Studie

LED-Markt wächst 30% in 2022

Es braucht keine Glaskugel, um die wachsende Bedeutung von LED im Digital Signage-Markt vorherzusagen. Aber eine Bestätigung und weitere Analysen der renommierten Research-Experten von Futuresource geben interessante Einblicke.
Neue Sony CrystalLED (Foto: Sony)
Neue Sony CrystalLED (Foto: Sony)

Auch die globale LED-Branche konnte sich 2020 nicht der Pandemie entziehen – mit einem Umsatz von 5,6 Milliarden Dollar erzielte die von asiatischen Anbietern dominierte LED-Branche einen Rückgang von 750 Millionen USD gegenüber 2019. Für das laufende Digital Signage-Jahr 2021 erwarten die britischen Marktforscher wieder ein Marktwachstum von 16 Prozent auf 6.5 Mrd. USD.

„Obwohl die weltweiten Verkäufe im vergangenen Jahr um 12 Prozent zurückgegangen sind, hat sich der Markt besser entwickelt als von vielen erwartet“, sagt Chris McIntyre-Brown, Director, Futuresource Consulting. „Das ist vor allem der Erholung Chinas zu verdanken, das sich viel schneller und stärker als erwartet erholt hat und im Jahr 2020 mehr als die Hälfte aller weltweiten LED-Verkäufe auf sich vereinte.“

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Während die LED-Nachfrage in Nordamerika stark gefallen ist, war es doch insbesondere die EMEA-Region, die am stärksten vom Rückgang betroffen war. Jedoch entwickelten sich die einzelnen europäischen Märkte auch aufgrund der divergierenden Reaktionen auf die Pandemie sehr unterschiedlich.

Hochauflösende LED – auch Narrow Pixel Pitch (NPP) genannt – ist weiter der erfolgreichste LED-Produktbereich, der im Jahr 2020 auch nur um 1 Prozent geschrumpft ist, während die Standard-LED einen Rückgang von 24 Prozent verzeichnete. Ein großer Teil dieses Erfolges ist auf die starke Nachfrage in China zurückzuführen, aber auch die großen westlichen Märkte zeigten ein starkes Interesse an NPP über 1,2mm Pixel Pitch. Der globale Trend nach Ultra Fine Pixel 1,2mm und geringer – wie sie Samsung, LG und Sony in ihren Micro/Mini-LEDs anbieten – wurde nur pandemiebedingt aufgrund geringerer Budgets unterbrochen. In 2021 sollte der Boom für ultrafeine Auflösung wieder Fahrt aufnehmen.

Veränderte Marktdynamik

Neben der raschen Erholung in China führte die weltweite Pandemie auch dazu, dass viele chinesische LED-Anbieter ihr internationales Personal nach Hause riefen, um sich auf inländische Digital Signage-Projekte zu konzentrieren. Dieses führte aber auch zu einem harten Wettbewerb um Projekte, an dem viele kleinere LED-Anbieter scheiterten.

Zur gleichen Zeit, als sich die chinesischen Marken aus Europa zurückzogen, begannen viele etablierte Display-Anbieter, ihre Aktivitäten im LED-Segment zu verstärken. Der breite LED-Markteintritt von Samsung, LG und Co. verändert die Marktlandschaft radikal und beweist die Stärke dieser internationalen Marken. Selbst in Krisenzeiten sind die etablierten globalen Marken in der Lage, global zu agieren und vor Ort zu unterstützen. Die langfristige Zukunft vieler chinesischer LED-Anbieter sieht laut Futuresource zunehmend schwieriger aus, „da Samsung, LG und andere weiterhin ihre internationalen Muskeln spielen lassen“.

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Die meisten Vertikalmärkte waren im vergangenen Jahr stark betroffen, wobei der Einzelhandel, Medien und Werbung sowie Stadien und Veranstaltungsorte am stärksten betroffen waren. Futuresource erwartet jedoch für alle drei Branchen eine vollständige Erholung.

Doch die LED-Nachfrage in anderen Use-Cases boomte auch mitten in der Pandemie. Virtuelle Studios waren die Krisenlösung schlechthin, da Film- und Werbeproduktionen aufgrund der Reiserestriktionen nicht an Originalschauplätzen stattfinden konnten.

„Sie waren ein besonderer Rettungsanker für die LED-Industrie, nicht nur aus Produktsicht, sondern auch, weil sie es Verleihern ermöglichte, Lagerbestände und Lagerflächen für Studios und den Bau von Sets zu nutzen.“

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Auch im Bereich der Kontrollräume hat die Nachfrage nach LED rapide zugenommen. Das Interesse daran besteht schon seit einigen Jahren, aber das Jahr 2020 war der Wendepunkt, als geschäftskritische Kontrollräume, insbesondere im Energiesektor, begannen, LED einzusetzen. Trotz der Pandemie wuchs der Markt für Kontrollräume im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent.

Fachchinesisch – LED-Anbieter sorgen für Verwirrung

„Eine weitere Herausforderung für die Digital Signage-Branche ist die Flut an Marketingbezeichnungen, die derzeit verwendet wird“, sagt Chris McIntyre-Brown. „Begriffe wie SMD, IMD, Multipixel, COB, GOB, MiniLED, MicroLED und viele mehr werden von LED-Anbietern verwendet, die versuchen, sich in einem zunehmend überfüllten Markt zu differenzieren. Während dies auf Markenebene Sinn macht, ist es letztlich für die gesamte Branche nachteilig. Wir gehen davon aus, dass in absehbarer Zukunft drei Technologietypen auf dem Markt koexistieren werden: SMD, MiniLED und MicroLED, die alle auf Chiplets und Rot-Blau-Grün-Pixeln (RGB) basieren.“

Die Zukunft der LED

Mit zunehmender Marktreife der LED-Lösungen werden All-in-One-LED-Angebote die Branche dominieren. Vielen Digital Signage- und ProAV-Integratoren fehlt es heute noch an erforderlichen Kenntnissen und an Erfahrungen, um LED-Projekte erfolgreich zu realisieren. LED-Anbieter investieren in Trainingsmaßnahmen und beschleunigen die Vereinfachung von LED durch All-in-One-Lösungen.

„Trotz der Herausforderungen hat die Branche eine gute Zukunft vor sich. Unsere Prognosen erwarten einen starken Aufschwung im nächsten Jahr, mit einem Wachstum von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was zu einem Umsatz jenseits der 8-Milliarden-Dollar-Marke führt. Darüber hinaus erwarten wir, dass MiniLED- und MicroLED-Produkte die LED-Branche in eine neue Wachstumsphase führen werden, die bis 2025 die 15-Milliarden-Dollar-Grenze überschreiten wird.“

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