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DooH

Durchbruch für dachbasierte DooH-Screens?

Die Fahrdienstvermittler Uber und Lyft verbrennen enormes Geld im Kerngeschäft – nun sollen Fahrzeug-basierte DooH-Screens eine neue Einnahmenquelle erschließen und viele neue location-based Daten erzeugen. Können Uber & Co dachbasierte DooH-Anzeigen auch in Europa zum Durchbruch verhelfen?
Uber DooH auf Autodächern (Foto: Screenshot)
Uber DooH auf Autodächern (Foto: Screenshot)

Zufall oder nicht, innerhalb weniger Tage sind die beiden führenden Fahrdienstvermittler Uber und Lyft nacheinander in der vergangenen Woche in Autodach-basierte DooH-Werbung eingestiegen in der Hoffnung, einige dringend benötigte Zusatzeinnahmen zu erzielen. Das Kerngeschäft von Lyft und Uber – die Vermittlung von Taxifahrten an Fahrer mit Privatfahrzeugen – ist weiterhin hoch-defizitär. Die Rational ist für beide Anbieter also gleich: Zusatzeinnahmen generieren, die teilweise mit den Fahrern geteilt werden. Außerdem treibt die Aussicht auf neue location-based Daten auch das Interesse an mobilen DooH-Plattformen.

DooH: Weihnachtsgrüße per Location-Based-Advertising

Lyft, die im dritten Quartal 2019 einen Nettoverlust von über 460 Mio. Dollar verzeichneten, hoffen, bis Ende 2021 die Gewinnzone erreichen zu können. Als Teil dieses Plans erwarb Lyft in der letzten Woche Halo Cars. Der 2018 gegründete DooH-Netzwerkbetreiber betreibt LED-Screens auf Taxidächern in New York City und Chicago.

Lokale Regularien lassen sogar das ausspielen von Full-Motion DooH-Werbung auf den mobilen Screens zu. Natürlich können die Kampagnen in Echtzeit mit Hilfe von Geofence bis auf einzelne Straßen eingegrenzt ausgespielt werden. Screens werden sowohl auf Taxen als auch auf Privatfahrzeugen installiert, solange sie professionell Personen befördern. Halo stellt die Systeme kostenlos und beteiligt Fahrer an den DooH-Umsätze mit 400,- USD monatlich.

Während Lyft den Anbieter Halo Cars übernommen hat, kooperiert der dreimal größere Anbieter Uber dagegen mit mehreren DooH-Anbietern in vielen US-Metropolen. Partner sind neben Adonmi auch Firefly. Das DooH-Konzept ist vergleichbar, doch neben einer 300,- USD Festvergütung erhalten Uber-Fahrer wöchentlich zusätzlich 100,- USD wenn sie mindestens 20 Fahrstunden leisten. Für fleißige Uber-Chauffeure können somit zusätzlich 700,- USD zusammenkommen.

Auf Wunsch bündelt der DooH-Programmatic-Anbieter Adonmi die fahrenden Uber DooH-Screens mit straßenseitigen DooH-Flächen anderer Anbieter für einen noch größeren Effekt der Kampagnen.

Taxi-DooH von Firefly (Foto: Firefly)
Taxi-DooH von Firefly (Foto: Firefly)

Und wie ist das Potential in Deutschland, Österreich der Schweiz und ganz Europa?

Dachbasierte DooH-Screens sind bisher nur in homöopathischen Dosen in Europa zu entdecken. In Deutschland betreibt Taxi-Ad mit einer Sondergenehmigung der Stadt Hamburg eine überschaubare Anzahl an DooH-Screens auf Taxi-Dächern. Die Betreiber sehen ein Potential von 2.000 Taxen in ausgewählten Metropolen europaweit – falls denn Dach-DooH genehmigungsfähig wird.

Jenseits offizieller Taxiflotten wären DooH-Screens auf dem Dach für Uber und andere Fahrtdienstvermittler ein großer Gewinn. Nicht nur wegen der Zusatzeinnahmen sondern auch um Privatfahrzeuge im Uber-Dienst besser für Fahrgäste sichtbar zu machen.

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