Large Format Displays

Preisverfall erzwingt neue Strategien

- Der anhaltende Preisverfall bei Displays bringt die etablierten Anbieter unter Druck. Bestehende Strategien werden angepasst, neue Kooperationen aufgesetzt. Auch auf den europäischen Digital Signage-Markt wirken sich die Veränderungen spürbar aus. von Florian Rotberg

Wieviel Fantasie steckt im Displaymarkt?

Wieviel Fantasie steckt im Display Markt?

Der südkoreanische Panel-Hersteller LG Displays wird den Ausbau der Produktionskapazitäten deutlich zurückfahren. Im kommenden Jahr wird das Unternehmen laut koreanischen Presseberichten 2,8 Milliarden US-Dollar weniger als geplant investieren – der Bau neuer Fabriken wird verschoben. Gerüchteweise ist auch die Pilotanlage für 55-Zoll OLED-Displays von dem Investitionsstopp betroffen. Sowohl LG als auch Samsung wollen in Zukunft auf OLED-Displays im Premium Large Format-Bereich (also den typischen Digital Signage-Anwendungen) setzen.

Grund für die Einsparungen bei LG Displays sind der große Preisverfall sowie die Sorgen um die abschwächende Nachfrage, insbesondere bei Consumer TV-Geräten und Office-Monitoren. Auch bei der Samsung Display-Tochter sollen gerüchteweise Investitionen in neue Produktionsfazilitäten zeitliche verschoben werden.

Heise online zu den Hintergründen:„Preise für Flachdisplay-Panels sind seit einiger Zeit weltweit quasi im freien Fall. So kostet heute ein 46-Zoll-Panel mit voller HD-Auflösung nach Angaben von Witsview im Mittel nur noch 300 US-Dollar, ein 32-zölliges HD-Panel keine 150 US-Dollar mehr – Tendenz weiter fallend. Vor gar nicht langer Zeit mussten die TV-Hersteller das Doppelte pro LCD-Panel bezahlen.“

Auch der kürzlich veröffentlichte invidis Digital Signage Marktreport 2010 belegt, das es einen Preisverfall von mehr als 25 Prozent bei professionellen großformatigen Displays gibt.

Andere Entwicklungen gibt es bei kleineren und mittelgroßen Displays. Insbesondere die Nachfrage nach Touchdisplays wächst rasant. Aber auch hier melden die Unternehmen rückläufige Erträge aufgrund des hohen Preisdrucks. Die japanischen Displaykonzerne Sony, Toshiba und Hitachi legen unter der Federführung der staatlichen Innovationsagentur Innovation Network Corporation die Produktion von Displays für Smartphones und Tabletcomputer in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammen. Die drei Konzerne reagieren damit auf sinkende Erträge aus der Produktion von kleinen und mittleren Displays. Japan Displays – so der Name des neuen Unternehmens – soll zu Beginn des japanischen Finanzjahres im April 2011 den Geschäftsbetrieb aufnehmen.

invidis Kommentar
Sinkende Displaypreise sind erst einmal gute Nachrichten für die Digital Signage-Industrie. Mit Ausnahme der Displayhersteller vereinfacht ein sinkender Investitionsbedarf die Entscheidung pro Digital Signage auf Kundenseite.

Doch sinkende Investitionen in neue Technologien und Produktionsanlagen verschieben auch die Markteinführung der besonders stromsparenden großformatigen OLED-Displays in eine ferne Zukunft. Für die kommenden zwei Jahre muss jetzt erstmal der großflächige Einsatz von LED-Backlights das grüne Gewissen der Branche beruhigen.

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