ISE 2014

Evolution statt Revolution

- Mit der diesjährigen ISE hat sich die Messe endgültig als die wichtigste Leistungsschau der Digital Signage-Branche etabliert. Reseller, Integratoren und auch gewerbliche Endkunden besuchen die Messe, um sich einen Überblick über die aktuellen Trends und den technischen Status Quo zu verschaffen. Entsprechend unterschiedlich ist die Erwartungshaltung der Besucher. Ein Rückblick. von Oliver Schwede

Rückblick auf die ISE 2014

Rückblick auf die ISE 2014

Auf der ISE fühlt man sich wie ein Kind im Spielwarenladen. Überall blinkt und leuchtet es und vollmundig wird die Einzigartigkeit der Produkte angepriesen. Doch bei näheren Hinsehen entpuppen sich viele der vermeintlichen Neuheiten als alte Bekannte in neuen Gewändern. Für Kenner und Technikenthusiasten mag dies auf den ersten Blick enttäuschend sein. Für Kunden und Partner ist dies aber ein gutes Zeichen.

Digital Signage ist den Kinderschuhen entwachsen und bodenständig geworden. Mit der Devise höher, schneller, weiter kann man zwar auf den ersten Blick beeindrucken, Vertrauen baut man aber durch Kontinuität, stetige Verbesserungen und Kundenorientierung auf.

In diesen drei Disziplinen konnten die Anbieter in diesem Jahr voll punkten. Die Präsentation von Lösungen wurde noch nie so konsequent umgesetzt wie auf der ISE 2014.

Zwar sind Technologie-Demos wie 105- oder 110-Zoll große Displays Hingucker, für das normale Projektgeschäft spielen sie eher eine untergeordnete Rolle. Interessanter ist es zu erfahren, dass professionelle Displays nun auch in kleinen Größen ab 10-Zoll von den Marktführern zu haben sind und sich die Preise für Displays in endkundenfreundliche Regionen bewegen.

Die Trends sind bei allen Display-Anbietern nahezu gleich: die Rahmen werden schmaler, integrierte Player leistungsfähiger und die Displays heller. Die Integration wird durch die zunehmende Intelligenz der Bildschirme einfacher. Was vor ein paar Jahren nur mittels teurer Spezialhardware und Know-How umzusetzen war, ist nun wesentlich einfacher. Das beste Beispiel dafür sind Videowalls. Das ärgert vielleicht den Spezialisten, freut aber auf der anderen Seite den Produktmanager, der nun mit mehr Volumen rechnen kann. Denn der Vertrieb kann nun auf eine breitere Basis gestellt werden.

Von den Volumen-getriebenen Hardware-Anbietern haben sich die CMS-Schmieden einiges abgeschaut. Denn die auf der ISE gezeigten Software-Produkte werden immer leistungsfähiger und bieten eine breite Unterstützung für alle gängigen Plattformen. Windows, Linux und Android werden von den meisten Anbietern unterstützt. Endgeräte wie Tablets und Smartphone werden ebenfalls eingebunden. Möglich machen dies WebApps oder native Apps. Die Usability spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Funktionalität. Selbst interaktive Anwendungen lassen sich durch Baukastensysteme auf Basis von Templates ohne Spezialagenturen umsetzen.

Das heißt aber nicht, dass die Integratoren und Programmierer nun arbeitslos werden. Komplexe Kundenanforderungen erfordern immer noch ein hohes Maß an Know-How. Durch die Bereitstellung von Schnittstellen in den CMS und den Einsatz von Webtechnologien sind Integrationsarbeiten aber weniger aufwändig geworden und am Markt steht mehr qualifiziertes Personal zur Verfügung. Wer heute Weblösungen programmiert, entwickelt vielleicht schon bald im Auftrag eines Digital Signage-Integrators Apps für ein CMS.

Insgesamt sehen wir eine Evolution statt einer Revolution. Dies aber im Sinne der Integratoren, Reseller und Endkunden. Unser Markt ist erwachsen geworden. Zeit sich entsprechend zu verhalten und wichtige Aspekte wie Vertrieb, Support, Marketing und Partnerprogramm auf- und auszubauen. Denn diese Faktoren wiegen aus Kundensicht oftmals schwerer als ein bunter Strauß an Funktionalität.

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