Ströer

König in der Krise

Die Rezession ist da – jedenfalls im deutschen Werbemarkt, der im dritten Quartal um 9 Prozent einbrach. Ströer entwickelte sich gegen den Marktrend mit 5 Prozent Wachstum erstaunlich gut. Wachstumstreiber war DooH (+23%), das den Nachfrageeinbruch bei Ströer von Online und klassischem OoH mehr als kompensieren konnte.
Ströer wächst gegen den Gesamtmarkt (Foto: Ströer)
Ströer wächst gegen den Gesamtmarkt (Foto: Ströer)

Ströer präsentiert die Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2022. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage aufgrund des Krieges in der Ukraine, der hohen Inflation sowie steigender Energie- und Verbraucherpreise erzielte Ströer in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres robuste Ergebnisse im Rahmen der eigenen Ziele und Markterwartungen. Ausschlaggebend dafür waren neben der starken Position im deutschen Werbemarkt das differenzierte Kundenportfolio und die Dynamik von DooH.

In den ersten neun Monaten 2022 konnte der Konzernumsatz um 13 Prozent von 1,1 auf 1,25 Milliarden Euro gesteigert werden. Das organische Umsatzwachstum lag bei 13,5 Prozent. Das EBITDA (adjusted) legte im Vergleichszeitraum um 11 Prozent auf 354 Millionen Euro zu.

Ströer profitiert von der diversifizierten Kundenstruktur des Out-of-Home-Geschäfts – mehr als 60 Prozent der Umsätze stammen von rund 58.000 lokalen Werbekunden. Während nationale Kampagnen in der Krise schnell gestrichen werden, bleiben lokale Kunden bei ihren geplanten Werbeausgaben.

Wachstumstreiber DooH (Foto: Ströer)
Wachstumstreiber DooH (Foto: Ströer)

DooH wächst in den ersten Quartalen um 60 %

DooH entwickelt sich mit unveränderter Dynamik: Zum einen ist DooH immer mehr in den digitalen Basisbudgets der nationalen Werbungtreibenden verankert, zum anderen wird es laut Ströer als emissionsärmstes Medium auch aus Nachhaltigkeitsgründen stark nachgefragt, was in den ersten drei Quartalen des Jahres zu einem Wachstum von mehr als 60 Prozent geführt hat.

Rund 30 Prozent der Out of Home-Einnahmen sind bereits digital (vergleichbar mit JC Decaux), obwohl lediglich zwei Prozent der möglichen Standorte bis dato digitalisiert wurden. Im Zuge der Digitalisierung der Außenwerbung steht Ströer erst am Anfang eines längeren Strukturwandels mit erheblichem Potenzial, in das der Konzern unverändert investiert. Im abgelaufenen 3. Quartal legte DooH mit 23% Prozent im Vergleich zum starken Vorjahresquartal zu, davon 17 Prozent organisch und 5 bis 6 Prozent Budgets, die von klassischem Out-Of-Home Richtung DooH verschoben wurden.

Treiber für DooH

  • Die Kölner sehen einige relevante Treiber für weiteres DooH-Wachstum: Ströer investiert weiterhin in die Digitalisierung des Inventars (erst 2 Prozent der OoH-Werbeflächen sind digitalisiert), DooH spielt zunehmend eine relevante Rolle im Mediamix, insbesondere getrieben durch Programmatic.
  • Mehr als 60 Proeznt der OoH-Umsätze erzielt Ströer mit lokalen Werbekunden, somit ist der OoH-Marktführer weniger betroffen vom Nachfrageeinbruch bei nationalen Kampagnen
  • Laut eigenen Berechnungen hält Ströer 60 Prozent Marktanteil am OoH-Markt in Deutschland, „ohne Ströer geht es bei OoH kaum“.

Ausblick Q4

Das Werbeumfeld trübt sich rezessionsbedingt weiter ein, insbesondere TV (-15 %) und Online verzeichnen die größten Nachfrageeinbrüche. OoH entwickelt sich aus Sicht von Ströer weiterhin robust, sodass die Kölner mit einem Q4-Umsatz mindestens auf Vorjahresniveau rechnen. DooH und lokale Werbekunden bleiben auch im letzten Quartal die wichtigsten Wachstumstreiber.

„Durch unsere diversifizierte Aufstellung haben wir auch in diesen herausfordernden Zeiten entgegen den Markttrends robustes Wachstum gezeigt. Unser Kerngeschäft hat sich auch relativ zu anderen Mediengattungen wie Print und TV sehr gut entwickelt und wir gewinnen strukturell hinzu“, sagt Christian Schmalzl, Co-CEO von Ströer. „Auch wenn makroökonomische Herausforderungen nicht beeinflussbar sind, zeigt sich unsere „OoH Plus“-Strategie als resilient und auch das Orderbook für das vierte Quartal liegt auf Vorjahres-Niveau. Vor allem unser starkes Regional- und Lokalgeschäft, unser kontinuierlich wachsendes, digitales Außenwerbeportfolio und unsere strenge Kostendisziplin sind die zentralen Erfolgsfaktoren im aktuellen Umfeld.“