Business Critical Kino

Digital Signage als Kassenschlager

Verwalten von komplexen Inhalten plus Bereitstellen von dringend benötigten Einnahmequellen: Kinobetreiber setzen auf Digital Signage als geschäftskritisches Element.
Digital Signage ist mittlerweile geschäftskritisch für viele Kinobetreiber. (Foto: imaculix AG)
Digital Signage ist mittlerweile geschäftskritisch für viele Kinobetreiber. (Foto: imaculix AG)

Die größte Kinoleinwand der Welt steht im Imax Böblingen. Sie ist 38 Meter breit und 22 Meter hoch. Aber der Star für das Kinogeschäft ist viel kleiner und hat ein Seitenverhältnis von 16:9.

Die Kinobetreiber sind in hohem Maße von den Konzessionseinnahmen im Foyer abhängig, da die Filmstudios bis zu 62 Prozent der Ticketeinnahmen behalten. Kreative Geschäftsmodelle sind notwendig, um Kinos in einer postpandemischen, auf Streaming-Dienste ausgerichteten Welt profitabel zu betreiben.

Business Critical im invidis Jahrbuch

Der Artikel ist Teil des großen Business-Critical-Specials im invidis Jahrbuch 2022. Laden Sie sich hier das kostenlose Jahrbuch herunter und erfahren Sie mehr über die Anforderungen von Business Critical Digital Signage sowie Analysen von weiteren Verticals.

Kinofoyers sind eine einzigartige Gelegenheit für die Digital Signage-Industrie: Die Branche hat wahrscheinlich eine der höchsten Display-Dichten. Größere Multiplex-Kinos verfügen über mehr als 150 Screens im Foyer, die hauptsächlich für Filme werben, aber auch Werbungen für Essen und Getränke oder klassische Anzeigen zeigen, die direkt vom Kino beziehungsweise einer Vertriebsagentur vermarktet werden.

Erlebnis muss sein

Kinos sind in einer ähnlichen Position wie Tankstellen: Alle bieten das gleiche Produkt an. Die Verbraucher entscheiden sich für das Kino, das am bequemsten ist, und immer häufiger entscheiden sie sich dafür, zu Hause zu bleiben und denselben Film ein paar Wochen später auf einer Streaming-Plattform zu sehen. Die Besucherzahlen in den Kinos sind weltweit rückläufig – ein Trend, der nur schwer umzukehren ist.

Business Critical: Digital Signage macht den Unterschied

Kinobetreiber setzen darauf, ihre Unterhaltungszentren in Begegnungsstätten mit einzigartigen Gästeerlebnissen zu verwandeln. Speisen und Getränke spielen dabei eine wesentliche Rolle – aber auch Boutique-Kinos, besondere Sitzkonzepte wie Loveboxes oder Liegen, spezielle Leinwände, Erlebnisformate wie 3D, 4D, Screen-X oder Premium Large Format (PLS) wie Imax oder Konzepte wie Cinema-On-Demand und Privatkinos mit einer großen Bibliothek interessanter Titel.

Allen Formaten ist gemeinsam, dass sie das einzigartige Erlebnis bieten, das nur ein Kino bieten kann. Die Film- und Kinobranche hat unter der Pandemie enorm gelitten, und etablierte Geschäftsmodelle wie Vorführungen nach klassischem starren Raster funktionieren nicht mehr.

Hochkomplexer Content

Kernstück von geschäftskritischem Digital Signage in Kinos sind Dutzende, wenn nicht Hunderte von Screens im Hochformat, die für bevorstehende Filmstarts werben, oder Displays im Querformat mit Trailer-Promotions. Große Filmstarts werden weit im Voraus beworben, manchmal mehr als ein Jahr vor dem Start. Studios und Verleiher unterstützen die Werbung mit speziellen Marketingbudgets und Digital Signage Inhalten. In größeren Kinos werden zu einem bestimmten Zeitpunkt 50 bis 80 Filme beworben.

Von Jahr zu Jahr wird die Verwaltung der digitalen Inhalte auf den unterschiedlichen Kommunikationskanälen komplexer. Bei einem großen Blockbuster kann es bis zu vier unterschiedliche Artwork-Kampagnen und zehn Trailervarianten geben – pro Sprachversion. Aus lizenzrechtlichen Gründen sollten die Inhalte auch nach der Publikation des Verleihers auf allen Kanälen ausgetauscht werden. Die Verwaltung und Planung von Digital Signage-Playout ist eine komplexe Aufgabe.

Die Kernsysteme der Kinobetreiber sind die Kinokassenplattformen, die den Kartenverkauf und die Filmprogrammierung der aktuellen und zukünftigen Kinostarts zentral verwalten. Die Planung von Digital Signage-Inhalten wird in der Regel über das zentrale Kinokassensystem gesteuert. Das CMS kombiniert dann Programm- und Preisinformationen mit den von den Studios zur Verfügung gestellten Inhalten (reguläres Artwork, Character Artworks, animierte One-Sheets, Multiple Living One Sheets).

Customer Journey beginnt vor dem Kino

Die Trailer werden auf separaten, querformatigen Digital Signage-Displays in der Lobby präsentiert. Auch hier ist die Zeitplanung eine Herausforderung, da einige Trailer altersbeschränkt sind und erst später am Abend gezeigt werden können. Solche komplexen Aufgaben können nur durch ein hochautomatisiertes Ökosystem vom Content bis zum Playout bewältigt werden.

Nicht zu vergessen ist die Komplexität in Bezug auf Multiformate an mehreren Standorten innerhalb einer Kinokette. So will man zum Beispiel nicht eine Imax-Filmversion an einem Standort bewerben, an dem es gar kein Imax gibt. „Digital Signage ist nicht auf die Lobby beschränkt. Die Customer Journey beginnt bereits vor dem Kino – Online, Social Media, Außendis plays, Screens in der Lobby sowie Inhalte in den Kinosälen müssen alle aufeinander abgestimmt werden“, betont Andy Bohli vom Schweizer Digital Signage- und Kinospezialisten Imaculix. „Die Studios sind sehr wählerisch, was das Artwork und die korrekte Planung angeht. Und die Kinobetreiber benötigen studiogerechte, lokalisierte Texte und Startdaten.“

Business Critical: So funktioniert geschäftskritisches Digital Signage