Digitale Kunsterlebnisse gibt es weltweit in Hülle und Fülle – in Kirchen, Höhlen und Industriegebäuden. Alte Meister werden in abgedunkelten Räumen digital projiziert – ein willkommener Ansatz, um einem breiteren Publikum bildende Kunst näherzubringen. Doch Refik Anadol und Mitbegründerin Efsun Erkılıç haben zusammen mit ihrem 20-köpfigen Team mit Dataland etwas völlig anderes geschaffen. Hier wird keine starre Kunst präsentiert; die Besucher sind nicht bloß Zuschauer, sondern Gestalter eines multisensorischen, lebendigen Kunstwerks, das sich ständig weiterentwickelt und nie wirklich vollendet ist.
Hierfür nutzt Dataland, das weltweit erste Museum für KI-Kunst, AI-Leistung auf Industrieniveau – zum Beispiel von hochmodernen KI-Rechenzentren. Im Keller des Museums, das sich im Frank-Gehry-Museumsviertel in der Innenstadt von Los Angeles befindet, stehen Server mit 130 Nvidia-Blackwell-Chips. Allein das Edge-Computing-Rechenzentrum hat einen Marktwert von 5 Millionen US-Dollar. Über seinen Partner Google hat das Team zudem Zugriff auf Google-KI-Ressourcen in der Cloud. Dataland hat ein eigenes AI-Modell, das mit 1,2 Milliarden ökologischen Datenpunkten, mehr als 500 Millionen Bildern sowie kontinuierlichen Live-Daten trainiert wurde.
Modernstes Digital Signage überall
Besucher von Dataland erhalten zu Beginn ein Fitness-Tracker-Armband, das anonym ihre gesamte Reise und ihre Emotionen aufzeichnet. Dabei werden mithilfe von Lidar-Sensoren Bewegungen innerhalb der Räume erfasst, die die Datenkunstwerke beeinflussen. Das Wort „beeinflussen“ würde aber Refik Anadol selbst nicht verwenden; vielmehr fügen Besucher durch menschliche Interaktion kontinuierlich neue Datenpunkte zur Datengeschichte hinzu.
Beim Betreten warten die Besucher in der Lobby vor einer raumhohen MicroLED-Wand – die, wie alle LED-Screens des Museums, von Absen gestellt wird – und erhalten eine Einführung in das Live-Art-Konzept: „Dies ist keine Ausstellung, hier wird nichts auf Null zurückgesetzt, jeder Besucher hinterlässt eine Erinnerung, und jede Erinnerung verändert Dataland für immer.“ Das Museum erstreckt sich über fünf multisensorische Galerien – alle ausgestattet mit der neuesten und besten Digital Signage-Technologie. Raumhohe LED-Wände und ein LED-Würfel mit beeindruckenden Inhalten, die so beeindruckend sind sowie ein vollständig immersiver Projektionsraum. Die Kunst ist so kraftvoll, immersiv und interaktiv, dass sie alle möglichen Emotionen auslöst. Die Menschen beginnen zu tanzen, zu dirigieren und mit der Kunst zu interagieren.
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
LG-OLED-Displays informieren und erklären den Besuchern die Erlebnisse und zeigen Live-Daten, Positionierung, Besucherströme und nicht zuletzt Live-Einblicke in das KI-Modell: aktuelle Google-Gemini-Prompts, die rohen AI-Ausgaben sowie das AI-Prompt-Engineering.
Wo Signage auf Storytelling trifft
Das Team ist stolz darauf, ein eigenes Frontline-Modell entwickelt zu haben, das speziell für Datalands erste Ausstellung „Machine Dreams: Rainforest“ optimiert wurde. Die Ausstellung widmet sich der Natur – als Gegenpol zur typischerweise eher kühlen AI-Technologie. Am Eingang erhalten die Besucher neben dem Fitness-Tracker eine Duftkette, um ein persönliches und unbewusst emotionales Erlebnis zu schaffen. Mithilfe von Lidar-Sensoren werden Bewegungen und Interaktionen im Museum anonym erfasst – am Ausgang erhalten die Besucher ihren persönlichen Besucher-Token.
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
Der größte Raum der Ausstellung verdeutlicht auf Anhieb, wozu die 150 Computer in Echtzeit fähig sind. 84 synchronisierte Epson-Projektoren erzeugen über 700 Quadratmeter Pixelfläche im gesamten Raum – sechsmal mehr als bei „The Sphere“ in Las Vegas. Und das alles auf einer Fläche, die zehnmal kleiner ist. Umgeben von einer räumlichen Klanglandschaft mit 200 Lautsprechern, die in Zusammenarbeit mit L-Acoustics entstanden ist.
In anderen Räumen können Besucher über die transparente OLED-Displays mit KI-Modellen auf wandgroßen LED-Screens interagieren. Hier hat der Besucher die Kontrolle – die Interaktion ermöglicht es ihm, durch die 500 Quadratmeter Naturbilder zu reisen, mit denen die Modelle trainiert wurden. Oder die Natur selbst in die Hand zu nehmen, um mit AI neue Pflanzen zu entwerfen.
LED-Würfel als Highlight
Den größten Eindruck hinterlässt der LED-Würfel – ein Storytelling-Erlebnis, das sich zeitweise wie eine Achterbahnfahrt anfühlt. Die Geräusche und Bewegungen im Boden sind rasant, gefolgt von einer emotionalen Reise durch den Regenwald, einer Pflanze, die nur einen Tag lang blüht, und einer ausgestorbenen Vogelart.
Refik Anadol ist stolz auf das nachhaltige Betriebskonzept. Der CO₂-Fußabdruck pro Besucher ist so gering wie der eines aufgeladenen Mobiltelefons. Im gesamten Museum wird grüner Strom genutzt.
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
- Eindrücke aus dem Dataland LA (Foto: invidis)
Bei Dataland ist der Besucher Teil eines Ganzen und erlebt dieses dennoch auf ganz individuelle Weise. Aus „One-to-Many“ wird „One-to-One“. Eine persönliche Reise, die man am Ende, dank des Tokens, mit nach Hause nimmt. Und die Geschichte ist auch im Museum nie zu Ende erzählt – jeder Besucher entwickelt sie weiter.
Einzigartige Kombination
Neben Klang und Bild gibt es auch Duft – unbewusst und immer wieder überraschend. In Zusammenarbeit mit L’Oréal wurde eine „Scent Dimension“ entwickelt, die individuell einzigartige Kompositionen aus acht molekularen Düften freisetzt.
Keine der integrierten Technologien ist wirklich neu – Projektion, LEDs, transparente Displays, Aktuatoren im Boden, Lidar-Sensoren, Health-Tracker und natürlich Ton –, aber in ihrer Kombination sind sie einzigartig neu und absolut bewegend.
Ein Muss für Liebhaber von Digital Signage
Für jeden, der auch nur ein flüchtiges Interesse an Digital Signage, digitalem Storytelling und AI hat – Dataland ist ein absolutes Muss. Für alle anderen ist es einfach sensationelle Unterhaltung, auch weiterbildet. Ein wahrhaft prägendes Erlebnis, das nach einer Wiederholung verlangt.
Somit wurden die Einschränkungen bei der Eröffnung – noch nicht alle Abläufe waren voll funktionsfähig und der Besucherandrang überstieg die Kapazitäten – bereitwillig verziehen. Die beiden Köpfe hinter Dataland waren vor Ort, erklärten die Erlebnisse und Technologien und nahmen sich Zeit für die Besucher. Nicht nur für VIPs und die Presse – sondern als echtes Herzensprojekt.













