Der schwedische Ladenbauer ITAB hat in den vergangenen Jahren eine der beeindruckendsten Transformationen der europäischen Retailbranche vollzogen. Was einst als klassischer Metallbaubetrieb mit Spezialisierung auf Regale und Kassenzonen für Lebensmittelhändler begann, ist heute ein internationaler End‑to‑End‑Anbieter für Einrichtung, Technologie und Licht im physischen Handel. Mit den Übernahmen von HMY und Blink beschäftigt ITAB nun 5.300 Mitarbeitende und erwirtschaftet 1,2 Milliarden Euro – eine Größenordnung, die das Unternehmen zum neuen führenden Ladenbauer Europas macht.
Vom Metallbauer zum Retail-Experience-Partner
Vor fünf Jahren besuchte invidis die ITAB‑Zentrale im schwedischen Jönköping – im Herzen Skandinaviens. Damals begann ITAB gerade, in schwedische Retail‑Tech‑Unternehmen zu investieren. Ziel war es zu verstehen, wie ein traditioneller Metallverarbeiter den Anschluss an die Digital‑Signage‑Welt findet. Die Shopfitting‑Expertise war eindrucksvoll, doch es schien schwer vorstellbar, wie sich die analogen Grundlagen des Ladenbaus mit digitaler Innovation verbinden lassen.
Heute ist die Transformation abgeschlossen. ITAB tritt als vollständig integrierter Retail‑Partner auf – von Design und Innenausbau über Licht, Self‑Service‑Lösungen und digitale Touchpoints bis hin zu globalen Rollout‑Fähigkeiten.
- Das ITAB-Village auf der Euroshop 2026. (Foto: invidis)
- Das ITAB-Village auf der Euroshop 2026. (Foto: invidis)
- Das ITAB-Village auf der Euroshop 2026. (Foto: invidis)
- Das ITAB-Village auf der Euroshop 2026. (Foto: invidis)
HMY-Übernahme: Ein europäisches Schwergewicht entsteht
Der Wendepunkt war die Übernahme von HMY im Jahr 2025, einem der größten französischen Shopfitting‑Spezialisten. Über Nacht verdoppelte ITAB nahezu seinen Umsatz und schuf einen neuen europäischen Champion. Gemeinsam verfügen beide Unternehmen über eine in Europa beispiellose Marktabdeckung.
Während ITAB traditionell in Skandinavien, Mittel‑ und Osteuropa sowie im Vereinigten Königreich stark vertreten ist, bringt HMY eine dominante Präsenz in Frankreich, Spanien, der Türkei, Brasilien und Mexiko ein. Selbst in Südamerika ergänzen sich beide: ITAB ist in Argentinien tief verwurzelt, HMY in Brasilien. Besonders strategisch ist der Produktionsstandort in Mexiko, der zollfreie Exporte in die USA ermöglicht – ein entscheidender Vorteil im wettbewerbsintensivsten Retailmarkt der Welt.
Im Ladenbau kommt es auf die Größe an. Fertigungskapazitäten, Effizienz der Lieferkette und Zugang zu Rohstoffen verbessern sich deutlich ab einer bestimmten Skalierung. Der europäische Wettbewerber Umdasch Shopfitting erwirtschaftet rund 300 Millionen Euro – ein Bruchteil der neuen Struktur von ITAB und HMY. Fairerweise generiert die gesamte Umdasch‑Gruppe inklusive Doka‑Gerüstbau rund 1,8 Milliarden Euro Umsatz. Dennoch ist die Botschaft klar: Globale Händler benötigen zunehmend globale Ladenbaupartner.
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Digitale und physische Welt verschmelzen
Die Integration von HMY stärkt auch ITABs digitale Ambitionen. HMY ist weiterhin im Digital‑Signage‑Bereich aktiv – auch im Automotive‑Segment – und ITAB hat sein Tech‑Portfolio mit dem deutschen AI‑Retail-Tech‑Spezialisten Signatrix sowie der Retail‑Design‑Agentur Blink ausgebaut.
So entsteht eine einzigartige Kombination: globale industrielle Produktionskapazitäten, kreative Designkompetenz und digitale Innovation unter einem Dach. Für internationale Händler bedeutet das: weniger Schnittstellen, mehr Konsistenz und Partner, die weltweit vollständig integrierte Store‑Konzepte liefern.
Der Shopfitting‑Markt ist hart umkämpft und steht unter massivem Kostendruck. Ein globales Produktionsnetzwerk mit niedrigen Personalkosten ist notwendig – ergänzt durch ein starkes Digitalportfolio, das wiederkehrende margenstarke Erlöse generiert.
Ein umfassendes Retail-Angebot
Heute deckt ITAB nahezu die gesamte Wertschöpfungskette der Store-Einrichtung ab: beratungsorientiertes Store‑Design, maßgefertigte Einrichtung, Lichtsysteme, Self‑Chckouts und intelligente Gates, Shopper‑Flow‑Management sowie interaktive digitale Lösungen für physische Stores. Die Expansionsstrategie des Unternehmens spiegelt einen breiteren Trend im Ladenbau wider: Händler wünschen sich weniger Lieferanten, mehr globale Leistungsfähigkeit und ein nahtloses Zusammenspiel aus Design, Bau und Technologie.





