Von Videowand bis Informations- und Leitsystem

Wer internationale Markenstärkung zum Ziel hat, kommt um die Plattform Flughafen nicht herum.

Quelle: Flughafen Wien AG/Roman Bönsch

Quelle: Flughafen Wien AG/Roman Bönsch

Werbung für Salami und Bier flimmert selten über die Bildschirme am Flughafen – obwohl heutzutage auch dort ein gut sortierter Supermarkt Pflicht ist. Schon eher sind es der Geschäftswelt zuzuordnende Marken, die den Content ausmachen: Mobiltelefone, Fahrzeuge oder Lederaccessoires. Ein Hauch von Luxus liegt in der Luft – und damit das Potenzial, eher hochpreisige Waren erfolgreich zu bewerben. Deswegen ist Digital Signage an Flughäfen ein Muss, dort spielt es seine Stärken aus: mit bewegten Bildern nachhaltig das Unterbewusstsein ansprechen, selbst wenn der Fluggast vom Taxistand über den Check-in zum Gate rast und vermeintlich nicht für Werbung empfänglich ist.

Ein weiterer Vorteil des Standortes Flughafen: die Internationalität. Unternehmen müssen kein einzelnes Produkt bewerben, um erfolgreich zu sein. Oft genügt eine englischsprachige Imagekampagne, deren Kernmerkmal ein international bekanntes Logo ist. Denn diese wirkt in São Paulo genauso wie in München. Sinnvoll ist Imagewerbung etwa in Wartezonen in Kombination mit Newsticker und Wetterbericht. Des Weiteren hat sich der Flughafen als gewinnversprechende Shoppingmeile etabliert – vor und hinter der Sicherheitszone. Er hat damit mehr mit einer Mall gemein, als dem Fluggast bewusst sein dürfte. Solange das Unterbewusstsein das Spiel mitmacht, und davon ist auch auf lange Sicht auszugehen, dürften Digital Signage-Anbieter ihre Freude haben.

Quelle: Flughafen Wien AG/Roman Bönsch

Quelle: Flughafen Wien AG/Roman Bönsch

Damit Digital Signage wirkt, müssen die Betreiber der elektronischen Werbeflächen und die Werbekunden selbst beachten, dass eine Videowand nicht genügt. Wo sich Menschen bewegen, muss ein Netz aus verschiedenen Installationen zur Verfügung stehen – angefangen bei der bereits von Weitem zu erkennenden Bildschirminstallation im Großformat über Screens in Wartebereichen bis hin zu klug positionierten Informationsstelen, um den Passagier an allen seinen Stationen einzufangen. Und: In Anbetracht der in der Regel hochpreisigen Produkte muss die Installation selbst Hochwertigkeit vermitteln, was die Einbindung in die Architektur erfordert und das Zusammenarbeiten mit Profis, die auch die Hardware ansprechend gestalten.

Dass das Potenzial von Digital Signage erkannt wird, zeigt etwa, dass immer mehr Monitore über den Gepäckbändern hängen – mal frei buchbar, mal durch einen Autohersteller fest in einer Werbehand. Einen guten Eindruck, was alles möglich ist, vermittelt auch die Initiative Airport Media, der 15 deutsche sowie der Wiener und Züricher Flughafen angehören. Zwar nutzt nicht jeder Airport die gesamte Digital Signage-Palette; aber ganz ohne kommt eigentlich keiner mehr aus. Monitore neben den Flugzeitanzeigen gehören genauso dazu wie digitale Stelen im Gang zwischen Restaurant und Ladengeschäften. Zu den herausragenden, kürzlich zum Leben erweckten Beispielen gehört der MetaTwistTower in München, der zwischen den beiden Terminals gut positioniert ist und der nicht nur durch bewegte Bilder, sondern auch durch bewegte Bildschirme auffällt. Dass sich heute viele verschiedene digitale Medien ihren Platz erobern, liegt sicherlich auch daran, dass es am Flughafen zumindest einen Vorreiter gab: den Außenwerber Ströer, der vor mehr als vier Jahren seinen AdWalk in Düsseldorf installierte. Aufgrund der hintereinander im Hochformat angeordneten Monitore setzte er ein klares Signal: Auf Wiedersehen, Druckplakat!

(17. März 2014)