GPA und Forté beenden zum Jahresende ihre sechsjährige Partnerschaft und gehen künftig getrennte Wege. Das verändert nicht nur die globale AV-Integration, sondern auch die Dynamik für Digital Signage.
Die Trennung zählt somit zu den bedeutendsten Entwicklungen der ProAV-Branche in diesem Jahr. Der Schritt kommt wenig überraschend, verändert aber ab 2027 die Wettbewerbslandschaft für Anbieter von Workplace-Technologie. Ein eigenständiges Forté entsteht mit erheblicher Größe, wachsender internationaler Reichweite und mehr strategischer Flexibilität. Doch was bedeutet die Trennung für das Digital Signage-Ökosystem?
Forté war seit 2020 GPA-Mitglied
GPA, die Global Presence Alliance, ist ein 2008 gegründetes weltweites Netzwerk unabhängiger ProAV-Systemintegratoren. Jedes Mitglied vertritt exklusiv eine Region und bündelt so lokale Umsetzung mit globaler Reichweite für internationale Firmenkunden. Forté war seit 2020 als US-amerikanisches Mitglied Teil dieser Allianz.
Damit ist GPA weit mehr als ein netzwerk von Integratoren mit sich ergänzender geografischer Abdeckung. Die Organisation fungiert zugleich als globale Einkaufsplattform und verschafft Mitgliedern Zugang zu internationalen Lieferantenabkommen und bevorzugten Anbieterbeziehungen.
Für Hersteller und Technologieanbieter bedeutet der Status als GPA-zertifizierter Lieferant eine Investition, eröffnet aber Zugang zu einigen der weltweit führenden Enterprise-Communications-Spezialisten und multinationalen Projekten. Bislang gehörte auch Fortés umfangreiche Präsenz in Nordamerika und Europa zu diesem Wertversprechen.
GPA bleibt attraktiver Vertriebsweg für Anbieter
Mit dem Ausstieg von Forté sinkt die Einkaufsmacht von GPA zwangsläufig, verliert aber nicht an grundsätzlicher Relevanz. Die Allianz steht weiterhin für ein erhebliches Volumen an Enterprise-Geschäft und bleibt für Hersteller und Softwareanbieter ein attraktiver Vertriebsweg. Der gebündelte Einkaufseinfluss der Organisation dürfte nach dem Austritt von Forté jedoch spürbar sinken. GPAs Ökosystem wird häufig mit einem Jahresumsatz von nahezu 2 Milliarden US-Dollar in Verbindung gebracht, die Folgen der Trennung lassen sich wegen begrenzter öffentlicher Finanzangaben und komplexer Partnerumsätze jedoch schwer beziffern.
Für die Digital Signage-Branche reichen die Folgen weit über den Einkauf hinaus. Display-Hersteller wie Samsung, LG, Philips, Sony und Sharp dürften Forté zunehmend als eigenständigen strategischen Großkunden betrachten statt vor allem über das GPA-Ökosystem. Das Gleiche gilt für Digital Signage-Softwareanbieter, Workplace-Experience-Plattformen und Anbieter von Remote-Device-Management, die alle um einen größeren Anteil an Enterprise-Technologiebudgets konkurrieren.
Auch das Timing ist relevant. Enterprise Communications und Workplace-Technologie zählen 2025 und 2026 weiterhin zu den am schnellsten wachsenden vertikalen Märkten, getrieben von hybrider Arbeit, Employee-Experience-Initiativen und der zunehmenden Konvergenz von AV, IT und Managed Services. Sowohl GPA als auch Forté dürften deshalb attraktive Partner für Digital Signage-Anbieter bleiben, wenn auch mit zunehmend unterschiedlichen Geschäftsmodellen und Go-to-Market-Strategien.

