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Ikea

Neue Stores, aber 800 weniger Stellen

Ikea stellt seine globale Struktur neu auf: Mutterkonzern Ingka Group baut interne Funktionen ab, beschleunigt gleichzeitig die Flächenexpansion und testet neue Store-Formate.
Ikea baut Stellen ab, aber expandiert weiterhin mit der neuen Store-Strategie. (Foto: Ingka Group)
Ikea baut Stellen ab, aber expandiert weiterhin mit der neuen Store-Strategie. (Foto: Ingka Group)

Mehr Filialen – aber weniger Jobs in der Zentrale: Die Ikea-Muttergesellschaft Ingka Group kündigt an, rund 800 Konzernrollen zu streichen, um die Organisation zu straffen. Parallel wächst das Filialnetz weiter: Im vergangenen Geschäftsjahr eröffneten 54 neue Ikea-Häuser; bis September sollen weitere 20 folgen.

Laut Ingka Group soll die Umstrukturierung dabei helfen, die Preise auf gewohnt niedrigem Niveau zu halten – ein Ikea-Markenzeichen, ebenso wie die Fleischbällchen oder das Kinderparadies. Auch die Store-Experience soll nicht unter dem Stellenabbau leiden – betreffen nach Aussagen des Unternehmens ausschließlich die zentralen Funktionen, nicht die Mitarbeiter in den Einrichtungshäusern.

Zurück zur Einfachheit

„Wir sind zu komplex geworden – in einem Markt, der Geschwindigkeit und Agilität verlangt. Einfachheit gehört zu unseren Kernwerten. Mit diesem Schritt rücken wir sie in den Mittelpunkt unserer Organisation und Arbeitsweise“, erklärt Juvencio Maeztu, CEO der Ingka Group | Ikea.

Parallel will Ikea in Fort- und Weiterbildung investieren, damit Mitarbeiter für die künftigen Anforderungen gerüstet sind.

In neu eröffneten Märkten erhöht Ikea den Anteil digitaler Touchpoints deutlich. Ein bekannter Digital Signage-Integrator aus Stockholm unterstützt unter anderem neue City-Konzepte, die stärker auf Touchscreens und große LED-Screens setzen. Dieses Format kommt vor allem in Innenstadtlagen wie der Oxford Street in London zum Einsatz, womit kleinere Grundflächen kompensiert werden.

20 kleinere Stores für 2026 geplant

Aktuell testet Ikea auch ein kleineres Store-Format für Vororte und mittelgroße Städte. Diese Standorte lassen sich nach Angaben der Ingka Group schneller eröffnen als die großen Häuser auf der grünen Wiese. Sie bieten Planungsservices, ein kuratiertes Sortiment und praktische Food-Angebote — direkt dort, wo Menschen ohnehin täglich einkaufen.

Die neuen kompakten Stores entstehen in Gemeinden in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Portugal und Kanada. In Frankreich eröffnet im Sommer der erste 2.000‑Quadratmeter-Standort in Limoges – weitere sind geplant. In Portugal wird Coimbra als erster Standort des Formats über 4.000 Quadratmeter an den Start gehen. In Polen soll bis Jahresende ein zweiter Store dieses Typs in Białystok folgen.

Ikea's erster "small store" in Polen. (Foto: Ingka Group)
Ikeas erster „Small Store“ in Polen (Foto: Ingka Group)

Zudem testet Ikea gemeinsame Retail-Flächen mit anderen Marken. Ein erstes Beispiel entstand in Kooperation mit Decathlon nahe London.

Seit 2020 hat Ikea sein Filialnetz von rund 375 auf über 640 Stores in 32 Ländern ausgebaut. Parallel stärkte der Konzern seine Lieferstrukturen – unter anderem durch die Übernahme des Logistikunternehmens Locus.

Beginn mit Decathlon: Ikea öffnet Flächen für andere Händler