Olympia und Zara

Reicht die Show am Screen?

In den letzten Tagen erzielten zwei virtuelle Showelemente riesige Aufmerksamkeit: das Zara-Schaufenster in New York City und die Olympischen Ringe bei der Abschluss Veranstaltung von Tokyo 2020. Beide digitalen Elemente verschmolzen den physischen Raum mit virtuellen Elementen. Ein optisches Erlebnis auf dem Screen, enttäuschend für die Betrachter vor Ort.
CGI trifft AR - Olympiaringe und Bällebad voll virtuell (Fotos: Screenshot)
CGI trifft AR – Olympiaringe und Bällebad voll virtuell (Fotos: Screenshot)

Das Zara Schaufenster in New York City war eines der Highlights nicht nur für die Digital Signage-Öffentlichkeit in der letzten Woche. Das virtuelle Bällebad im Schaufester der Inditex-Tochter entfachte viel Fantasie – kann es wirklich eine LED-Installation sein oder doch nur ein AR-Erlebnis? Besucher und Kunden der Zara-Filiale in Soho/New York City waren enttäuscht, als sie hinter dem Schaufenster kein Bällebad vorfanden, sondern nur die Auslage mit der neuesten Kollektion des spanischen Modelabels.

Videokunst: Das WoW-Schaufenster

Ebenso die Teilnehmer der Abschlussveranstaltung der olympischen Sommerspiele in Tokio. Während Millionen von Zuschauern animierte Olympiaringe im Stadion sahen (die CGI-Animation wurde von den Digital Signage-Experten der Moment Factory aus Montreal entwickelt) schauten die Sportler im Stadion in den dunklen Himmel.


Die Herausforderungen ähneln sich: Wie bei Hybrid-Meetings am Arbeitsplatz, Hybrid-Konferenzen Vor-Ort und im Online-Stream kämpfen auch Retailer mit dem Spagat zwischen Digital im Raum und virtuellen digitalen Räumen. Getrennt voneinander sind Online und Offline gut zu managen, aber vergleichbare Erlebnisse sowohl vor Ort als auch Online zu ermöglichen ist fast unmöglich. Enttäuschungen bleiben nicht aus, wie der Fall von Zara und das Feedback der Sportler im Stadion von Tokyo zeigen.

Kann virtuell besser sein als die Realität? In Bezug auf Information, Unterhaltung und Show wohl schon, aber Menschen wollen Face2Face „netzwerken“ und Produkte physisch erleben. Ein Grund, warum digitale Unternehmen wie Apple, Amazon & Co weiter auf den stationären Einzelhandel setzen. Agenturen und Digital Signage-Anbieter müssen sich nur anstrengen bessere, persönlichere, immersivere digitale Erlebnisse für den physischen Raum zu entwickeln. Ein Display an der Wand oder eine große LED im Raum reicht allein nicht aus.