Das Münchner Technologieunternehmen Wemolo startet in Augsburg gemeinsam mit Aldi Süd ein Feierabendparken-Programm. Die Stadt Augsburg ist als kommunaler Partner eingebunden. Dabei stehen Anwohnern insgesamt 110 Stellplätze an vier Aldi-Filialen zur Verfügung.
Das Modell: Tagsüber parken Kundinnen und Kunden auf den Aldi-Stellplätzen, abends werden diese auch für Anwohner digital freigegeben.

Dabei buchen Anwohnende ihren Parkplatz für eine Web-App oder über direkt an den Filialen aushängenden QR-Codes.
AI ersetzt die Schranken, Web-App den Parkautomaten
Im Anschluss kann man sein Fahrzeug einfach abstellen, weil eine AI-gestützte Kennzeichenerkennung die Nummernschilder überprüft. Deshalb kommt das Projekt auch ohne Schranken oder zusätzliche bauliche Eingriffe aus.
Montags bis samstags sind die Parkplätze für Anwohner ab 18:30 Uhr abends bis 8:30 Uhr morgens geöffnet. An Sonntagen kann man den ganzen Tag auf den Aldi-Parkplätzen parken. Einzelne Nächte kosten dabei 3 Euro, der Tarif für eine Woche beträgt 12 Euro und für 30 Euro ist das Monatsabo buchbar.
Eva Weber, Oberbürgermeisterin von Augsburg, sagt: „Das Modell Feierabendparken ist ein pragmatischer Ansatz, den ich ausdrücklich begrüße, weil er vorhandene Flächen sinnvoll nutzt. So schaffen wir zusätzliche Stellplätze und sorgen für spürbare Entlastung für Anwohnende“.
Ähnliches Projekt in Bochum
Ein sehr ähnliches Pilotprojekt startete auch in Bochum. Dabei öffnet Aldi Nord in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister Park & Control an drei Standorten Parkplätze für Anwohner. Auch hier bucht man seinen Parkplatz online per App und hinterlegt das Kennzeichen. Installierte Kamerasysteme erfassen die geparkten Autos.

Die Parkzeiten starten hier ebenfalls um 18:30 Uhr abends für Anwohner, die jedoch bis 8 Uhr am nächsten Morgen ihren Stellplatz wieder räumen müssen.
Laut Aldi Nord werden die Ergebnisse des Projekts evaluiert. Bei einem erfolgreichen Verlauf plane man zudem eine Ausweitung auf weitere Städte.
Retailer als hilfsbereite Nachbarn
Beide Projekte zeigen ein erweitertes Selbstverständnis des Lebensmitteleinzelhandels: Retailer treten als Akteure in der Stadtmobilitätspolitik auf. Dabei positionieren sie sich gegenüber Kommunen und Anwohnern als nachbarschaftliche Partner, die eigene Liegenschaften in städtische Lösungsansätze einbringen – und bringen sich positiv bei Bestands- und Neukunden ins Gespräch.

