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Retail & Stadtmobilität

Aldi öffnet Parkplätze für Anwohner

Aldi Süd und Wemolo erproben in Augsburg die zeitgeteilte Nutzung von Handelsparkflächen für Anwohner. In Bochum startet ein ähnliches Projekt von Aldi Nord.
Christoph Cleesattel , Director Real Estate bei Aldi Süd, Eva Weber, Oberbürgermeisterin von Augsburg, Sebastian Pyschik, Key Account Manager Retail bei Wemolo, und Peter Nemec, Senior Customer Success Manager bei Wemolo (Foto: Wemolo)
Christoph Cleesattel , Director Real Estate bei Aldi Süd, Eva Weber, Oberbürgermeisterin von Augsburg, Sebastian Pyschik, Key Account Manager Retail bei Wemolo, und Peter Nemec, Senior Customer Success Manager bei Wemolo (Foto: Wemolo)

Das Münchner Technologieunternehmen Wemolo startet in Augsburg gemeinsam mit Aldi Süd ein Feierabendparken-Programm. Die Stadt Augsburg ist als kommunaler Partner eingebunden. Dabei stehen Anwohnern insgesamt 110 Stellplätze an vier Aldi-Filialen zur Verfügung.

Das Modell: Tagsüber parken Kundinnen und Kunden auf den Aldi-Stellplätzen, abends werden diese auch für Anwohner digital freigegeben.

Die Standorten zu den buchbaren Parkflächen vor Aldi-Filialen in Augsburg. (Foto: Wemolo)
Die Standorte zu den buchbaren Parkflächen vor Aldi-Filialen in Augsburg. (Foto: Wemolo)

Dabei buchen Anwohnende ihren Parkplatz für eine Web-App oder über direkt an den Filialen aushängenden QR-Codes.

AI ersetzt die Schranken, Web-App den Parkautomaten

Im Anschluss kann man sein Fahrzeug einfach abstellen, weil eine AI-gestützte Kennzeichenerkennung die Nummernschilder überprüft. Deshalb kommt das Projekt auch ohne Schranken oder zusätzliche bauliche Eingriffe aus.

Montags bis samstags sind die Parkplätze für Anwohner ab 18:30 Uhr abends bis 8:30 Uhr morgens geöffnet. An Sonntagen kann man den ganzen Tag auf den Aldi-Parkplätzen parken. Einzelne Nächte kosten dabei 3 Euro, der Tarif für eine Woche beträgt 12 Euro und für 30 Euro ist das Monatsabo buchbar.

Eva Weber, Oberbürgermeisterin von Augsburg, sagt: „Das Modell Feierabendparken ist ein pragmatischer Ansatz, den ich ausdrücklich begrüße, weil er vorhandene Flächen sinnvoll nutzt. So schaffen wir zusätzliche Stellplätze und sorgen für spürbare Entlastung für Anwohnende“.

Ähnliches Projekt in Bochum

Ein sehr ähnliches Pilotprojekt startete auch in Bochum. Dabei öffnet Aldi Nord in Zusammenarbeit mit dem Dienstleister Park & Control an drei Standorten Parkplätze für Anwohner. Auch hier bucht man seinen Parkplatz online per App und hinterlegt das Kennzeichen. Installierte Kamerasysteme erfassen die geparkten Autos.

Aldi Nord startet ebenfalls ein Projekt mit buchbaren Parkflächen für Anwohner. (Foto: ALDI Nord)
Aldi Nord startet ebenfalls ein Projekt mit buchbaren Parkflächen für Anwohner. (Foto: ALDI Nord)

Die Parkzeiten starten hier ebenfalls um 18:30 Uhr abends für Anwohner, die jedoch bis 8 Uhr am nächsten Morgen ihren Stellplatz wieder räumen müssen.

Laut Aldi Nord werden die Ergebnisse des Projekts evaluiert. Bei einem erfolgreichen Verlauf plane man zudem eine Ausweitung auf weitere Städte.

Retailer als hilfsbereite Nachbarn

Beide Projekte zeigen ein erweitertes Selbstverständnis des Lebensmitteleinzelhandels: Retailer treten als Akteure in der Stadtmobilitätspolitik auf. Dabei positionieren sie sich gegenüber Kommunen und Anwohnern als nachbarschaftliche Partner, die eigene Liegenschaften in städtische Lösungsansätze einbringen – und bringen sich positiv bei Bestands- und Neukunden ins Gespräch.