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Daktronics

"Mitte 2026 kommt unsere neue Fabrik in Mexiko"

Im Gespräch gibt der neue Daktronics-CEO Ramesh Jayaraman Einblicke in seine ersten Wochen beim US-amerikanischen LED-Hersteller — und spricht über die neue Fabrik in Mexiko sowie die geplante MicroLED-Produktion.
Ramesh Jayaraman, neuer Präsident und CEO bei Daktronics (Foto: invidis)
Ramesh Jayaraman, neuer Präsident und CEO bei Daktronics (Foto: invidis)

An seinen ersten drei Arbeitstagen stand Ramesh Jayaraman, der neue Präsident und CEO von Daktronics, mitten in den Messehallen der ISE in Barcelona. Ein ereignisreicher Start, der seine zukünftigen Aufgaben bei US-amerikanischen LED-Hersteller widerspiegelt.

Ramesh Jayaraman kam Anfang 2026 ins Unternehmen und soll Daktronics nach den Konflikten zwischen Investoren und Management in eine neue Wachstumsphase führen.

Zuvor war Ramesh Jayaraman Senior Vice President und Americas Integration Leader bei Bosch Home Comfort. Davor hatte er Führungspositionen im globalen Energy- & Building-Technologies-Portfolio von Bosch inne sowie bei Harman Professionals Solutions, Ariston Thermo Group und Tyco/ADT.

Da er aus einer anderen Branche kommt, steht für ihn zunächst Analyse und Lagebeurteilung im Vordergrund. Im Gespräch hielt er sich daher mit langfristigen Prognosen zurück und plant für seine ersten Monate zunächst ein konservative Strategie: zuerst in die Tiefe gehen, bevor man in die Breite wächst und sich auf die bestehenden Stärken fokussieren.

MicroLED eröffnet strategische Optionen

Ein wichtiger Punkt unter Jayaramans Führung wird die Strategie rund um X Display sein. Das US‑Unternehmen spezialisiert sich auf Mass‑Transfer‑ und MicroLED‑Equipment. Daktronics ist seit 2020 Anteilseigner und hat kürzlich die Vermögenswerte, das geistige Eigentum und spezialiertes Personal übernommen.

Damit ergeben sich neue strategische Möglichkeiten: Auf der ISE zeigte Daktronics, wie ein zukünftiges MicroLED‑Produkt aussehen könnte: ein COG‑Display mit 0,18 Millimetern Pixelpitch, 5,1 Zoll und LED‑Chips in der Größe von 13 × 20 Mikrometern.

MicroLED-Display, ausgestellt am Daktronics Stand auf der ISE 2026 (Foto: invidis)
MicroLED-Display, ausgestellt am Daktronics Stand auf der ISE 2026 (Foto: invidis)

Für Digital Signage ist diese Auflösung überdimensioniert, aber andere bieten Potenzial – etwa in der Automobil- oder Verteidigungsindustrie.

Damit könnte Daktronics einen Weg einschlagen, der an Stratacache erinnert. Der Wettbewerber plant, in seiner Fabrik in Eugene, Oregon, so schnell wie möglich mit der MicroLED‑Produktion zu starten.

Ramesh Jayaraman betont jedoch, dass die MicroLED-Entwicklung bei Daktronics noch am Anfang steht. „Wir haben in Backend-Testlabore investiert und besitzen bereits das geistige Eigentum von XDC. Jetzt konzentrieren wir uns auf Advanced Eningeering“. Er hoffe zudem, dass sich die Dinge für Daktronics so entwickeln, dass er in den kommenden Monaten mehr Details nennen könne.

Ein solcher Schritt würde nicht nur neue Märkte eröffnen, sondern auch die Produktionssicherheit in einer zunehmend komplexeren und krisenfälligeren Welt erhöhen.

Ein weiteres Ziel von Daktronics ist die Diversifizierung der Fertigung. „Mitte 2026 kommt unsere neue Fabrik in Mexiko. Wir erweitern damit unsere Kapazitäten, um die Nachfrage zu bedienen“, so Rames Jayaraman.

E-Sports als wachsendes Segment

Neben der langfristigen Roadmap blickt Daktronics auch kurzfristig positiv nach vorne. Die Zahlen des dritten Quartals 2025 – bis Januar 2026 – sehen gut aus: Der Umsatz stieg um 21,6 Prozent im Jahresvergleich. Das Wachstum resultierte vor allem aus Bestellungen in den Bereichen High School Parks and Recreation, insbesondere für Video‑Scoreboards. Zudem verzeichnete der Transportsektor, angeführt von der Luftfahrt, Rekordaufträge. Fünf MLB‑Stadien stehen ebenfalls auf der Installationsliste für das Frühjahr.

Der Auftragsbestand für das kommende Quartal liegt bei 342 Millionen US‑Dollar – ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich rückt die Fifa‑Weltmeisterschaft in Nordamerika näher, an deren Venue‑Projekten Daktronics beteiligt ist. „Viele Stadien mit unserer Technologie unterstützen diese hochkarätigen Fußballereignisse – vom Hard Rock Stadium und dem Mercedes‑Benz Stadium über das Gillette Stadium und Arrowhead Stadium in den USA bis zum Estadio de Rayados in Mexiko“, sagt Ramesh Jayaraman.

Stadien, Arenen und Sportstätten bleiben dabei das Kerngeschäft von Daktronics – und ein dynamischer Markt. „Wir sehen eine Entwicklung von reinen LED‑Displays hin zu Erlebniswelten, und wir wollen diesen Weg mitgehen“, sagt Jayaraman. „Sport dreht sich immer mehr um das Gesamterlebnis – von der Ankunft bis zum Verlassen des Stadions. Wie wir diese Erlebnisse gestalten, wird entscheidend sein.“

Ein weiteres Wachstumsfeld sieht er im E-Sports-Sektor, der sich ähnlich dynamisch entwickelt wie der traditionelle Sportmarkt. Neben dem Kerngeschäft stellt sich Daktronics also zunehmend breit auf – fasst nicht nur neue Vertikalmärkte ins Visier, sondern diversifiziert auch seine Produktion, um möglichst viel der global wachsenden Nachfrage nach LED bedienen zu können.

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