Werbung im Riesenformat

LED-Boards sind selten – und das hat gute Gründe.

Quelle: Wall AG

Quelle: Wall AG

Times Square und Piccadilly Circus sind glitzernde Beispiele für digitale Außenwerbung. Dort blinken und leuchten unzählige, riesige LED-Anzeigen um die Wette. Im deutschsprachigen Raum sucht man solche Plätze vergebens. Hier sind die Auflagen streng: Bewegtes Bild auf Straßen ist oft untersagt.

Trotzdem gibt es einige Anbieter, die sich mit LED-Boards auf den Markt gewagt haben – mehr oder minder erfolgreich. Meist sind es Investoren, bei denen Werbung nicht im Vordergrund steht, oder Kommunen, die die Boards für ihre eigenen Zwecke nutzen.

Nennenswerte Netze sind das von Videoboards mit 100 Boards deutschlandweit, der Wall AG und NDA in Berlin. Letzteres besteht aus gerade einmal neun LED-Boards, die auf Privatgrund stehen. Denn dort ist Bewegtbild erlaubt. Über die Attraktivität der Standorte lässt sich allerdings streiten.

Ganz neu gestartet ist in 2013 LED Motion Drive am Terminal 1 des Frankfurter Flughafens. Hier sollen fünf LED-Flächen hintereinander die anfahrenden Reisenden begrüßen und mit Werbebotschaften erreichen. Die Autos fahren an dieser Stelle langsam, viele parken. Diese Mischung könnte tatsächlich zum Erfolg führen.

Am Frankfurter Flughafen wie an allen anderen LED-Board-Standorten ist die Kontaktzahl hoch und im ersten Moment beeindruckend, aber die Verweildauer ist aufgrund der Platzierung an befahrenen Straßen oder in Fußgängerzonen sehr gering. Eine Reichweitenzählung muss sich hier deshalb ganz anders gestalten als bei anderen digitalen Außenwerbeträgern. Sie sollte sich idealerweise an die für Plakate anlehnen.

Regional mögen die einzelnen Netzwerke funktionieren, von nationalen Netzen ist der deutschsprachige Markt jedoch weit entfernt. Selbst bei einem Zusammenschluss der Netze wäre es schwierig, denn die Technologien sind genauso unterschiedlich wie die Formate. Sie reichen von einer Größe von fünf Quadratmetern bis hin zu 107 Quadratmetern.
LED hat sich zwar als Technologie etabliert, aber scheint angesichts der Entwicklungen nicht mehr zukunftsfähig. Längst sind E-Ink und OLED so weit entwickelt, dass sie bald für den Markt interessant werden. Wahrscheinlich könnten bereits in zwei Jahren die ersten großen LED-Boards durch diese Technologien ersetzt werden. Sie bieten bessere Bildqualität bei geringerem Stromverbrauch und sind weniger aufwendig zu installieren. Vielleicht lohnt es sich für Anbieter dann, solche Netzwerke in Erwägung zu ziehen.

(17. März 2014)