AV-Industrie und Corona

Keine Erholung bis 2022

Die Pro-AV-Ausgaben werden in der EMEA-Region frühestens 2022 wieder das Niveau von 2019 erreichen – Das geht aus der „Industry Outlook and Trends Analysis“ (IOTA) des AV-Branchenverbands AVIXA hervor. Der größte und wertvollste Datensatz über die Pro-AV-Industrie wurde jetzt in einer aktuellen Version mit Daten aus dem späten Frühjahr 2020 veröffentlicht. Der Verband erwartet demnach einen schnellen, anfänglichen Wachstumsschub, gefolgt von langsamer Erholung für die Branche.
Die AVIXA „Industry Outlook and Trends Analysis“ (IOTA) sieht keine Erholung der AV-Branche bis 2022 (Foto: AVIXA)
Die AVIXA „Industry Outlook and Trends Analysis“ (IOTA) sieht keine Erholung der AV-Branche bis 2022 (Foto: AVIXA)

Weltweit wird erwartet, dass die Pro-AV-Ausgaben erst im Jahr 2022 wieder das Niveau von 2019 übersteigen werden, dafür dann aber deutlich. Soweit die Daten der „Industry Outlook and Trends Analysis“ (IOTA) von AVIXA, die jetzt veröffentlicht wurde. Laut einem Artikel des AV Magazine, der sich auf die Analyse bezieht, ist in der EMEA die Erholung jedoch weniger sicher. Derzeit geht AVIXA davon aus, dass der EMEA-Markt im Jahr 2022 ein Volumen von 77,54 Milliarden US-Dollar erreichen wird, was einem Anstieg von nur 0,1% gegenüber 2019 entspricht. Die Prognose berücksichtigt einige negative Entwicklungen, aber weitere wirtschaftliche Turbulenzen oder eine zweite Welle des Virus könnten die Erholung leicht bis ins Jahr 2023 verschieben.

Die EMEA ist die am härtesten betroffene Region im Bereich der AV, aber weder Amerika noch der asiatisch-pazifische Raum bleiben in diesem Jahr von signifikanten Einbußen und einem Schrumpfen des Marktes verschont. Laut Analyse wird erwartet, dass der Pro-AV-Markt in der EMEA bis 2020 um 9% schrumpfen wird, was hauptsächlich auf einen allgemeinen Rückgang des BIP zurückzuführen ist. Die jüngsten Prognosen des IWF prognostizieren für 2020 einen Rückgang der Wirtschaftsgröße in der Euro-Währungszone und im Vereinigten Königreich um etwas mehr als 10%, während in anderen Gebieten der EMEA ein Rückgang von nur 5% erwartet wird.

Live-Events sind die großen Verlierer

Besonders in den Bereichen Kino, Gastgewerbe, Messen und Events sind die Zahlen gelinde gesagt dramatisch. Ihnen steht das härteste Jahr bevor. Aber keine Vertikale bleibt verschont – insgesamt wird mit einem Rückgang von mindestens 4% gerechnet. Noch am wenigsten betroffen sind die Branchen ‚Energy & Utilities‘ sowie ‚Media & Entertainment‘. Beide Sektoren verzeichnen 2020 nur einen bescheidenen Rückgang, gefolgt von einem zu erwartenden starken Wachstum im Jahr 2021 – stark genug, um wieder das Umsatzniveau von 2019 zu erreichen.

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Live-Veranstaltungen werden in diesem Jahr voraussichtlich um mehr als 20% zurückgehen. Auch in den Bereichen ‚Performance & Entertainment‘ sowie ‚Digital Signage‘ sind erhebliche Rückgänge zu verzeichnen. Dafür werden Content und Software-Erweiterungen für bestehende Installationen immer wichtiger. Der globale Aufschwung von virtuellen Meetings, eLearning und digitalen Events reicht übrigens ebenfalls nicht ganz aus, um die Auswirkungen des BIP-Rückgangs zu überwinden. Immerhin soll der Rückgang in diesem Bereich in 2020 aber nur 1,5% betragen.

Weiterhin viel Ungewissheit

Die Daten der IOTA sind mit Vorsicht zu genießen, darauf weist AVIXA laut AV Magazine auch selbst hin. Klar ist: Noch gibt es viele Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Enwicklung der COVID-19-Pandemie. Sie bleibt eine Bedrohung und wird das auch noch in den kommenden Monaten sein. Gerade diese Unsicherheit lässt viele Verbraucher aus Sicherheitsgründen zu Hause bleiben – schlecht für DooH und AV. Darüber hinaus haben die letzten Monate den Unternehmen sowieso schon schweren Schaden zugefügt. Wer bis jetzt knapp Durchhalten konnte, wird mit der nächsten Welle vielleicht schon untergehen  – dieser Narbeneffekt könnte die künftige Erholung und das Wachstum weiter verlangsamen.

Die gesamte Industry Outlook and Trends Analysis gibt es bei AVIXA unter diesem Link.

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