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Clear Channel

Plakatwände 'mit Köpfchen' für Europa

Außenwerber Clear Channel plant die Einführung von RADAR, einer proprietären mobilen Datenplattform, für seine DooH-Flächen in Europa.Die Tech nutzt anonyme mobile Daten, um das Verhalten von Zuschauergruppen zu ermitteln, die an den Wartehallen, Plakatwänden und Stadtmöbeln des Unternehmens vorbeigehen und Werbebotschaft entsprechend anzupassen. Geschäftsführer Eccleshare will den Aufschwung in der von Coronavirus befallenen Außenwerbebranche anstoßen auf dem Weg ins 'neue Normal'.
Clear Channel DooH-Display in London während COVID-19 (Foto: Clear Channel)
Clear Channel DooH-Display in London während COVID-19 (Foto: Clear Channel)

Außenwerbung war die widerstandsfähigste Form der traditionellen Werbung, bis das Coronavirus zuschlug, die Stadtzentren leerte und Marken ihre Kampagnen absagen ließ. Seitdem herrscht dicke Luft in der Branche, neue Kampagnen kommen nach den Lockdowns nur langsam ins Rollen und von einer raschen Erholung kann noch nicht die Rede sein. Eine Technologie soll das jetzt ändern, zumindest wenn es nach Clear Channel und Geschäftsführer Eccleshare geht: RADAR verfolgt das neue Verbraucherverhalten und soll laut einem Artikel der Financial Times in den nächsten Monaten in Tausende von Werbetafeln und Buswartehallen in ganz Europa integriert werden, wenn die zweitgrößte Außenwerbegruppe der Welt auf ihre digitale Rehabilitation nach dem Coronavirus wettet.

Die Aktien von Clear Channel haben seit Januar zwei Drittel ihres Wertes verloren. Ohne „lächerlich optimistisch“ sein zu wollen, sagte Eccleshare gegenüber der Financial Times, der Außenwerbemarkt habe aber „definitiv begonnen, sich zu entspannen und sich von seinen dramatischen Tiefständen zu erholen“.  Ermutigung erhält er aus der Schweiz, wo Clear Channels Einnahmen die vergangenen sechs Wochen in Folge zugelegt haben im Vergleich zum Vorjahr. „Die meisten Märkte sind nach wie vor deprimiert, aber auf einem Aufwärtstrend“, so Eccleshare.

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Die RADAR-Technologie nutzt anonymisierte Handydaten, um den Werbetreibenden einen besseren Einblick zu geben, wo Straßenplakate angebracht werden sollen und ob diejenigen, die sie sehen, auch die beworbenen Produkte kaufen oder Filme streamen. In den USA ist die Technologie bereits vor rund 4 Jahren eingeführt worden. In Europa musste erst die kompliziertere Datenschutzgrundlage geprüft werden, die jetzt als ‚absolut konform‘ eingeschätzt wurde. RADAR soll im September zunächst in Spanien und Großbritannien eingeführt werden, gefolgt von Schweden in den kommenden Monaten.

Justin Cochrane, CEO von Clear Channel Europe, kommentiert: „Wir freuen uns, RADAR nach seinem Erfolg in den USA nun auch in Europa einzuführen. Wir sind davon überzeugt, dass solche Technologien eine wichtige Rolle bei der Erholung unserer Multi-Märkte nach COVID-19 spielen werden, und wir sind stolz darauf, dass unsere fortgesetzten Investitionen in die digitale Transformation und die Einführung neuer Produkte zu einem so wichtigen Zeitpunkt die Rückkehr von Out of Home unterstützen werden.“

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