Brandschutz und Digital Signage

Zuhören, diskutieren, umsetzen

Auf der Tagung Best Medientechnik, veranstaltet von der Job-Gruppe, diskutierte man über die richtigen Brandschutzvorrichtungen für Digital Signage-Anlagen – und vor allem wie sich diese auch gegenüber den Behörden verlässlich behaupten können.
Die Tagung Best Medientechnik fand vom 2. bis 3. November bei Hamburg statt. (Foto: invidis)
Die Tagung Best Medientechnik fand vom 2. bis 3. November bei Hamburg statt. (Foto: invidis)

Das Wortspiel ist ausgeleiert, trifft es aber zu gut, um es nicht zu verwenden: Brandschutz ist und bleibt ein heißes Thema.  Unter anderem zeigt sich das am großen Interesse, dass der Konferenz Best Medientechnik, veranstaltet von der Job-Gruppe, entgegengebracht wurde. Das Event zum Thema Medientechnik und Brandschutz, das am 2. und 3. November stattfand, war ausgebucht, mit einem breiten Spektrum an Teilnehmenden: vom Integrator über Lieferanten zu Herstellern auf der einen sowie Brandschutzexperten auf der anderen Seite.

Wunsch nach Planungssicherheit

Bei der Konferenz stand vor allem eins im Mittelpunkt: Kommunikation. Wieder so ein ausgeleiertes Schlagwort für eine Tagung. Doch darum ging es den meisten Teilnehmern tatsächlich: zu kommunizieren, zu diskutieren: Welche Brandschutzregeln gelten für welche Medieninstallationen? Wie kann man hier einen einheitlichen Rahmen – idealerweise bundesweit – schaffen? Denn durch die fortschreitende Digitalisierung von Räumen und Applikationen werden zwangsläufig mehr Displays in mehr Locations erscheinen. Und gerade beim Thema Digital Signage kommen auch ästhetische und werbewirksame Aspekte dazu. „Wir wollen eine immer flexiblere Raumgestaltung“, brachte es Bodo Müller, geschäftsführender Gesellschafter der Job-Gruppe, auf den Punkt. „Doch neue Konzepte müssen auch immer dem Brandschutz genügen.“

Job-Geschäftsführer Bodo Müller bei der Einführungsrede. (Foto: invidis)
Job-Geschäftsführer Bodo Müller bei der Einführungsrede. (Foto: invidis)

Das gilt vor allem für Anwendungen und Orte, die von Grund auf hohen Sicherheitsstandards genügen müssen. Deren Brandschutzbestimmungen sind besonders streng. Aber nicht nur das: Die Regelungen sind oft auch nicht auf den Einsatz von Displays ausgelegt. Zudem gibt es eine Vielzahl von Brandschutz-Behörden in Deutschland, die alle die bestehenden Regeln unterschiedlich interpretieren. Somit ist der Interpretationsspielraum seitens der Behörden relativ groß – und das Frustpotenzial, wenn Brandschutzverantwortliche den sorgfältig ausgearbeiteten Plänen des Digital Signage-Integrators widersprechen.

Brandschutz: Unklarheit verhindert Digitalisierung

Tobias Lang, CEO der Lang AG, verglich es in seinem Vortrag mit der Einführung der Laserprojektion. Denn die EU-Regeln für den Lasereinsatz waren für diese Applikation nicht ausgerichtet. „Wir mussten für diese Welt erst Regeln schaffen“, erklärte er. „Und das ist ein Prozess, der dauert.“ Der Distributor befasst sich seit einiger Zeit mit dem Thema Brandschutz und bietet unter anderem Lösungen mit den Geräte-integrierten Löschsystemen der Job-Gruppe an.

Digital Signage Brandschutz: Wenn der Screen sich selbst löscht

Genau aus diesem Grund erachteten viele Teilnehmer die Konferenz als wertvoll. Nicht unbedingt weil sie genaue Instruktionen für brandschutzkonforme Installationen bekamen – sondern weil sie ins Gespräch kamen und ihre Forderungen nach mehr Rechtsicherheit mit den passenden Sparringpartnern aus dem Brandschutz diskutieren konnten.

Integratoren wie Ben Hur und Gekartel – die zusammen mit Distributor Lang AG Mitveranstalter beziehungsweise Sponsoren waren – nutzten die Konferenz, um auf die großen Planungsunsicherheiten hinzuweisen, die sich bei den Installationen in sensiblen Bereichen ergeben.

Brandschutz: Keine Displays mehr verheizen

Zum Schluss der Konferenz war man sich einig: Eine Lösung für klare Bestimmungen und Standards jedweder Art müssen her. Auf welche Art dies erreicht werden soll, blieb hingegen noch offen. Die Überführung in eine Norm beispielsweise würde lange dauern – und dann wäre es fraglich, ob der schnellen Entwicklung im Display-Bereich Genüge getan werden könnte.

Geräte-integrierte Brandschutzlösung mit Systemteilen der Job-Gruppe und der Lang AG (Foto: invidis)
Geräte-integrierte Brandschutzlösung mit Systemteilen der Job-Gruppe und der Lang AG (Foto: invidis)

Daher blieb als erste Aufgabe: weiter die Behörden überzeugen und die Technik so sicher gestalten, dass Vorbehalte abgebaut werden und sich ein Quasi-Standard etablieren kann. Hier wurde vorgeschlagen, dass eine Arbeitsgemeinschaft, zum Beispiel unter der Federführung eines Industrieverbands, eine große Wirkungskraft haben könnte.

Wann gibt es einen „Stand der Technik“?

Einig war man sich auch unter den Experten, dass der Geräte-integrierte Brandschutz, wie ihn beispielsweise die Job-Gruppe mit den E-Bulb- und Amfe-Lösungen anbietet, eine wichtige Rolle spielen wird.

Brandschutz: Digital Signage als Teil der Lösung

Hier dürften vor allem die Displayhersteller im Plenum – zum Beispiel Samsung und Daktronics – mitgeschrieben haben. Für diese lohnt es sich noch lange nicht, Geräte-integrierten Brandschutz in ihre Displays einzubauen – zu speziell sind die Anwendungen, für die es tatsächlich gebraucht wird. Sollte allerdings ein Hersteller mit einem Produkt einen „Stand der Technik“ etablieren, würde das einen enormen Marktvorteil bieten. Den Integratoren würde es für die nahe Zukunft schon reichen, wenn sie mit einem guten Brandschutzkonzept Planungssicherheit bekommen.

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