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Sportliches Ziel – Ströer will Digital Hybrid werden

- Gegenüber Analysten gibt Ströer neue Einblicke in seine Digitalisierungsstrategie. Ströer 3.0 lautet das Ziel: Bis 2020 sollen 50 % der Erlöse aus dem digitalen Business stammen, zu dem jetzt auch Ströers DooH-Kanäle Public Video gezählt werden. Wie der Plan aussieht, wie viel mit DooH umgesetzt wird – und was das alles mit einer offensiven Sportart gemein hat, lesen Sie hier. von Thomas Kletschke

Sportliches Ziel bei Ströer (Foto: Steindy CC BY-SA 3.0 ; Montage: invidis)

Sportliches Ziel bei Ströer (Foto: Steindy CC BY-SA 3.0 ; Montage: invidis)

Seit 1987 ist Ströer CEO Udo Müller im Out-of-Home-Business tätig. Seitdem hat Müller einige Branchentrends früher erkannt als so mancher andere – oder sie gleich selbst gesetzt. Schon vor dem Mauerfall und dem Untergang der DDR durfte er mit seinem damaligen Unternehmen als erste westliche Firma in Ost-Berlin plakatieren.

Dass er in die Branche gefunden hat, verdankt Ströers Spielmacher einem Kreuzbandriss: Denn eigentlich war Udo Müller schon als Handballprofi bei den Reinickendorfer Füchsen durchgestartet, bis die Sportverletzung die Karriere im Profisport vermasselte. Über die Werbung landete er im Out-of-Home-Business.

Seitdem hat Udo Müller zunächst allein, später bei Ströer das Thema weiter nach vorne gespielt – Handball ist schließlich auch eine offensive Sportart. „Ich kann andere dazu bringen, Dinge für möglich zu halten, die im ersten Moment unmöglich erscheinen“, sagte einmal gegenüber der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Ströer - geplanter Transformationsprozess bis 2020 (Screenshot: invidis)

Ströer – geplanter Transformationsprozess bis 2020 (Screenshot: invidis)

Auch am heutigen Mittwoch wird Müller wieder den ein oder anderen Analysten oder Investoren überzeugt haben – die am heutigen Mittwoch veröffentlichten Zahlen geben ihm Recht. Von jetzt an werden Digital-out-of-Home beziehungsweise die Public Video-Kanäle (Mall Video, Station Video, Infoscreen) in der Bilanz unter Digital ausgewiesen. Wichtiger als die zwar guten, aber eben historischen Zahlen, sind die Pläne für die kommenden fünf Jahre.

Die sehen so aus: Bis zum Jahr 2020 sollen 50 % der Umsatzerlöse zu den Digital-Geschäften gehören. Zum Vergleich: Noch 2012 machten diese etwa 10 % der Erlöse aus – aktuell fließen etwa 25 % der Umsätze aus digitalen Geschäften in die Bilanz ein.

Bei den jährlichen Wachstumsraten (CAGR) von 2012 bis 2020 soll Public Video mit mehr als 5 % wachsen. Für Display/Mobile sowie Video lauten die Ziele 15 % beziehungsweise 20 %. Unter dem Motto „Transformation vom analogen zum digitalen Player“ soll der Plan umgesetzt werden.

In Ströers Eigendefinition hat man die Schritte Ströer 1.0 (Analog) und Ströer 2.0 (Semi-Digital) hinter sich gelassen – und ist auf dem Weg zu Ströer 3.0 (Digital). In diesem Schritt sollen zum Bewegtbild auch Analytics und Targeting zum Standardrepertoire gehören.

Ströer - Auf dem Weg zum Digital Hybrid (Screenshot: invidis)

Ströer – Auf dem Weg zum Digital Hybrid (Screenshot: invidis)

Auch hier wird Public Video auf Sicht weitere Impulse erhalten, die in anderen Märkten – etwa UK – schon stärker auszumachen sind. Der Erwerb von Content Fleet sowie Ernennung von deren CEO Mattias Protzmann zum Chief Digital Officer bei Ströer darf in diesem Kontext gesehen werden.

Im Rahmen der Telefonkonferenz gab Udo Müller zudem konkrete Zahlen zur aktuellen Entwicklung von DooH bekannt: Im Vergleich des ersten Quartals 2014 zum ersten Quartal 2015 legte Public Video beim Konzern um 2,5 % zu. Aus dem Vergleich der neuen und einer Präsentation des Vorjahres hat invidis errechnet, wie viel Ströer im ersten Vierteljahr 2014 sowie in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 mit Digital-out-of-Home umgesetzt hat: Für das Q1 / 2014 ergeben sich Umsätze von 9,8 Millionen Euro – das Q1 / 2015 brachte Umsätze von rund 10,05 Millionen Euro.

Wie bereits in der jüngeren Vergangenheit gehört zum konzernweiten Teamplay neben dem konsequenten Digitalausbau auch aktuell der starke regionale Vertrieb zu Ströers Rückgrat.

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