Erlebnis-Shopping

Indoor-Farming – Wenn Kräuter im Store wachsen

Urban- oder auch Indoor-Farming findet man bald nicht mehr nur in ausgewählten City-Supermärkten in Berlin-Mitte oder SoHo New York. Auch in Düsseldorf und Frankfurt im Discounter um die Ecke wachsen bald Kräuter umweltschonend direkt in der Filiale. Möglich macht das Aldi Süd zusammen mit dem Berliner Startup Infarm. Der Trend zum Instore-Gewächshaus birgt auch spannendes Digital Signage Potential.
Indoor-Farming in gläsernen Schränken bei Aldi Süd (Foto: Aldi Süd)
Indoor-Farming in gläsernen Schränken bei Aldi Süd (Foto: Aldi Süd)

Als erster Discounter in Deutschland verkauft Aldi Süd ab Ende Mai frische Kräuter, die direkt in den Filialen angebaut wurden. Partner von Aldi Süd ist das Berliner Agritecture Start-up Infarm. Das 2013 gegründete Unternehmen mit israelischen Wurzeln entwickelte ein technologie-getriebenes Konzept  um umweltschonend Kräuter vor Ort anzubauen. Durch den Anbau der Kräuter in den Filialen und in Growing Center (Gewerbehallen) am Rande der Metropolen verringern sich laut Infarm die Transportwege um 90 Prozent bei um 95 Prozent reduzierten Wasserverbrauch im Vergleich zur herkömmlichen Produktion.

Infarm Growing Center versorgen Aldi-Filialen mit frischen Kräutern (Foto: Infarm)
Infarm Growing Center versorgen Aldi-Filialen mit frischen Kräutern (Foto: Infarm)

Dafür stellt Aldi in seinen Filialen Kräuter-Kleingärten in Form von transparenten Glasschränken in der Obst- und Gemüseabteilung auf, in denen zunächst sechs verschiedene Kräutersorten zu finden sind. Die Kräuter sind für jeweils 0,99 Euro erhältlich. „Unsere Kunden können den Kräutern beim Wachsen zusehen. Sie werden in unseren Filialen angebaut und geerntet – frischer geht’s nicht“, so David Labinsky, Group Buying Director bei Aldi Süd. „Durch unsere Partnerschaft unterstützen wir Aldi Süd nicht nur dabei, die Lieferkette zu reduzieren, wir bauen auch ein Farming-Netzwerk in Deutschland und auf der ganzen Welt auf“, so Erez Galonska, Mitgründer und CEO von Infarm. „Damit machen wir möglich, was immer mehr Menschen nicht nur von ihrer Erfahrung im Lebensmitteleinzelhandel erwarten, sondern sich auch für unseren Planeten wünschen: Nachhaltige, lokale Premium-Qualität und erstklassigen Geschmack, zugänglich und erschwinglich für alle.“

Corona-Krise: Digitale Einlaßkontrolle auch bei Aldi Süd

Bis Ende Mai sollen die ersten fünf Aldi-Süd-Filialen in den Regionen Düsseldorf und Frankfurt mit Glasschränken ausgestattet werden, in denen Kräuter unter LED-Licht und in einer Nährstofflösung heranwachsen. Erhältlich sind Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Minze und Koriander für jeweils 0,99 Euro. Bis Ende des Jahres kommen weitere 12 Aldi-Süd Filialen mit Kräuter-Gewächsschränke dazu. Der Großteil der Kräuter wird nicht in den Filialen selber sondern in stadtnahen Gewächshäusern (Growing Centern) angebaut, geerntet und von dort an mehrere hundert Aldi Süd Filialen ausgeliefert. Wie viele der 1.900 Aldi Süd Märkte in Zukunft Infarm-Kräuter anbieten, hängt sicherlich von der Nachfrage ab. Während in City-Filialen mit junger Kundschaft das Interesse groß sein wird, werden die Umweltvorteile für Aldi Käufer auf dem Land weniger leicht zu kommunizieren sein.

Digitalisierung: Live Stream aus dem Stall in den Supermarkt

Unabhängig von der Warengruppe setzen immer mehr Einzelhändler auf lokale Lieferanten und inszenieren die regionalen Lebensmittel am Point of Sale. So verkaufen einige Rewe-Händler regionale Eier und bewerben diese am PoS mit einem Live-Cam in den Stall. Umgesetzt wurde die Digital Signage Lösung von der Online Software AG.

Inspiriert von weltweiten Urban Farming Projekten präsentierten die Retail-Spezialisten von Ansorg und Visplay zusammen mit NEC auf der Euroshop in Düsseldorf eine interaktive Mushroom-Wall: umweltschonender Anbau im Supermarkt trifft auf Premium-Erlebnis. Die interaktive Lösung setze auf echte Pilze und Interaktion mit Ultra Short Throw Laser Projektoren. Kunden konnten ihre eigene Parzelle über die Touchapplikation wählen und Wunschpilze anbauen lassen. Natürlich ergänzt um Rezeptberater und Produktfinder. Das Highlight der Mushroom Wall war die natürliche Interaktion über das filzartige Oberflächenmaterial aus recycelten Textilien. Im Gegensatz zu den kalten Touch- Glasscheiben ermöglichen projizierten User Interfaces auf Textilmaterialen ein sehr natürliches Nutzererlebnis. Für die Mushroom Wall auf der Euroshop wurde Really vom dänischen Stoffmanufaktur Kvadrat eingesetzt – ein Textil aus recycelter Krankenhauskleidung.

Euroshop 2020: Shared Spaces – Zukunft des Retails