Außenwerber

Deutliche Verzögerungen beim Aufbau des London Digital Network

- Außenwerber JCDecaux hat seine Quartalszahlen vorgelegt. Mit einem bereinigten Umsatzwachstum von 10,9% in allen drei Konzernbereichen liefert der Konzern gute Zahlen ab. Diese könnten allerdings besser sein – der Start des Transport for London Netzwerks mit geplanten 1.000 Screens geht schleppend voran. Denn lediglich rund 7% der für Anfang des 2. Quartals 2016 geplanten Screens sind am Netz. von Thomas Kletschke

Screen des neuen JCDecaux Netzwerks LDN (Foto: JCDecaux)

Screen des neuen JCDecaux Netzwerks LDN (Foto: JCDecaux)

In den ersten drei Monaten des Jahres 2015 setzte JCDecaux insgesamt von 748,5 Millionen Euro um – vor 12 Monaten lag der Wert noch bei 649 Mio. Euro. Dies entspricht einem um Übernahmen/Veräußerungen und Wechselkurseffekte bereinigten organischen Wachstum von konzernweit 10,5%.

Seit diesem Kalenderjahr hält JCDecaux die Werberechte an Fahrgastunterständen der Londoner Verkehrsbetriebe – vorangegangen war eine Ausschreibung in der sich der Konzern durchsetzen konnte. Das geplante London Digital Network (LDN) soll insgesamt 1.000 Large Format Screens umfassen. Doch der Aufbau des auf 84″ Screens bestehenden Netzwerks geht nicht so schnell vonstatten, wie eigentlich erwartet.

Denn, wie der Konzern schreibt nimmt die Einführung des weltgrößten digitalen Stadtmöbelnetzes mit 1.000 84″ Screens in London mehr Zeit in Anspruch als geplant. „Dies ist vor allem auf die Komplexität im Umfeld der Installationen dieses umfassenden Projektes sowie auf den Umstand zurückzuführen, dass dabei verschiedene Vertragspartner innerhalb des operativen Geschäftsmodells von Transport for London involviert sind“, heißt es. „Auf Grund dessen konnten zu Beginn des zweiten Quartals 2016 statt der vorgesehen 300 nur 20 Displays in Betrieb gehen“, so JCDecaux weiter. Dies entspricht einem Anteil von weniger als 7% der vorgesehenen Installationen.

Dies hat Auswirkungen in der nahen Zukunft, wie der börsennotierte Konzern schreibt. „Die gegenüber der ursprünglichen Planung geringeren Werbeeinnahmen werden sich signifikant auf das Halbjahres-Ergebnis des Stadtmöbelsegments in Großbritannien auswirken. Zurzeit rechnen wir damit, dass am Ende des zweiten Quartals 200 Displays – statt geplanter 500 –in Betrieb sein werden.“ Dem stehe allerdings positiv gegenüber, „dass JCDecaux in den zentralen Innenstadtbezirken großzügigere Baugenehmigungen als erwartet erwirken konnte. Dies ermöglicht eine optimale Abdeckung von Premium Standorten wie Oxford Street, Park Lane, The Strand und Kensington High Street.“ Man sei daher zuversichtlich, dass das so entstehende, maßstabsetzende digitale Netz für die anfänglichen Verzögerungen mehr als kompensieren werde.

Das verzögert gestartete TfL Netzwerk London Digital Network (LDN) wird bei JCDecaux unter Street Furniture subsummiert. Mit einem bereinigten organischen Umsatzwachstum von 9,7% trägt die Stadtmöblierung mit 333,4 Millionen Euro Umsatz am meisten zum Gesamtergebnis von 748,5 Mio. Euro im ersten Quartal bei. Der bereinigte Umsatz im Kerngeschäft, also die Werbeeinnahmen ohne Umsätze aus Verkauf, Vermietung und Wartung von Stadtmöbeln stieg gegenüber dem ersten Quartal 2015 organisch sogar um 11,6% an.

Der bereinigte Umsatz im Segment Transport wuchs im ersten Quartal 2016 organisch um 12,9% 312 Millionen Euro. In den europäischen Märkten der Gruppe (einschließlich Frankreich und Großbritannien) verzeichnete der Unternehmensbereich gute Ergebnisse. Der asiatisch-pazifische Raum und die „übrige Welt“ meldeten zweistellige Wachstumsraten. Nordamerika musste einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen. Im Segment Transport stehen digitale Angebote bereits für fast 20% der Umsätze.

Im Konzernbereich Großflächenwerbung stieg der bereinigte Umsatz im ersten Quartal organisch um 5,9% auf 103,1 Millionen Euro. Europa (einschließlich Frankreich und Großbritannien) vermeldete wachsende Umsätze. In der „übrigen Welt“ erwirtschaftete die Konzernsparte ein solides Wachstum. Auch hier sind digitale Angebote weiter auf dem Vormarsch. „Das positive Ergebnis in Europa verdankt sich vor allem der fortschreitenden Digitalisierung unserer Flächen in Großbritannien“, schreibt der Konzernin seinen Quartalsinformationen. Die mangelnde Konsolidierung des europäischen Marktes stelle jedoch weiterhin eine Herausforderung dar. In Russland schreitet die Marktkonsolidierung hingegen voran, da einige lokale Anbieter in Moskau Pachtzahlungsverpflichtungen nicht einhalten konnten, was für uns den Weg zu höheren Umsätzen frei macht.“

Auch in den USA hat JCDecaux mit digitalen Medien punkten können. „Unser digitales Großflächennetz in Chicago ist inzwischen voll angelaufen: 43 von 60 digitalen Screens sind in Betrieb. Mit ihnen verfügen wir über die ertragreichsten Großflächen im drittgrößten Marktgebiet der USA“, so das Unternehmen. Zugleich hat die Stadtverwaltung von Chicago über die digitalen Großflächen bereits mehr als 24 Millionen Mitteilungen an die Autofahrer im Schnellstraßennetz der Stadt übermittelt. Weitere amerikanische Großstädte hätten bereits Interesse an dem Programm bekundet. Der Bundesstaat Kalifornien wird in Kürze über eine Ausschreibung für ein Pilotprogramm zur Modernisierung eines Teils der Wechselverkehrszeichen auf seinen Freeways entscheiden. Diese sollen zu digitalen Displays auf dem neuesten Stand der Technik umgerüstet werden, auf denen Nachrichten des „Amber“-Alarmsystems, Straßenzustandsmeldungen und Werbung angezeigt werden.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.