High Brightness

450 neue digitale Anzeigetafeln für Köln

In der Domstadt werden alte Anzeigentafeln an Bahnsteigen durch moderne LCD-Displays ersetzt. Köln bekommt dabei aber nicht nur neue Screens, sondern eine komplette digitale Infrastruktur entlang der Reisekette.
Stadtbahn vor Kölner Dom (Foto: Christoph Seelbach / KVB)
Stadtbahn vor Kölner Dom (Foto: Christoph Seelbach / KVB)

Nach mehrmonatigen Testläufen haben nun die Installationsarbeiten begonnen. Bereits im vergangenen Jahr hat die KVB Vorarbeiten für die Installation neuer digitaler Fahrgastinformationsanzeiger (DFI) durchgeführt. Im gesamten Stadtbahnnetz wurden – wo es erforderlich war – Fundamente erneuert und neue Masten gesetzt. Nun beginnt die Montage der neuen Anzeigetafeln. Die Installationen der rund 450 Touchpoints mit High-Brightness Screens sollen von bis zu fünf Montagegruppen durchgeführt werden. Abgeschlossen sein soll das Projekt in circa zwei Monaten sein, sofern es keine wetterbedingten Probleme gibt. Sobald ein alter Anzeiger abgebaut wurde, wird er direkt durch einen neuen ersetzt.

Köln setzt auf LCD (Foto: KVB)
Köln setzt auf LCD (Foto: KVB)

Im Anschluss an die Montage der Screens werden an den Masten zusätzlich Anforderungstasten für eine akustische Information sehbehinderter Menschen angebracht. Die Ausstattung der Haltestellen mit den neuen Informationstafeln ist Teil eines umfangreichen Projektes zur Verbesserung der Kundeninformation. Die neuen Anzeiger weisen einen deutlich höheren Standard auf: Die Zeilen für die Textinformation können 6-, 8-, 12- oder sogar 16-zeilig sein, die Darstellungen nicht nur schwarz-weiß, sondern auch farbig. Auch Bild- und Filmübertragungen sind möglich.

Mit diesen Möglichkeiten sollen den Kunden Echtzeitinformationen zur gesamten Reisekette zur Verfügung gestellt werden. Fällt eine Bahn aus, soll direkt angezeigt werden, wie das Ziel über eine alternative Reiseroute zu erreichen ist. Voraussetzung für die Übermittlung dieser Daten sind ein komplexes IT-System und umfangreiche Software-Entwicklungen, die in ein bis zwei Jahren zur Verfügung stehen werden. Bis dahin wird die Information auf den neuen Anzeigern weitgehend so aussehen wie bisher. Jeweils rund 100 weitere DFI sind an Treppenauf- bzw. abgängen vorgesehen, weitere in Bussen und Bahnen. Alle Informationsmedien der KVB (DFI, Webseite, Social Media, Handy App etc.) werden letztlich eine gemeinsame Schnittstelle in der Leitstelle haben. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von rund 75 Mio. Euro und wird zu 50% durch den Bund gefördert.

Mit der Inbetriebnahme des neuen digitalen Kundeninformationssystems wird die KVB in der Lage sein, umfangreichen Echtzeitinformationen zur Verfügung zu stellen. Doch nicht nur die Displays auf den Bahnsteigen werden modernisiert, auch erhalten alle mehr als 300 Stadtbahnzüge der KVB neue Displays im Fahrgastraum. Zusätzlich werden auch Sensoren installiert, die den Füllstand einfahrender Züge bereits auf den Bahnsteigdisplays (DFI) anzeigen kann. Ein wichtiges Serviceangebot in Zeiten von Corona und Social Distancing.

In Deutschland unüblich ist auch die Integration von DooH-Screens in die Fahrgastinformation. So blenden die Verkehrsbetriebe von Montreal kurz vor Eintreffen des Busses / der Bahn aktuelle Information über den Werbespot der großformatigen DooH-Screens. Natürlich nicht formatfüllend, sondern nur auf Augenhöhe mit kompakten Information.

Montreal - DooH trifft DFI (Foto: invidis)
Montreal – DooH trifft DFI (Foto: invidis)