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E-Paper-Displays

Ein neues Signage-Ökosystem

Neue Entwicklungen bei den Technologien, mehr Integration: Das Potenzial für E-Paper-Displays als eigene Signage-Kategorie ist weiterhin groß – vor allem wenn sie in ein ganzheitliches Konzept eingebettet werden.
Technologien im Vergleich: E-Paper-Displays (links) werden LCD nicht ersetzen, sondern eigene Anwendungsbereiche finden müssen. (Foto: invidis)
Technologien im Vergleich: E-Paper-Displays (links) werden LCD nicht ersetzen, sondern eigene Anwendungsbereiche finden müssen. (Foto: invidis)

Mittlerweile kennt sie jeder: die Vorteile von E-Paper-Displays. Leicht und flexibel in der Installation, auch im Sonnenlicht lesbar und ein im Vergleich sehr geringer Stromverbrauch. Seit dem Strompreisschock im Zuge der Ukraine-Invasion sind energieeffiziente Lösungen stärker in den Vordergrund gerückt, und gerade die vom Irankrieg ausgelöste Energiekrise könnte für E-Paper-Displays neue Möglichkeiten eröffnen.

Der große Durchbruch in Digital Signage und DooH steht noch aus, doch die technische Entwicklung läuft weiter, und echte Use Cases mehren sich – gerade in den Bereichen Retail und Smart City.

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So vielfältig die Anbieter fertiger-E Paper-Displays inzwischen sind – beim E-Paper-Panel selbst bleibt das Bild eindeutig. Mit einem Marktanteil von mehr als 90 Prozent ist E Ink nach wie vor der faktische Standard der Branche. Ob PPDS, Dynascan, Sharp oder Samsung: Sie alle setzen auf die E-Paper-Technologien von E Ink.

Spectra 6 und Marquee

Für den Digital Signage-Einsatz ist das vor allem Spectra 6. Die Technologie ist das Aushängeschild von E Ink, was den Farbraum angeht: Die Panels liefern mehr als 60.000 Farben und sind in den meisten E-Paper-Displays von Digital Signage-Anbietern verbaut. Die einzige Einschränkung: Spectra 6 ist für den Indoor-Einsatz konzipiert.

Für Außenanwendungen hat E Ink seit dem vergangenen Jahr eine neue Technologie im Portfolio: Marquee verspricht im Vergleich zur zweiten Outdoor-Technologie Kaleido 3 einen größeren Farbraum.

Dafür werden wie bei Spectra 6 verschiedenfarbige Partikel – hier Cyan, Magenta, Gelb und Weiß – verwendet, um die einzelnen Farben aufzubauen.

Mit diesen Technologien beherrscht E Ink den Markt für E-Paper-Displays – und will seine Position noch weiter stärken. Das Unternehmen kündigte an, seine Produktionskapazität für großformatige Panels deutlich auszubauen, unter anderem durch ein Joint Venture mit AUO.

Entwicklungen im Gange

Einer der größten Kritikpunkte an farbigen E-Paper-Displays ist seit jeher die Farbwiedergabe. Selbst mit Spectra 6 sind native 60.000 Farben für klassische Werbeanwendungen oft zu wenig. Es fehlt der „Pop“, gerade wenn es um CI-Farben geht. Auch hier gibt es Weiterentwicklungen, die dem zumindest entgegenwirken sollen. Samsung beispielsweise entwickelte für seine E-Paper-Displays einen eigenen Color-Imaging-Algorithmus.

Dieser funktioniert laut dem Hersteller auf Grundlage des menschlichen Sehsystems, das Farben nicht auf der Ebene einzelner Pixel wahrnimmt, sondern als durchschnittliche Farbtöne über bestimmte Flächen. Der Algorithmus optimiert das Bild auf dieser Basis, und ermöglicht laut Samsungs Aussage das Darstellen von rund 2,5 Millionen Farbtönen – zumindest subjektiv.

Hinzu kommt der langsame Motivwechsel, bei dem für einige Sekunden ein Flimmern über das Display geht. Das muss kein großer Nachteil sein – schließlich sind E-Paper-Displays nicht auf ständige Bildwechsel ausgelegt. Doch auch hier gibt es Verbesserungen, beispielsweise von E Ink selbst: Das Ripple-Upgrade soll bei Spectra 6 einen weicheren Übergang von Motiv zu Motiv ermöglichen, zudem gibt es verschiedene Versuche, kurze Videos auf E-Paper abzuspielen.

Software-Integration

Digital Signage-Software-Anbieter haben die steigende Bedeutung von E-Paper ebenfalls erkannt. Software-Updates enthalten oft eine Kompatibilität mit verschiedenen Display-Anbietern. Damit können die E-Paper-Screens in bestehenden Signage-Ökosystemen gesteuert und verwaltet werden.

Doch auch aus einer anderen Richtung werden hier Lösungen aufgebaut: ESL-Spezialisten wie Vusiongroup, ehemals SES Imagotag, und Solum bringen Erfahrung aus Netzwerken von Millionen vernetzter E-Preisschilder mit und schließen größere Formate mit ein.

Die ehemalige Samsung-Tochter Solum integriert E-Paper-Signage in ihre Store-Management-Plattform, um sie in das gesamte Retail Ökosystem einzubinden – zusammen mit ESLs, Kameras und Sensoren.

Anstatt die Technologien als eigenständige Lösungen zu betrachten, strebt Solum an, alles unter dem Gesichtspunkt eines digitalisierten POS zu vereinen, inklusive Kampagnensteuerung, Retail Media und Gerätemanagement. Ein weiterer Vorteil: Die Content-Übermittlung geschieht in einem komplett auf E-Paper ausgerichteten Kontext, was laut den Anbietern eine effizientere Datenübertragung ermöglicht.

Preis als Hindernis

Derartige Ökosysteme könnten dazu beitragen, E-Paper-Signage in die Position zu bringen, gedruckte POS-Materialien langfristig abzulösen – wenn das größte Problem gelöst wird, und zwar der Preis. Dass E Ink zusätzliche Produktionskapazitäten plant, könnte helfen, doch auf lange Sicht müsste es weitere Panel-Hersteller geben, um echten Wettbewerb zu erzeugen.

Bis dahin könnten gerade Smart-City-Anwendungen davon profitieren, dass öffentliche Stellen energiesparend planen müssen, was in einigen Fällen einen höheren Anschaffungspreis rechtfertigt.

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