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Big Tech liebt Out-of-Home

Facebook, Google und Co geben viel Geld aus, in einer traditionellen Art und Weise

Während Technologieunternehmen wie Facebook und Google Milliarden Euro in der Online-Werbung absaugen, gießen sie ihre eigenen Marketing-Euro in DooH und andere Out-of-Home-Werbeflächen. Das treibt das Wachstum eines der ältesten Medien und ist einer der Gründe, warum die Mediengattung der einzige traditionelle Kanal ist, der in diesem weiter Jahr spürbar wächst.
"Make Google Do It " –Titel einer aktuellen DooH-Kampagne des Konzerns in Großbritannien (Foto: Grand Visual)
„Make Google Do It “ –Titel einer aktuellen DooH-Kampagne des Konzerns in Großbritannien (Foto: Grand Visual)

Facebook-Plakate sind zurzeit bundesweit an Bushaltestellen zu sehen, um die Bundesbürger von ihren neuen Sicherheitsfunktionen und der Privatsphäre-Initiative zu überzeugen. Google war im Sommer im öffentlichen Raum omnipräsent mit der neuen Voice-Funktion des Google Assistant. In San Francisco übernahm Spotify im Juni alle Plakatfläche am zentralen Marketstreet-Transporthub um den kostenlosen Musikstreaming-Service zu bewerben. Nutzer des ÖPNV kommen in Nordamerika und Europa an Kampagnen der großen Tech-Anbieter kaum vorbei.

In den USA zählten Apple, Google und Amazon im letzten Jahr zu den sechs größten Werbetreibenden in der Außenwerbung. Auch in Europa spielen die großen Medien-Disruptor zunehmend eine wichtige Rolle als Werbetreibende, auf die (D)ooH nicht mehr verzichten kann. Auch wenn das Ende der Tabakwerbung in Deutschland zurzeit noch nicht absehbar ist, können die Tech-Giganten die Budget-Lücke mehr als füllen.

Die großen Online-Schwergewichte lieben (Digital) Out-of-Home um aktive Konsumenten-Zielgruppe zu erreichen, Social-Media-Begeisterung zu erzeugen und nicht zu unterschätzen: Mitarbeiter zu gewinnen. Große Werbeflächen im öffentlichen Raum lassen sich auch nicht wegclicken und sind schwer zu übersehen. Außerdem sind digitale bzw. traditionelle Plakate immer noch eine der günstigsten Werbekanäle.

Tech DooH-Kampagne in San Francisco (Foto: invidis)
Tech DooH-Kampagne in San Francisco (Foto: invidis)

„Dinge, die Menschen physisch sehen und anfassen können, sind viel glaubwürdiger“, sagt Chris Garbutt, Global Chief Creative Officer der Werbeagentur TBWA kürzlich der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Es macht Sinn, dass diese Technologieunternehmen Außenwerbung einsetzen.“

Doch das Schwert ist zweischneidig, denn Big Tech können auch schnell zum direkten ooH-Wettbewerber werden, wie die Investitionen von Netflix (invidis Bericht) oder Alibaba (invidis Bericht) in den vergangenen Wochen gezeigt haben. Die Sommerloch-Berichte über Googles Einstieg in den deutschen DooH-Markt (invidis Bericht) basierten auf einem Missverständnis des Manager Magazins, aber sind sicherlich nicht voll auszuschließen.

So sichert sich Netflix die prominentesten Billboards im Herzen von Hollywood, um die eigenen Serien im Herzen der Kino- und TV-Welt zu bewerben. Alibaba beteiligte sich mit 2,23 Mrd. USD an Chinas größtem DooH-Netzwerkbetreiber um über die DooH-Screens am PoS mit dem eigenen Bezahlungssystem präsent zu sein und Daten zu sammeln.

Ströer Investoren Präsentation (Foto: Ströer)
Ströer Investoren Präsentation (Foto: Ströer)
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