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Displays

Potential OLED – Kampf mit einem konservativen Markt

Seit fünf Jahren bietet LG professionelle OLED-Lösungen im Digital Signage Markt an. Die ultradünnen Displays fristen allerdings immer noch ein Nischendasein. Dabei ermöglicht OLED Sonderanwendungen mit WoW-Faktor: ob gekrümmt, mit integrierten Lautsprechern oder als ultradünne doppelseitige Displays. Aber ein Großteil des Marktes hat das Potential von OLED noch nicht erkannt – LG will das nun ändern.
Interaktive tansparente OLED von LG am ISE 2020-Stand der Lang AG (Foto: Lang)
Interaktive tansparente OLED von LG am ISE 2020-Stand der Lang AG (Foto: Lang)

Die OLED-Installationen auf der CES, IFA und ISE bilden jedes Jahr eine Reihe optischer Highlights auf den Weltleitmessen. Ob OLED-Canyon oder OLED-Wasserfall – Displayhersteller LG lässt nichts unversucht, großformatige OLED-Displays aufwändig zu inszenieren. Während sich OLED bei Premium-Smartphones schon als Standard durchgesetzt hat, fristen die organischen selbstleuchtenden OLED-Displays aber im Digital Signage Markt immer noch ein Nischendasein.

Woran das liegt ist nicht ganz einfach festzumachen. Die erste OLED-Generation kämpfte im Consumer-Bereich noch mit Qualitätsproblemen, was ja keine Neuheit im Markt ist. Doch laut LG ist das gerade im B2B-Bereich heute kein Thema mehr. Die Ausfallraten unterscheiden sich nicht von klassischen LCD-Displays. Auch wird immer wieder ein angebliches Produktionsende von großformatigen OLED-Displays in der Presse thematisiert. Ob das stimmt ist von außen schwer zu beurteilen. Die Fakten sprechen eher dagegen: LG investierte gerade einen Milliardenbetrag in eine neue OLED-Fabrik in China, die in diesen Tagen Corona-bedingt etwas verspätet die Produktion aufnimmt.

LG setzt für die Zukunft auf OLED-Technologie (Foto: LG Electronics)
LG setzt für die Zukunft auf OLED-Technologie (Foto: LG Electronics)

Der Displayhersteller ist sich bewusst, das OLED klassische LCD-Lösungen ergänzt und nicht unbedingt ersetzen muss. So werden vermehrt in Museums- und Ausstellungsprojekten OLED eingesetzt. Hier kann der schmale Formfaktor und die gegenüber LCD höhere Farbbrillanz ihre Stärken ausspielen. Projekte wie der „TimeCube“ von PMS oder die Curved OLED Installation der LANG AG in der Klima Arena in Sinsheim zeigen erfolgreich, wie OLED Displays ins Ausstellungsdesign integriert werden können.

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Doch die Digital Signage-Integratoren halten an der bekannten LCD-Technologien fest und fremdeln mit Neuem. Das gilt nicht nur für OLED sondern auch für LED. Die Anbieter bemühen sich redlich, Integratoren von den Vorzügen von LED zu überzeugen, bisher aber nur mit überschaubarem Erfolg. Mancher fragt sich ob die Branche überhaupt bereit ist für Innovationen.

invidis hat sich im Markt umgehört: Integratoren halten OLED für eine sexy aber teure Sonderlösung und haben sie daher oft nicht auf dem Schirm, wenn sie besondere Digital Signage-Konzepte entwickeln. Die größte Herausforderung für OLED ist also wahrscheinlich, dass sie ausschließlich von LG angeboten wird. LGs Wettbewerber im Markt diskreditieren die Technologie oft.

Ob OLED oder LED, Displayhersteller LG setzt verstärkt auf Schulungen und Trainings, um das Verständnis und das Potential für Innovationen bei Systemintegratoren zu erhöhen. Auch LG Display, die Schwestergesellschaft von LG Electronics, rührt für OLED die Werbetrommel. In dieser Woche veröffentlichen die Koreaner im Rahmen der SID Konferenz ein neues Video mit OLED-Visionen – reichlich Wow garantiert.

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