Bis in die 1990er-Jahre betrieben internationale Airlines große City Offices in den Innenstädten rund um den Globus. Online‑Buchungen gab es nicht, Apps schon gar nicht. Die Customer Journey führte zwangsläufig über physische Schalter.
Emirates interpretiert dieses Format neu – als Premium‑World‑Store. invidis hat den frisch eröffneten Standort in Delhi besucht.
- Emirates World Store (Foto: Emirates)
- Emirates World Store (Foto: Emirates)
- Emirates World Store (Foto: Emirates)
- Emirates World Store (Foto: Emirates)
Die Lage im Golf bleibt angespannt. Dubai ist aktuell nur über wenige sichere Luftkorridore erreichbar, und der Flugbetrieb liegt deutlich unter dem Vorkriegsniveau. Auch wenn Emirates besser dasteht als andere Golf-Carrier, meiden viele Reisende derzeit Umsteigeverbindungen über die Region.
Wegen Corporate-Policy wünscht Emirates keine Veröffentlichung von Innenaufnahmen des neuen Stores in Delhi während der Krise. Wir respektieren diesen Wunsch und verwenden ausschließlich freigegebene Innenraum‑Pressefotos aus anderen Standorten, die im Februar 2026 genehmigt wurden.
Trotz Krise eröffnete die Airline ihren neuen World Store im DLF Cyber Park in Gurugram — der Unternehmenssatellitenstadt von Delhi. Ein Format, das lange als überholt galt, ist für Emirates zu einem strategischen Baustein geworden. Weltweit sind bereits mehr als zehn Stores eröffnet: großzügige, loungeartige Flächen mit First‑Class‑Suiten, A380‑Bar und persönlicher Beratung.
Transparente LED als digitales Zentrum
Aus Digital Signage-Sicht sticht die Fassade heraus. Eine transparente LED‑Installation – optisch vergleichbar mit Muxwave-Film – dominiert das Schaufenster. Am Standort Delhi kämpft das Display noch mit starkem Nachmittagssonnenlicht, doch angesichts der verfügbaren Helligkeitsreserven dürfte es sich um ein Kalibrierungsthema handeln.
Beeindruckend ist vor allem der transparente Blick von innen nach außen. Wie bei Installationen etwa auf der Fira Barcelona bleibt der Effekt auch im Alltag stark: freier Ausblick kombiniert mit dynamischem Content.
Innerhalb des Stores setzt Emirates ausschließlich auf ultrafeine MicroLED‑Displays und interaktive LCD‑Touchpoints. Die Inhalte sind hochwertig produziert; der Store wirkt wie ein Marken‑Erlebnisraum statt wie ein Servicebüro. Die Beratungstische stehen dezent im hinteren Bereich, während First‑ und Business‑Class‑Mock‑Ups zum Ausprobieren einladen.
Globaler Retail-Rollout
Emirates hat 47,4 Millionen US‑Dollar in die ersten zehn Stores investiert und plant bis Ende 2026 insgesamt 48 World Stores. Das Konzept kombiniert Personalisierung, fachkundige Reiseberatung und immersive Markenerlebnisse – mit Erfolg: Seit 2024 haben mehr als 1,4 Millionen Walk‑in‑Kunden die bislang wenigen Standorte besucht.

Jeder Markt erhält eine eigene Ausprägung. Dubais Flagship‑Store bietet einen Networking‑Hub. Singapur, Riad, Kairo, London und Delhi zeigen First‑Class‑Sitze. Casablanca, Hongkong und London setzen auf Premium Economy. In Dubai und London ist sogar die ikonische A380‑Lounge nachgebaut.
Mittelgroße Standorte in Paris, Karatschi, Hongkong, Accra, Genf, Mauritius und Jakarta folgen demselben Ansatz. Weitere Städte wie Athen, Rom, Madrid, Istanbul, Mumbai, Shenzhen, Tokio und Kapstadt stehen auf der Expansionsliste.
Digitale Touchpoints auf allen Ebenen
Neben LED‑ und MicroLED‑Displays integriert Emirates Self‑Service‑Kioske, digitale Beratungstools und interaktive Features wie einen Selfie‑Spiegel mit Markenhintergründen. Dazu kommen kuratierte Reiseaccessoires und lokal abgestimmte Emirates‑Merchandise‑Kollektionen. In London gehören beispielsweise Produkte rund um Wimbledon, das Sail-GP‑Team und Arsenal dazu.
Wer City Offices für ein Relikt der Vergangenheit hält, sollte einen Emirates World Store besuchen.





