DooH Branche

Endgültiges Aus für 7Screen

In der bisherigen Form ist 7Screen bald Geschichte. Das Engagement von ProSiebenSat.1 in DooH wird damit de facto eingestellt – bereits zum zweiten Mal.
7Screen sagt zum Abschied leise Servus (Foto: Pixabay / geralt)
7Screen sagt zum Abschied leise Servus (Foto: Pixabay / geralt)

Nun hat ProSiebenSat.1 in einem knappen Statement gegenüber dem Medienmagazin Clap eingeräumt: 7Screen ist in seiner bisherigen Form am Ende. Gegenüber Clap sagte eine Sprecherin des Konzerns: „Wir werden 7Screen in der bisherigen Form nicht weiter führen.“

Das klang vor wenigen Wochen noch ganz anders. Hintergrund: Damals war bekannt geworden, dass das umfangreiche Cittadino-Inventar künftig nicht mehr exklusiv von 7Screen vermarktet wird. Auf einen Schlag war 7Screen – zwei Geschäftsführer, etwa 15 Mitarbeitende – gut 80% seines DooH-Vermarktungsportfolios losgeworden. Die Anzahl der vermarktbaren Screens sank mit dem Verlust von Cittadino von rund 8.000 auf 1.200.

Daraufhin antwortete der Konzern auf unsere Presseanfrage (vgl. Link zu unserem damaligen Artikel am Ende dieses Textes), man habe immer noch „eine sehr gute Ausgangsbasis für den Ausbau unseres DooH-Portfolios“ und „führe(n) bereits fortgeschrittene Gespräche mit potentiellen Partnern.“

Nun gestand das Unternehmen gegenüber Clap ein, dass 7Screen Geschichte ist. Ob das Unternehmen unter diesem Namen weiter macht, ob es geschlossen wird? – Dazu gibt es keine klaren Aussagen. Zwischen den Zeilen sieht es aber sehr stark danach aus, dass man in Unterföhring vorerst auf dem kompletten Rückzug ist.

Mandate – etwa für Burger King – hat das Unternehmen noch. Also wäre ein stark eingedampfter Betrieb bis zum Ende der Verträge eines der wahrscheinlichen Szenarien. Offiziell heißt es weiter: „Für uns ist das weiterhin ein strategisch interessantes Geschäftsfeld und wir schließen nicht aus, hier irgendwann in anderer Form wieder tätig zu werden.“

Dies riecht wiederum schwer nach Abwicklung, Verkauf oder Ent-Konsolidierung – denn der obige Satz bedeutet ja nicht weniger, als dass man derzeit beziehungsweise bald nicht mehr tätig sein wird. Zudem äußert sich der Konzern derart, dass man die Mitarbeitenden mit ihrer Kompetenz möglichst im Unternehmen halten will. Das sagt man nur, wenn Kündigungen, Stellenstreichungen oder Schließungen von Tochterfirmen bevorstehen.

In Kombination mit dem Statement, dass man uns vor ein paar Wochen gegeben hat, liegt ebenfalls nahe, dass auch die erwähnten potenziellen Partner dankend abwinken.

Im Herbst 2015 war der Einstieg von ProSiebenSat.1 ins Digital-out-of-Home-Business bekannt geworden. Damals peilte das Unternehmen einen Marktanteil von etwa 20% an. Ab Februar 2016 war 7Screen im Markt aktiv. Damit hat der DooH-Vermarkter es auf eine Lebenszeit von bislang drei Jahren gebracht.

7Screen war allerdings nicht der erste Ausflug des Konzerns in den Bereich Digitale Außenwerbung. Insofern scheitert ProSieben damit bereits zum zweiten Mal. Anfang der 2000er Jahre investierte man an der Medienallee in Unterföhring in DooH. Unter dem Namen E.Max baute die damalige Tochter CM Community Media ein werbefinanziertes Netzwerk in Diskotheken, Fitnesscentern, Restaurants auf. Damals war der deutsche Markt noch nicht reif genug für DooH – nun sind andere Gründe für das Scheitern zu suchen.

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