gibt es in Taipeh und New York.

Statt auf Effekte setzt der Raum auf Tageslicht und integrierte Technik. Neben Kunden- und Partnerterminen zur Vorführung will Viewsonic dort Schulungen und Webinare für eigene und externe Mitarbeiter abhalten.
Die Technik im Raum vernetzte Q-Sys. Der Partner installierte Lautsprecher, Kameras und Video-Endpoints sowie eigene Collaboration-Lösungen. Nowsignage lieferte das Content-Management-System, B-Tech die Halterungen für die Displays.
Technik muss in den Hintergrund treten
Die Technologien sind im Raum eingebunden und stechen nicht heraus. Das ist kein Zufall: Viewsonic will, dass die Technik selbst nicht zum Thema wird, sondern so natürlich wie möglich im Raum integriert ist.

Auch in den Vorträgen wurde das mehrmals thematisiert. Manuel Kirchesch, Business Development Manager für Europa, betonte, Lösungen müssten intuitiv funktionieren und unterstützend sein. Edward Orchard, Sales Director für UK und Irland von Q-Sys, sagte: „Lasst die Technik verschwinden, damit die Experience die Hauptrolle spielt.“
Um das zu erfüllen, darf die Technologie keinen Fehler machen – auch darauf legt Viewsonic wert. In seinen Kernmärkten – Enterprise, Education, Hospitality und Rental – will der Hersteller nach einem Rollout kein zweites Mal vorbeikommen müssen.
Verfügbares kann teurer sein
Ob ein Produkt zuverlässig ist oder nicht, kann Viewsonic selbst beeinflussen. Gestiegene Hardware-Kosten und gestörte Lieferketten nicht. Jedoch wollen Partner und Kunden nach einer Projektfreigabe, dass Hardware schnell geliefert wird. Dann seien sie auch bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. „Die Verfügbarkeit schlägt den Preis“, sagt Alex Jones.
Manuel Kirchesch bestätigt das im direkten Gespräch mit invidis: „Wir stocken unser Lager in den Niederlanden auf, insbesondere bei den vorkonfigurierten Wänden von 108 bis 231 Zoll.“
Chip-on-Glass ab 2028
Die Zukunft von LED selbst liege auf Glas, sagte Luke Cheng, Director Global Business Development. Viewsonic nutzt für seine All-in-One-LEDs bislang Verfahren wie Chip-on-Board, kurz COB. Ab 2028 sollen Modelle mit Chip-on-Glass folgen, kurz COG. COG soll dabei COB nicht ablösen, sondern eine höhere Produktstufe bilden.

Die Glas-Module haben laut Luke Cheng den Vorteil, dünner und leichter zu sein. Zudem seien sie stromsparender: Luke Cheng sprach von rund 20 Prozent niedrigerem Energieverbrauch. Mit dieser Strategie will der Hersteller LED in Meetingräumen von 65 bis 100 Zoll gegen LCD in Stellung bringen.
Produkt-Premieren 2027 geplant
Vor dem Schritt auf Glas baut Viewsonic sein aktuelles Portfolio aus. Die faltbare LDS136-152 in vierter Generation, der auch im Solutions Hub zu sehen war, ist seit Oktober in Europa verfügbar.

Weitere Neuheiten folgen im Februar 2027., unter anderem die LDC027-Serie. Eine ihrer drei Varianten richtet sich an Integratoren, die ihren eigenen Workflow behalten wollen.
In Europa präsentiert Viewsonic die neuen Produkte erstmals auf der ISE 2027 in Barcelona. Mit dem neuen Solutions Hub haben europäische Partner nun die Möglichkeit, Viewsonic-Lösungen das ganze Jahr über in Augenschein zu nehmen.

