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Digital Signage Power Hour

Virtuelle Konferenzen – Wieviel Digital macht Sinn?

Seit COVID-19 wurden die meisten Geschäftsreisen gestoppt und Messen, Konferenzen und Showcases bis hin zu persönlichen Treffen und Demos verschoben oder abgesagt. Als Alternative fanden bereits einige virtuelle Konferenzen wie die DSS 2020 - The Show oder die Infocomm Connect statt, um die Lücke zu füllen – mit gemischten Ergebnissen. In der monatlichen AVIXA Power Hour mit invidis und Sixteen:Nine wurde der Status Quo diskutiert: Welche digital Konzepte funktionieren bereits und wo herrscht noch Handlungsbedarf.
Die AVIXA Power Hour im August beschäftigte sich mit virtuellen Events wie dem 'DSS 2020 - The Show' und den bisherigen Erfahrungen der Veranstalter und Teilnehmer (Foto: Screenshot invidis)
Die AVIXA Power Hour im August beschäftigte sich mit virtuellen Events wie dem ‚DSS 2020 – The Show‘ und den bisherigen Erfahrungen der Veranstalter und Teilnehmer (Foto: Screenshot invidis)

Unter dem Thema „Making Virtual Work and the Path Forward for AV Marketing“ fand am Dienstagabend die monatliche AVIXA Digital Signage Power Hour statt. Präsentiert wurde das Event von Florian Rotberg, Managing Director von invidis und David Haynes, Herausgeber des Digital Signage-Blogs Sixteen:Nine. In einer offenen Doskussion mit Branchenführern ging es an diesem Abend um virtuelle Messen und Konferenzen, was bisherige digitale Events bereits gezeigt haben, woran Veranstalter noch arbeiten müssen und ob die Konzepte Zukunft haben.

Die Speaker der AVIXA Power Hour im August waren:

  • David Haynes, Founding Editor des Digital Signage-Blogs Sixteen:Nine
  • Florian Rotberg, Managing Director von invidis consulting
  • Annette Sandler, Director of Content Development bei AVIXA
  • Nicolas Meyer, VP of Marketing and Channel Management bei Digital Signage-Anbieter SpinetiX
  • Melody Craigmyle, VP of Marketing and Communications bei AV-Distributor Almo Corporation
  • Sukhmani Mohta, Director of Marketing and Enablement bei Samsung Electronics America
  • Ashley Flaska, Senior VP of Marketing bei Value-Added Distributor Stampede
  • Geoffrey Bessin, CMO & Platform Evangelist der Digital Signage-Plattform Intuiface

Die Eröffnung des Abends übernahm Florian Rotberg mit einem Blick hinter die Kulissen des Hybrid Events „Digital Signage Summit 2020 – The Show“, das invidis zusammen mit der ISE Ende Juli veranstaltet hat: 2.350 Teilnehmer aus 96 Ländern, 60 Sprecher von Singapore bis Kolumbien, 8.5h Programm produziert live im Studio und vor Ort in Spanien und Deutschland. Viel Aufwand für ein virtuelles Event und verbunden mit einigen Hindernissen. Der Zugang in das Studio, den Hybrid-Space in Hannover, unterlag strengen Gesundheitsauflagen.

Die Speaker der AVIXA Power Hour im August mit invidis und Sixteen:Nine (Foto: Screenshot invidis)
Die Speaker der AVIXA Power Hour im August mit invidis und Sixteen:Nine (Foto: Screenshot invidis)

Und Personal wurde einiges gebraucht, immerhin das erste digitale Event für invidis: Mehrere Mitarbeiter im Backoffice, Video-Poduzenten, Kameraleute, sogar ein Regisseur und mehr – professionelle Events brauchen eben auch professionelle Betreuung. In den 8,5 Stunden sprachen 60 Branchenexperten, viel zu viel? Nein, denn die Erfahrung zeigt, dass die Aufmerksamkeit der Zuschauer des Events vor dem heimischen Bildschirm meist nicht länger als 10-15 Minuten hält. Darum die große Varietät an Sprechern und Themen. Zudem wurde ständig gewechselt zwischen Live-Talks, zuvor aufwändig Produzierten Interviews, Präsentationen und Videos.

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Interaktion muss auch digital möglich sein

Wichtig dabei: der Chat und dessen Verwaltung. Das Publikum wurde einbezogen, beispielsweise mit Umfragen und konnte auch Fragen direkt ins Studio senden, die kurz darauf von den Anwesenden Experten beantwortet wurden. Gerade die Interaktion mit den Zuschauern sehen die Experten der AVIXA Power Hour als wichtig für den Erfolg eines virtuellen Events an. Seit der Pandemie und den Lockdowns missen viele den Umgang mit anderen Personen. Auch wenn Digital das reale Gegenüber nicht ersetzen kann, werden die Zuschauer in das Event inkludiert, schalten sie nicht einfach den Stream ab, sondern bleiben dabei.

Auch die Qualität des Broadcast ist wichtig. Ein scharfes Bild und klarer Sound sind technologisch heutzutage eigentlich leicht umsetzbar, aber bei vielen Webinaren, die in den letzten Monaten kurzfristig umgesetzt wurden, noch mangelhaft. Hier wird deutlich, wie sehr die eigene Technik daheim bei einigen Speakern dem erwünschten Standart hinterherhinkt. Natürlich hat nicht jeder ein Heimstudio mit optimaler Beleuchtung im Keller, aber hier spielen wieder Hybrid-Events und deren Mix an Content ihre Stärken aus: professionell vorproduzierte Videos können mit professionellen Live-Talkrunden und vielleicht optisch/akustisch etwas schwächeren, aber dennoch hochinteressanten Beiträgen aus dem Home-Office abgewechselt werden, bevor der Zuschauer einer Art Content überdrüssig wird.

Virtuelle Events – die Zukunft?

Ob DSS – The Show, Samsung VX oder Infocomm Connected – viele Events gingen in diesem Jahr einen ähnlichen digitalen Weg. Das Konzept entstand dabei meist in kürzester Zeit, obwohl die ursprüngliche Planung der Events eigentlich bereits in vollem Gange war, bis Corona zuschlug. Die Veranstalter mussten also prüfen, welcher Content bereits Vorlag, was bereits geplant und was sich davon überhaupt für eine virtuelle Veranstaltung nutzen lies – oder neu produziert werden musste. Die Zukunft der virtuellen Events kann besser geplant werden und die Learnings aus den bisherigen Events 2020 nutzen. Doch sind virtuelle Veranstaltungen deshalb die Zukunft?

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Fest steht: die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die Art und Weise, wie Großveranstaltungen stattfinden, verändert – jetzt und in Zukunft. Die reine Hardware für digitale Events und Collaborative Work ist schon länger vorhanden, aber auch in der modernen Zeit für viele mehr oder minder Neuland, dass es zu entdecken gilt. Die gesamte Kette rund um Events muss sich dem ’neuen Normal‘ anpassen: vom Entwickler und Hersteller der Technologie und Plattformen, über die Verkäufer der Tech, die ihren Kunden die passende auf ihn abgestimmte Lösung anbieten sollten, über die Anwender und Content-Produzenten im professionellen Bereich bis auch hin zu den Zuschauern.

Virtuelle Events werden die physischen Events nicht ersetzen, solche Events waren in diesem besonderen Jahr nur temporäre Notlösungen. Die Zoom-Fatigue hat sich nach gut 6 Monaten Corona bereits eingestellt und auch das beste digitale Event kann in einigen Punkten nicht mit einer physischen Experience mithalten. Produkte wollen auf Messen erlebt werden, zusammen mit realem Networking vor Ort – diese Erfahrungen werden gerade schmerzlich vermisst. Am Ende des Tages kann Digital den physischen Gegenüber nicht ersetzen. Aber Digital hat einen unglaublichen Schub erhalten. Ob die Zukunft hybrid ist? Vielleicht mehr als zuvor, aber sowohl digitale als auch physische Events behalten ihre Daseinsberechtigung und werden sich gegenseitig ergänzen. Die neuen Potentiale im Bereich Digital müssen zuvor aber erst noch viel weiter ausgelotet werden – eine Aufgabe für jeden Marktteilnehmer.