Flughafen München wird 20

„Ein Flughafen ist kein Piccadilly Circus.“

- Im zweiten Teil des Exklusiv-Interviews spricht invidis mit Michael Otremba, Leiter Werbung vom Flughafen München über die Attraktivität der Werbeplattform Flughafen, das architektonische Umfeld und Airport TV. von Florian Rotberg

Michael Otremba / Leiter Werbung, Medien und Marketing des Flughafen München

Michael Otremba / Leiter Werbung, Medien und Marketing des Flughafen München

Der Münchener Airport zählte in der Vergangenheit nicht unbedingt zu den Vorreitern in Sachen digitale Außenwerbung. In Augen von Otremba „war die Erzielung eines positiven RoI mit Digital in der Vergangenheit eher schwierig. Aber die Nachfrage nach digitalen Medien hat auch in der Flughafenwerbung spürbar angezogen. Dennoch, es gibt immer noch Berührungsangst wie man das neue Medium richtig nutzt – auch bei Großkonzernen.“

Teil 1: HIER steppt der Bär und tanzt der Turm

Der Flughafen München im Erdinger Moos feiert in dieser Woche den 20. Geburtstag. Zum Jubiläum beeindruckt die Flughafen München GmbH die Digitale Außenwerbung mir einer weltweit einmaligen Werbeinstallation: dem Meta Twist Tower.

Neben Digital wurden auch andere neue Medien erfolgreich eingeführt – so z.B. das Branding der kompletten Westfassade am Terminal 2. „Aber auch die generelle Einstellung von Flughafenbetreibern zur Vermarktung von Werbeflächen hat sich verändert. War in der Vergangenheit Flughafen-Vermarktung eher reaktiv,  so gehen wir jetzt sehr proaktiv auf den Markt und unsere Kunden zu.“

Michael Otremba weiter: „Events wie das Champions League Finale in München beweisen aktuell die große Attraktivität der Plattform Flughafen München. Der Bierbrauer Heineken wirbt zurzeit mit großen Motiven bei uns. Äußerst ungewöhnlich, da Bierbrauer in der Regel größtmögliche Reichweite suchen, aber in diesem Fall steht die Qualität der Zielgruppe über der Quantität. Diesen Ansatz verfolgen alle Unternehmen, die am Flughafen werben“

Wie attraktiv das Flughafenumfeld generell für Werbetreibende ist, zeigen die Umsätze 2011 des größten deutschen Flughafens Frankfurt / Main. Die Vermarktungstochter Media Frankfurt erzielte im vergangenen Jahr mehr als 29 Mio Euro Werbeeinnahmen. Seitens der FMG gibt es dazu keine Veröffentlichungen.

„Aber wir planen keine Maximierung der Erlöse wie in Fußballstadien. Ein Flughafen soll und darf kein Piccadilly Circus sein. Werbung muss sich in die Architektur einfügen – so wie sich der Meta Twist Tower mit der gläsernen Verkleidung in die Architektur des MAC und T2 integriert.

„Für die Zukunft haben wir hier in München eine wahrlich luxuriöse Ausgangssituation“, schwärmt Michael Otremba bei der Frage nach dem im Bau befindlichen Satelliten des Terminal 2. Von der ersten Planung an können digitale Informations- und Werbeplattformen berücksichtigt und insbesondere Kabel- und Infrastruktur direkt eingebaut werden. „Zugegeben, die FMG tastet sich an das Thema heran, man muss aber heute dabei sein.“

Bildergalerie: Flughafen München Terminal 2 - Satellit

Bildergalerie: Flughafen München Terminal 2 - Satellit

Zur gemischten Nutzung der FIDS-Displays für Fluginformation und Werbung, wie es der Flughafen Stuttgart praktiziert, hat der Leiter Werbung, Medien und Marketing der FMG eine klare Meinung: „In erster Linie ist ein Flughafen ein Flughafen. Wir wollen die Passagiere nicht überfrachten, der Informationscharakter von FIDS /UDS Displays am Gate muss erhalten bleiben.“

Vor acht Jahren startet der Flughafen München das erste deutsche Airport TV Netzwerk. Die LG Displays prägen seitdem mit Unterhaltung und Information die Abflugbereiche der beiden Terminals im Erdinger Moos. Fünf Jahre betrieb die FMG das Netz selbst, bis man sich strategisch entscheiden musste. „Wir konnten das Potenzial des Netzes nicht ausschöpfen“, so Michael Otremba. “Um die Vermarktung auf ein höheres Niveau zu bringen wäre ein bundesweites Netzwerk notwendig gewesen.“ Eine Expansion auf Wettbewerbsairports konnte natürlich nicht von der FMG betrieben werden. Man entschied sich für eine Kooperation mit der Telekom out of Home Media.

Das Thema Airport TV blieb weiterhin im Fokus. Gemeinsam mit BMW entwickelte die FMG das Angebot weiter. Ein BMW-exklusives Digital Signage Netzwerk wurde entlang der Gepäckbänder im Terminal 2 installiert. Erstmals netzwerkweit auch mit Ton, immer eine Herausforderung. Die FMG first mover auch in diesem Segment, eine Innovation die sich sehr bewährt hat. Das mit Consumer Displays (Samsung/Loewe) betriebene Netz unterstützt auch Interaktivität via Bluetooth. Nach erfolgreicher Premiere in München wurde von BMW auch am Flughafen Hamburg ein vergleichbares Netzwerk installiert.

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