DSX 2010

Eine Bilanz

- Die diesjährige Digital Signage Expo 2010 in Essen ist nach drei Tagen zu Ende gegangen. Zeit, Bilanz zu ziehen. Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Mit rund 140 Ausstellern lockte die Veranstaltung rund 10 Prozent weniger Branchenvertreter als im vergangenen Jahr. Und das auf einer deutlich kleineren Ausstellungsfläche. Unter den etwas mehr als 30 reinen Digital Signage-Ausstellern fehlten einige großen Namen. von Florian Rotberg

Essen Messe Kiosk Digital Signage

2011 findet die Digital Signage Expo wieder im Mai statt

In der Vergangenheit waren vor allem die Display-Hersteller mit großen Ständen vertreten. In diesem Jahr zog es nur LG und Hyundai IT auf die Messe, Samsung war „nur“ mit dem DID Panel Unit auf der Messe vertreten. Einige angekündigte Aussteller, wie zum Beispiel Cheil und Beam.tv, waren gar nicht auf der Messe erschienen.

Bei den Ausstellern herrschten gemischte Gefühle. Die Mehrzahl zählte weniger Besucher an ihren Ständen als in den Jahren zuvor, lobte aber gleichzeitig die qualitativ guten Gespräche und Kontakte. Allerdings sorgten sich die Aussteller darüber, dass alle Mitbewerber auf der Messe die gleichen Leads erfasst haben. Ob die Gespräche also tatsächlich erfolgreich waren und in konkreten Projekten münden, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

Von den gemeldeten Rekord-Besucherregistrierungen war in der Messehalle während der gesamten Zeit wenig zu spüren. Einzig im Forum herrschte großes Gedränge. Das Programm kam sehr gut an, obwohl es doch in Teilen stark an andere Veranstaltungen erinnerte. Die Vorträge waren aber zumeist gut. Schade allerdings, dass einige Sprecher nicht erschienen waren, kurzfristig abgesagt hatten oder nur per wackeliger Skype-Verbindung zu den Besuchern sprachen.

Im Außenbereich der Messehallen verzichtete man dieses Jahr fast komplett auf Beschilderung, Plakatierung und Fahnen. Viele Besucher fanden deshalb erst auf Nachfrage ihren Weg in die Halle. Das Budget des Veranstalters muss in diesem Jahr knapp gewesen sein, was sich dann auch in der Abendveranstaltung inklusive Verleihung der europäischen Kiosk Awards widerspiegelte.

Stichwort Kiosk: Der Kern der gemeinsamen Messe die Kiosk Expo litt in diesem Jahr besonders unter dem Fehlen der großen Kiosk-Anbieter Wincor Nixdorf, IBM und Höft & Wessel. Die Anzahl der Kiosk-Aussteller war aber trotzdem noch imponierend.

Die Messe ist vorbei und Veranstalter Jens Schindler sowie sein Team können erst einmal durchatmen. Die Organisation der Digital Signage Expo 2011 wird allerdings nicht einfacher werden. Die Veranstalter müssen das Konzept der Doppelmesse an die Marktentwicklung anpassen, um im nächsten Jahr die großen Aussteller wieder anzulocken. Zudem finden die Screenmedia Expo in London (18 bis 19. Mai) und die Digital Signage Expo in Essen (24. bis 26. Mai) fast zeitgleich statt.

Wir hoffen, dass es Jens Schindler und seinem Team gelingt, die Expo wieder auf Erfolgskurs zu bringen – und dass die Industrie entsprechend dazu beiträgt. Denn es wäre schade, wenn die einzige deutsche Messe dieser Branche als Netzwerkmöglichkeit verloren ginge.

Florian Rotberg & Oliver Schwede

One thought on “DSX 2010: Eine Bilanz

  1. Ich lese staunend, staune lesend:
    „Im Außenbereich der Messehallen verzichtete man dieses Jahr fast komplett auf Beschilderung, Plakatierung und Fahnen. Viele Besucher fanden deshalb erst auf Nachfrage ihren Weg in die Halle.“

    An sich keine große News.
    Brisant wird sie aber, weil es sich um ein Fazit für die KIOSK EXPO handelt, die sich auf die Fahne (Fahne? Fahne??? So ein analoges Stück Stoff?) geschrieben hat, die Leitmesse für Digital Signage zu sein.

    Es ist die logische Antwort auf die bange Frage, warum Digital Signage hierzulande nicht „zündet“: Weil die Branche selbst keine zwingenden Konzepte für einen erfolgreichen Einsatz vorweisen kann. Denn dass auf der Kiosk Expo (sic) Messebesucher ziellos herumirren und kein großes, interaktives Display, kein Kiosksystem finden, das ihnen den Weg weisen könnte, ist etwa so absurd, als ob ein Haufen Vegetarier versucht, uns ein saftiges 350 g T-Bone-Steak zu verkaufen.
    Ja, dann beißt doch selber rein, wenns so lecker ist!

    P.S. Gut, dass ich mir den Besuch dieser traurigen Veranstaltung erspart habe. Wir wissen, wofür man große interaktive Screens braucht – und setzen sie erfolgreich ein!

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