Retail kauft zurück

Aus Decathlon wird Nolhtaced

Drei belgische Decathlon-Filialen heißen für einen Monat "Nolhtaced". Der französische Sportartikel-Händler will auf sein Reverse-Shopping-Angebot aufmerksam machen – und dreht dafür den Markennamen einfach um. 
Aus Decathlon wird Nolhtaced - eine Filiale in Belgien. (Foto: Decathlon)
Aus Decathlon wird Nolhtaced – eine Filiale in Belgien. (Foto: Decathlon)

Bei Decathlon in Belgien können Kunden nicht nur neue Sportartikel kaufen, sondern auch alte oder unbenutzte zurückgeben: Reverse Shopping nennt der Händler das Prinzip. Decathlon repariert das Equipment und verkauft sie dann gebraucht mit Garantie weiter. Das Angebot startete Anfang des Jahres mit einer Testphase, in der 26.000 gebrauchte Artikel wieder an Decathlon zurückgingen. Jetzt will der Konzern sein Angebot mit einer Marketing-Aktion pushen: Die Kette ändert für einen Monat ihren Namen in „Nolhtaced“ – Decathlon rückwarts geschrieben. Der Name Nolhtaced erscheint nicht nur im Logo auf der Website und auf Social Media, sondern auch auf den Fassaden der Filialen in Evere, Namur und Gent.

Mehr als ein Marketing-Gag

Mit der Kampagne möchte Decathlon möglichst viele Verbraucher auf das Reverse Shopping aufmerksam machen. Auch Sportartikel anderer Hersteller und Händler sind gefragt. Wer seine alten Sachen zurückbringt, bekommt dafür Kaufgutscheine. Auch reparierte Artikel lassen sich davon erwerben. In der Testphase kamen die ausgegeben Gutscheine auf einen Gesamtwert von 593.220 Euro. „Auf den ersten Blick mag die Umbenennung in Nolhtaced wie ein Marketing-Gag erscheinen, aber unser Hauptziel ist es, unseren Rückkaufservice einem möglichst breiten Publikum bekannt zu machen“, erklärt Arnaud De Coster, Second-Hand-Manager von Decathlon Belgien.

Mit dem Recycling will Decathlon nicht nur den Lebenszyklus seiner Produkte verlängern, sondern auch Sportartikel für alle erschwinglich machen. Laut einer Studie des Forschungsunternehmens Indiville gaben von 1.000 Belgiern 30 Prozent an, den Kauf neuer Sportbekleidung und -ausrüstung aktuell aufzuschieben. Grund dafür seien die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Das klassische Konsumverhalten verändere sich aufgrund der Inflation; Decathlon möchte sich den neuen Anforderungen mit Reverse Shopping entgegensetzen.

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