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Transparente Terminals

KFC testet neues Konzept

Johannesburg | In der Nähe des Flughafens der südafrikanischen Hauptstadt erprobt KFC ein neues Restaurantkonzpet. Dabei werden großflächige LEDs, Tischservice und transparente Self-Order-Terminals kombiniert. Die QSR-Kette zeigt damit eines der ungewöhnlichsten Digital Signage-Konzepte in Afrika.
Der neue KFC-Standort in Johannisburg hat transparente Displays in den Bestellterminals. (Foto: invidis)
Der neue KFC-Standort in Johannisburg hat transparente Displays in den Bestellterminals. (Foto: invidis)

Mit mehr als 1.500 Restaurants in 22 Ländern der Subsahara gehört KFC zu den Schwergewichten der afrikanischen Fast-Food-Branche. Der Schwerpunkt liegt dabei in Südafrika, doch die Expansion in andere Märkte läuft. Gleichzeitig testet die Yum-Brands-Tochter regelmäßig neue Formate und passt ihre Restaurants an lokale Anforderungen an. So eröffnete man am Stadtrand von Johannisburg einen neuen Flagship-Standort – mit invidis vor Ort.

Bereits im Drive-Thru fällt das Konzept: KFC setzt entlang der Bestellspur auf eine großformatige LED-Installation und macht den Bestellvorgang zum sichtbaren Markenerlebnis. Im Inneren wartet die nächste Besonderheit: Statt klassischer Bestellterminals kommen transparente OLED-Kioske zum Einsatz. Ergänzt werden sie durch eine großflächige LED-Wall.

Das Format richtet sich somit an die Lagen in der Vorstadt. Mehrere Fahrzeuge können parallel bestellen. Die Bestellzone integriert hochhelle Samsung-Menüboards in eine wandfüllende LED-Fläche. Weil das Restaurant etwas höher liegt, ist die LED-Fassade bereits aus größerer Entfernung zu sehen. Zur Hauptstraße hin verstärkt ein halbkreisförmiges LED-Display auf dem Dach die Sichtbarkeit. Zum Zeitpunkt des invidis-Besuchs war der Drive-Thru allerdings noch nicht vollständig in Betrieb.

Transparente Terminals als Blickfang

Das Highlight – und vermutlich weltweit einzigartig – ist das in Südafrika von PDT entwickelte Konzept für Selbstbedienungs-Kioske auf Basis transparenter OLED-Technologie. Die transparenten OLEDs scheinen an drei Seiten frei zu schweben und sind auf einem robusten, zugleich flexiblen Touch-Trägersystem montiert. Das Bezahlterminal ist in die Trägerstruktur integriert. Die transparenten OLEDs von LG sind hell und reaktionsschnell, sodass die Transparenz den Bestellvorgang nicht beeinträchtigt.

Im Gegenteil: Da die Bestellterminals als Inseln in der Raummitte stehen, sorgen die transparenten Screens dafür, dass der Blick durchs Restaurant frei bleibt. KFC setzt an diesem Standort auf Tischservice – das Restaurant, einschließlich Barbereich, ist nicht in erster Linie auf Selbstabholung ausgelegt.

Anders als bei den Bestellterminals konnte die Idee, transparente Screens neben den Kiosken auch für digitale Menüboards einzusetzen, am Eröffnungstag jedoch nicht überzeugen. Hier wären klassische Displays vorzuziehen – oder man könnte auf Menüboards ganz verzichten.

Das liegt daran, dass die Menüboards eigentlich nicht essenziell sind: Das Personal berät und unterstützt die Gäste an den Terminals und serviert die Bestellungen anschließend am Tisch. Der visuelle Blickfang im Innenraum ist eine große LED-Wand-Installation. Sie bringt Farbe, Bewegung und Erlebnis in den Raum. Zusammen mit dem Diner-Look der 1960er-Jahre in Pastelltönen und viel Grün bietet das Restaurant eine für ein QSR-Umfeld überraschend angenehme Aufenthaltsqualität.

In einem umkämpften afrikanischen QSR-Markt bietet das neue KFC-Konzept ein innovatives Gästeerlebnis – sowohl im Drive-Thru als auch im Restaurant selbst. Direkt nebenan eröffnet ein klassisches McDonald’s, das im Vergleich zu KFC konventionell und deutlich weniger einladend wirkt.

In Südafrika dürfte das neue KFC-Metropolitan-Konzept gute Chancen auf weitere Rollouts haben. Aus Digital Signage-Perspektive wäre das zu begrüßen: Die transparenten Bestellkioske sind wirklich innovativ. Bei den Menüboards sollte KFC hingegen bei klassischen Displays bleiben.

Der KFC-Besuch soll sich ändern

Das Konzept in Johannesburg ist nur eine von mehreren Initiativen im Rahmen eines Relaunch der Marke. Der KFC-Besuch soll sich künftig anders anfühlen. Die Kette plant die Eröffnung einer „neuen Generation von Räumen, die für Gastfreundschaft und nicht nur für Effizienz konzipiert sind – mit Umgebungen, die dynamischer wirken und sich im Tagesverlauf an unterschiedliche Anlässe anpassen. Diese Next-Generation-Restaurants sind darauf ausgelegt, das gastronomische Erlebnis zu heben und KFCs charakteristische Gastfreundschaft zum Leben zu erwecken, wobei sie in Schlüsselmärkten in eigenständigen neuen Formaten Gestalt annehmen.“

Das neue Designkonzept von KFC (Foto: Yum! Brands)
Das neue Designkonzept von KFC (Foto: Yum! Brands)

Zu den ersten neu gestalteten Standorte zählt ein Open-Concept-Design in McKinney, Texas. Es interpretiert die Markenhistorie mit moderner Energie neu und soll im Spätsommer eröffnen. Hinzu kommt ein voll immersives, zweistöckiges Restaurant in Dubai. Es zeigt eine der mutigsten Ausdrucksformen des neuen Markendesigns und eröffnet im Herbst 2026.