Livesystems

Out of Home-Verband kritisiert Schweizer Post

Dass die staatliche Schweizer Post mit Livesystems einen Außenwerber übernimmt, löst Kritik beim Verband Außenwerbung Schweiz (AWS) aus. Dessen Präsident Markus Ehrle bezeichnet die Übernahme als "ordnungspolitisch sehr stoßend".
"Wo führt das in Zukunft hin, wenn staatliche Betriebe mit staatlichen Garantien staatliche Verträge bewirtschaften?" – Markus Ehrle, Präsident des AWS. (Foto: APG|SGA)
„Wo führt das in Zukunft hin, wenn staatliche Betriebe mit staatlichen Garantien staatliche Verträge bewirtschaften?“ – Markus Ehrle, Präsident des AWS. (Foto: APG|SGA)

Die Übernahme von Werbevermarkter Livesystems durch die staatliche Post der Schweiz hat nicht nur ein großes Medienecho in Fach- und Schweizer Medien erfahren, sondern auch Gegenwind ausgelöst. Markus Ehrle, Präsident des Verbands Außenwerbung Schweiz, AWS, kritisierte die Übernahme mit deutlichen Worten: „Die Ankündigung der staatlichen Post, das Außenwerbegeschäft von Livesystems für eine unbekannte hohe Summe per 1. Juli 2021 zu kaufen, ist aus Sicht des Außenwerbeverbandes AWS ordnungspolitisch sehr stoßend.“

DooH: Aufregung in der Schweiz nach Post-Akquisition

Der DooH-Anbieter Livesystems habe schon zuvor in öffentlichen Ausschreibungen um öffentliche Konzessionen „beträchtliche Abgaben und Mindestgarantien“ geboten. Als Beispiele nannte Markus Ehrle Projekte der Stadt Zug, der Verkehrsbetriebe Zürich, der Bahngesellschaft BLS und die Post. „Das dürfte er mit den zusätzlichen Mitteln der neuen Besitzerin nun noch weiter – oder gar verstärkt – tun.“

Der AWS-Vorsitzende, der auch Geschäftsführer des OoH-Marktführers APG|SGA ist, sieht in Zukunft Nachteile für Außenwerber, die nach ökonomischen Grundsätzen wirtschaften müssen: „Wo führt das in Zukunft hin, wenn staatliche Betriebe mit staatlichen Garantien staatliche Verträge bewirtschaften – und diese bei etwaigen Verlusten mit staatlichen Zuschüssen decken?“

Zudem sieht Markus Ehrle das erweiterte Portfolio nicht als die Kernaufgabe der Post an: „Wir haben ein gewisses Verständnis dafür, wenn die Post das Vermarktungsgeschäft ihrer eigenen Kanäle ‚insourcen‘ möchte.“ Das übrige Außengeschäft habe aber nach Meinung des AWS nichts mit dem Leistungsauftrag der Post und auch nicht mit dem bisher betriebenen Werbegeschäfts – also Mailings – zu tun.

In einem Interview mit Persoenlich.com gab Markus Ehrle zu bedenken, dass der Schweizer OoH-Markt schon jetzt außerordentlich kompetitiv sei. Welche Auswirkungen die Übernahme hier hat, werde sich mit der Zeit zeigen. Im Interview hob Markus Ehrle als das einzig Positive hervor, dass der Einstieg der staatlichen Post zeige, wie attraktiv der OoH-Media-Markt sei. Die Außenwerbung werde auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Kommunikationsmix spielen.